Nura: Warum "Juju oder andere" das N-Wort nicht benutzen sollen

Es gibt Dinge, die sollten selbstverständlich sein. Sie sind es aber nicht. Keine Ahnung, ob unsere Generation es noch miterleben wird, wie das N-Wort komplett aus dem Sprachgebrauch nicht-schwarzer Menschen verschwindet. Wünschenswert und notwendig wäre es allemal.

Darauf weist nun Nura eindringlich hin, die bei diesem Thema auch ganz direkt ihre ehemalige SXTN-Partnerin Juju anspricht.

Nura erklärt "Ich bin schwarz"

Den Track "Ich bin schwarz" droppten SXTN im September 2016. Anscheinend gibt es bis heute Leute, die den Humor des Songs nicht begriffen haben oder nicht begreifen wollen. Trotz zutiefst ironischer Warnhinweise zu Beginn des Videos sowie der gnadenlosen Überspitzung vieler Vorurteile über schwarze Menschen scheint Unklarheit darüber zu herrschen, wie ernst Nura den Track eigentlich meint.

Davon ausgehend gibt die Rapperin ein Statement ab, um wieder einmal zu verdeutlichen, dass es einfach nicht klargeht, das N-Wort zu benutzen. In ihren Appell schließt Nura auch ihre ehemalige Weggefährtin Juju ein. Sie sei "ganz bestimmt nicht okay damit", dass "Juju oder andere" auf diese rassistische Beleidigung zurückgreifen.


Foto:

Screenshot: via instagram.com/nura

Künstler, die nicht bemerken würden, wie verletzend dieses Wort ist, seien "einfach total ignorant". Es ginge dabei gar nicht um sie als Person, sondern darum, dass viele andere Menschen von der Verwendung des Begriffs getroffen seien. Das habe Nura mit der Zeit kapiert. Dazu passt, dass sie ihr textliches Zugeständnis aus "Ich bin schwarz" nun offenbar widerrufen hat. Auch Jujus N-Bomben werden fortan nicht mehr durchgewunken.

"Hab' ich schon erwähnt, dass ich nur Chicken mag? / Raste aus, wenn jemand außer Juju 'N****r' sagt"

Juju hat das Wort, das aus dem falschen Mund in einem Sekundenbruchteil die Geschichte der Sklaverei, Rassenhass und Völkermorde hochbringt, beispielsweise auf dem Track "Berliner Schnauze" an der Seite von Said verwandt. Das würde Nura heute nicht mehr einfach so hinnehmen. Generell sollte von niemandem hingenommen werden, dass das N-Wort fällt, wenn es von jemandem kommt, der offensichtlich nichts mit der schwarzen Community zu tun hat.

Wie sehr Nuras Alltag von rassistischen Erfahrungen geprägt ist, hat sie erst vor ein paar Monaten offengelegt:

"Weil ich schwarz bin": Nura berichtet von Rassismus im Supermarkt

Die Rapperin Nura ist bekannt für ihr soziales Engagement gegen Rassismus, für die Seenotrettung und zahlreiche weitere Themen, bei denen Menschenrechte bedroht werden. Jetzt berichtet sie auf Instagram selbst davon, wie sie beim Einkaufen in einer REWE-Filiale Rassismus erfahren musste.

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Hacker spielen "F**k Tha Police" im Polizeifunk

Hacker spielen "F**k Tha Police" im Polizeifunk

Von Till Hesterbrink am 04.06.2020 - 15:30

Nachdem die Hackergruppe Anonymous in der letzten Woche zu Social Media zurückgekehrt ist, solidarisierten sie sich mit der #BlackLivesMatter-Bewegung und kündigten Vergeltung für George Floyd an. In den letzten Tagen folgten mehrere Aktionen, hinter denen die Gruppierung vermutet wird. Unter anderem lief N.W.A.s "F**k Tha Police" im Polizeifunk des Chicago PD.

"F**k Tha Police" über das Polizeiradio

In einem Video kündigte ein vermeintliches Mitglied der Gruppe an, man würde gegen die korrupte Polizei in Minneapolis vorgehen. Kurz darauf waren die Websites der Stadt und Polizei von Minneapolis nicht erreichbar.

Am darauffolgenden Tag machten Posts im Internet die Runde, die zeigen sollen, dass der N.W.A. Klassiker "F**k Tha Police" im Funk der Polizei Chicago zu hören war. Ob die Hackergruppe Anonymous dahinter steckt oder ob einfach jemand die Frequenz gekapert hat, bleibt unklar.

Der Polizeifunk scheint aktuell in den USA ein beliebtes Ziel zu sein. So gab es während der anhaltenden Demonstrationen in den vergangenen Tagen immer wieder Aufnahmen, in denen zu hören war, wie Protestierende sich den Frequenzen der Polizei bemächtigt hatten.

Polizisten werden aufgefordert auf Demonstranten zu schießen

Deutlich beunruhigender ist aktuell allerdings eine Aufnahme aus dem Polizeifunk, in der zu hören sein soll, wie Polizisten des NYPD aufgefordert werden, auf Demonstrierende zu schießen: „Shoot those Bastards“.
Das Nachrichtenportal TMZ hatte die Aufnahmen selbst aufgezeichnet und bestätigte die Echtheit. Die New Yorker Polizei gab bekannt, den Vorfall zu untersuchen. Es seien einige Funkgeräte entwendet worden und es wäre nicht klar, wer diesen Funkspruch abgesetzt hat.

Auch in Deutschland tötet die Polizei immer wieder Unschuldige

In den USA war der Mord an George Floyd der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Seit über einer Woche demonstrieren die Menschen in jeder größeren US-Stadt gegen Polizeigewalt und Rassimus. Zu viele meist schwarze Menschen wurden von den Cops getötet. Auch in Deutschland formieren sich Proteste.


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