Nikes Nordamerika-Chefin tritt nach Skandal um ihren Sohn zurück

Bei Nike ist überraschend eine Führungsposition frei geworden. Die Verantwortliche für den US-Markt Ann Hebert ist nach 25-jähriger Tätigkeit bei dem Sportartikelhersteller zurückgetreten. Einem Bericht von Bloomberg zufolge soll ihr Sohn ein lukratives Resell-Business mit Sneakern und Streetwear aufgezogen haben. Ann Hebert hatte den Job als Vice President, General Manager of North America Geography, erst im Juni 2020 angetreten.

Reselling mit Bots & Mama's Kreditkarte: West Coast Streetwear boomt

In einer internen Mail, die Complex vorliegt, heißt es, dass Ann Hebert von sich aus Nike den Rücken kehrt. Sie habe beschlossen, die Firma "sofort" zu verlassen. Ihr nun ehemaliger Arbeitgeber bedankt sich für die Zusammenarbeit und wünscht alles Gute. In einer Pressemitteilung führt Nike an, dass die langjährige Mitarbeiterin zum 1. März aus dem Unternehmen ausgeschieden ist. In Kürze will Nike bekanntgeben, wer die freigewordene Position neu besetzt.

Dieser plötzliche Umsturz auf oberster Ebene schließt an einen Artikel an, der den geschäftstüchtigen Sohn von Ann Hebert thematisiert. Als Joe ist dieser auf dem Resell-Markt aktiv. Für seine Geschäfte soll er eine Kreditkarte benutzt haben, die auf den Namen seiner Mutter läuft. Auf diese Weise sei es Joe unter anderem möglich gewesen, auf einen Schlag über 100.000 Dollar für den Ankauf limitierter Sneaker auszugeben. Wie sich die Schuhkartons bei ihm stapeln, ist auf der Insta-Page des Shops West Coast Streetwear zu sehen.

Laut Bloomberg lief das Geschäft auch in Zeiten der Pandemie hervorragend. Der 19-Jährige soll dafür rabattierte Ware von Einzelhändlern wie Foot Locker erworben haben, um sie mit Profit weiterzuverkaufen. Im Zuge der Recherche von Bloomberg betonte Joe offenbar ausdrücklich, dass seine Mutter keine Quelle für Insiderinformationen oder Rabattcodes wäre. Er habe jedoch darauf bestanden, dass diese familiäre Verbindung aus dem Artikel herausgehalten werde. Kurze Zeit später sei der Kontakt zwischen dem Jungen und dem Journalisten von Bloomberg abgebrochen.

Sneaker als Aktien: Wie Reselling die Corona-Krise überlebt

Streetwear lebt vom Hype.

Wie Complex herausstellt, erlaubt Nike seinen Miterarbeiter*innen kein Reselling. Der Kauf von Sneakern, nur um sie mit Gewinn weiterzuverkaufen, gelte zudem unter Sammler*innen als verpönt. Eine Vertreterin von Nike erklärte auf Anfrage von Bloomberg, dass Ann Hebert das US-Unternehmen bereits 2018 über das Geschäft ihres Sohnes informiert habe. Dabei konnte "kein Verstoß gegen die Unternehmensrichtlinien" festgestellt werden.

In Ann Heberts Aufgabenbereich bei Nike fiel die SNKRS App – eine Anlaufstelle für Sneaker-Heads, die mit exklusiven Releases wirbt. Gegen Bots, die den Kauf schneller als reale Personen abwickeln können, kämpft Nike seit Jahren an. Auch Joe setzt offenbar Bots ein, um heiß erwartete Sneaker abzugreifen. Sein 132.000-Dollar-Investment in Yeezys habe sich gemäß Bloomberg direkt rentiert. Mit dem unmittelbaren Weiterverkauf soll West Coast Streetwear 20.000 Dollar Gewinn gemacht haben.

Wie wild es auf dem Resell-Markt teilweise zugeht, zeigten gerade erst die PlayStation-Sneaker von Travis Scott.

Millionenbeträge: So viel muss man für Travis Scott x Playstation Nikes zahlen

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Bananen, Micky Maus & Co: Reaktionen auf Kanye Wests neue Yeezys

Bananen, Micky Maus & Co: Reaktionen auf Kanye Wests neue Yeezys

Von Leon Schäfers am 23.09.2021 - 15:37

Man kann Kanye WestYeezy-Designs vieles vorwerfen, mangelnde Kreativität und unscheinbare Designs gehören aber definitiv nicht dazu. Wagt man sich beim Thema Fashion jedoch in zu unsichere Gewässer, dann sind belustigte Reaktionen beinahe vorprogrammiert  man erinnere sich nur an die Yeezy 450 Slides, die das Internet mit Chips, Käse und traditionellem Gebäck verglich. Auch die neuen Yeezy Knit RNR bilden da keine Ausnahme: Form und Farbe der frischen Kanye-Treter bieten großen Spielraum für weitläufige Interpretationen.

Das Internet reagiert auf die Yeezy Knit RNR

Heute sind sie erschienen, die neuen Yeezy Knit RNR im Colorway "Sulfur". Wie der Name vermuten lässt, besteht das schwefelfarbene Schuhwerk vollständig aus gestricktem Material. Die Silhouette des Schuhs erinnert dabei ein wenig an das Design der Yeezy Foam Runner, die zum Teil aus Algen-Material bestehen. Auf dem offiziellen Instagram-Account von Adidas wurde Design plus Release der Slip-Ons gestern offiziell angekündigt.

Unter Sneaker-Heads und Hypebeasts machte sich umgehend große Verwirrung breit: Soll man das neue Design nun lieben oder hassen? In jedem Fall rufen die Knit RNR bei vielen ganz andere Bilder im Kopf hervor. Ganz vorne mit dabei: Bananen! Einige Leute vermuten, dass sich die neuen Yeezys von der krummen, gelben Tropenfrucht inspiriert haben lassen.


Foto:

Screenshot - Instagram (https://www.instagram.com/akademiks/)

Andere Assoziationen gehen wiederum in ganz andere Richtungen. Ein Twitter-User schreibt den neuen Sneakern etwa den gewissen Micky Maus-Swag zu. 

Ein äußerst spezifischer, aber dennoch treffender Vergleich stammt von einem anderen Twitter-User, der auf den Ankündigungstweet von Adidas antwortet. Er sieht in dem neuen Yeezy-Modell nichts weiter als die blauen Einweg-Überschuhe, die man aus Krankenhäusern und Arztpraxen gewohnt ist.

Socken wurden ebenfalls des Öfteren als Designvorlage angeführt. Die neuen Schuhe konnten heute exklusiv auf Yeezy Supply bestellt werden, waren jedoch binnen kürzester Zeit ausverkauft. 

Kanye Wests Wirkung auf die Sneaker-Welt

Angefangen mit Nike, ab 2014 mit Adidas an seiner Seite, sind die Yeezys ein Beweisstück dafür, dass Kanye einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Sneaker-Kultur der letzten Jahre hatte. Auch wenn die Reaktionen auf die extravaganten Modelle gerade zu Beginn in eine eher spöttische Richtung abdriften, ahnen viele bereits das Hype-Potenzial hinter dem neuen Yeezy-Drop.

Außerdem ist nicht zu vergessen, dass Kanye der Marke Adidas mit seinen Sneaker-Modellen zu neuem Glanz verholfen hat. Hier kannst du lesen, wieso das so ist:

Wie Adidas mit Kanye West das legendäre Comeback gelang

Adidas ist mittlerweile der Inbegriff einer erfolgreichen Sportmarke. Besonders die Yeezy-Kollektion aus der Zusammenarbeit mit Kanye West sorgt seit ihren Anfängen für großes Aufsehen. Fans sind dazu bereit, vierstellige Summen für ein einziges Teil zu bezahlen. Sie campen tagelang vor den Geschäften und gehen das Risiko ein, mit ihrer Gesundheit zu bezahlen - und der ihrer "Konkurrenz".


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