Fußballverein Olympique Marseille gründet Rap-Label

Der französische Fußballverein Olympique Marseille geht einen möglicherweise zukunftsweisenden Schritt ins Musikgeschäft. Gemeinsam mit BMG gründet der neunmalige Ligue-1-Meister das Label OM Records, dessen Fokus auf Rap und R&B liegen soll.

Olympique Marseille & BMG gründen OM Records

Was diese Kombination wichtiger Player aus der Kultur an Vorteilen für alle Beteiligten mitbringen könnte, kann man sich bereits ausmalen. Spieler*innen sowie Musiker*innen haben eine enorme Reichweite in den sozialen Medien und die Verbindung zwischen Fußball und Rap oder R&B ist ohnehin sehr eng, wie man immer wieder auf beiden Seiten beobachten kann. Sylvain Gazaignes, General Manager Frankreich von BMG, sagt zu dieser Connection:

"Die kulturelle Verbindung zwischen Hiphop und Fußball ist sehr stark, ganz besonders in einer Stadt wie Marseille mit einer so lebhaften und kreativen Musikszene. Die Partnerschaft mit OM bietet neue Möglichkeiten für etablierte Acts, aufstrebende Talente und Künstler*innenkollektive aus Marseille, Südfrankreich und Afrika."

Neben dem Großraum Paris ist Marseille Frankreichs wichtigster Hotspot für Hiphop. Mit IAM kommt eine der legendärsten französischsprachigen Rapformationen aus der Metropole an der Côte d'Azur. Einige der aktuell erfolgreichsten Acts wie Jul, SCH, Naps oder Alonzo stammen ebenfalls von dort und representen ihre Stadt häufig mit Leidenschaft.

Mitte August erschien der von Jul ins Leben gerufene Marseille-Possetrack "Bande organisée", der mit 36 Millionen Plays auf Spotify und über 80 Millionen Views bei YouTube schon jetzt einer der größten französischen Songs des Jahres ist. Jul, SCH, Naps, Kofs, Elams, Solda, Houari sowie Soso Maness tragen im Video das klassische Hellblau, das Verein und Stadt im jeweiligen Wappen zeigen. Dabei performt die "organisierte Bande" auf Bolzplätzen sowie im Stade Vélodrome, der Heimat von Olympique Marseille:

Was die Partnerschaft bedeutet

Der Deal macht BMG zum Exklusivpartner für musikalische Projekte und Aktivitäten von Olympique, wie die Musikwoche berichtet. Der Vereinspräsident Jacques-Henri Eyraud beschwört den Spirit der Stadt:

"Olympique de Marseille ist in erster Linie ein Fußballclub, aber seine Wirkung geht weit über die Spielfelder hinaus, insbesondere bei den jungen Menschen in Marseille. L'OM ist ein starker Hebel, um das große künstlerische Potenzial der Bevölkerung freizusetzen. Marseille ist seit der Gruppe IAM eine Wiege des französischen Rap und HipHop, und die Verbindungen zwischen OM und den lokalen Künstler*innen sind seit Jahren stark. Die Gründung von OM Records stärkt diese Verbindung und symbolisiert den Wunsch des Clubs, die einzigartige Energie, die von Marseille und seinen Leuten ausgeht, in der ganzen Welt voranzubringen."

Konkret dürfte das bedeuten, dass der Verein mit seinem Einfluss und seinen Möglichkeiten so gut wie möglich Künstler*innen des Labels unterstützt. OM bekennt sich mit dem Move ganz eindeutig zur Kraft, der Attitude und der Ästhetik des einflussreichsten Genres der Gegenwart.

Haaland, Alaba & Co: 7 Fußball-Stars, die rappen

Der weltweite Fußball-Zirkus sollte sich eigentlich in der verdienten Sommerpause befinden. Doch Corona macht es möglich: Der Ball rollt die nächsten Wochen in nahezu leeren Stadien. Champions League und Europa League müssen noch zu Ende gespielt werden. Sobald es die Zeit erlaubt, gehen manche Ballkünstler aus den Elite-Ligen auch ganz anderen Hobbys nach.

Wenn der Plan aufgeht, dürften die Musiker*innen im Gegenzug dabei helfen, die Marke Olympique Marseille nicht nur in Frankreich, sondern auch in Belgien, dem aussichtsreichen Wachstumsmarkt in Westafrika und über die Grenzen der französischsprachigen Welt hinaus zu stärken. Hinter den schönen Worten der Verantwortlichen über das "künstlerische Potenzial der Bevölkerung" oder die "einzigartige Energie" der Stadt steckt natürlich auch der Wunsch nach finanziellen Vorteilen für alle Beteiligten.

Ein Move mit Signalwirkung?

Die unweigerlichen Verbindungen und Sympathien aus den Welten der Musik und des Sports zusammenzubringen, ist natürlich nichts gänzlich Neues. Wenn MoTrip für den FC Bayern rappt, der FIFA-Soundtrack mal wieder vor Hiphop nur so strotzt oder Spieler wie Haaland, Alaba und Sergio Ramos sich als Rapper versuchen, erscheint eine Labelgründung unter dem Dach eines Fußballvereins nicht abwegig, sondern fast schon logisch.

Andere Vereine aus Frankreich, Deutschland, England, Spanien und womöglich auch den USA werden genau verfolgen, ob und wie OM Records sich etabliert und auszahlt. Man kann sich vorstellen, wie Vereine aus Hamburg, Berlin, London, Madrid, Barcelona oder auch kleineren Städten, die bereit für die Nische sind, profitieren könnten.

Dass Fußball und Rap nicht nur wirtschaftlich ein passendes Paar abgeben, sondern auch in der Mentalität der Protagonisten viele Überschneidungspunkte bieten, haben wir beispielweise in diesem Artikel gezeigt:

Was Rapper an Fußballern fasziniert - und umgekehrt

Rap und Fußball - da wächst etwas zusammen. Vor allem Straßenrapper supporten Spieler und Clubs. Sie tragen Trikots, nutzen die Namen berühmter Spieler als Tracktitel und widmen sich auch sonst gerne textlich dem Volkssport Nummer eins. Auf der Seite der Sportler läuft es fast spiegelverkehrt.

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack powered by Hiphop.de

Deine Deutschrap-Playlist powered by Hiphop.de, immer mit den aktuellsten Tracks der deutschen Hip-Hop Szene! Cover: ERRDEKA

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Paris Saint-Germain und Jordan droppen gemeinsame Kollektion
PSG

Paris Saint-Germain und Jordan droppen gemeinsame Kollektion

Von Alina Amin am 07.10.2020 - 15:25

Jordan und Paris Saint-Germain releasen eine gemeinsame Kollektion. Der Pariser Fußballclub hat sich mit der ikonischen Sportkleidungsbrand von Nike zusammengetan und hat nun Teile der umfangreichen Kooperation gedroppt. Mit dabei sind diverse Sneaker, Jacken, Hosen, ein Ausweichtrikot und vieles mehr. 

Jordan x PSG: So sieht die Kollektion aus

Die Farbe Lila spielt in der Kollektion die zentrale Rolle. Die Ausweichtrikots, Jacken und Hosen sind hauptsächlich in dem auffälligen Ton gehalten. Weiße und schwarze Elemente bilden einen Grundrahmen ab. Vordergründig sind die goldenen Schriftzüge angebracht und geben Highlights ab. Das Jordan-Logo sowie das Wappen des Fußballclubs dürfen natürlich auch nicht fehlen:

Ein Highlight der Kollektion ist der Jordan 4, der im passenden Look Design wurde. Mit lila Akzenten und diversem PSG-Branding kreiert der Sneaker schon vor seinem Drop am 10. Oktober eine menge Hype.

Der Release überzeugt mit einem umfangreichen Sortiment an Klamotten. Darunter alltagstaugliche Hoodies, Hosen und Jacke, die wie gemacht für ein Streetwear-lastiges Outfit sind. Anders als bei den Trikots ist die Farbpalette hier etwas breiter: Beige Hoodies und Hosen liefern Abwechslung.

Mit der Jordan-Kollaboration sichert sich PSG einen Platz in der Streetwear-Hype-Maschine. Aber auch die Konkurrenz bleibt nicht still: Kürzlich hat der Fußballverein Olympique Marseille ein eignes Rap-Label gegründet.

Jordan x PSG: Release & Preise

Wer ein Auge auf die Trikots oder den Air Jordan 4 geworfen hat, kann sich die Artikel für Groß und Klein sowie Mann und Frau kaufen. Die Preise reichen von circa 70 Euro bis zu 190 Euro. Am teuersten sind (natürlich) die Sneaker. Wer sich trotz schmalen Geldbeutels einen Schuh aus der Kollektion gönnen will, wird vielleicht bei den Badelatschen für circa 55 Euro fündig. Die Alltags-Pieces sind noch nicht verfügbar. Ein regelmäßiger Blick auf den Nike Online Shop lohnt sich daher. Eine Übersicht über alle Artikel erhaltet ihr hier


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)