Nicki Minaj-Wachsfigur bei Madame Tussauds sorgt bei Fans für Entsetzen

Der Berliner Ableger von Madame Tussauds hat gestern eine neue Nicki Minaj-Wachsfigur enthüllt. Die in dem Museum ausgestellten Abbilder von Prominenten sollten dem menschlichen Original eigentlich möglichst nahekommen. Wenn man sich die Reaktionen auf die Nicki-Figur anschaut, ist dieses Ziel deutlich verfehlt worden. Das Urteil der Twitter-Community fällt eindeutig und ziemlich gnadenlos aus.

The Pop Hub on Twitter

Madame Tussauds have unveiled their new Nicki Minaj wax figure in Berlin, Germany.

Nicki Minaj-Wachsfigur sorgt für Empörung: "Rassismus", "schrecklich", "Schande"

Die User haben nahezu alles an der Figur auszusetzen, welche einer Pose aus dem "Anaconda"-Video nachempfunden sein soll. Außer dem Setting und dem Outfit geht hier auch kaum etwas in die richtige Richtung. Viele Beobachter zweifeln an, dass es sich bei der Gestalt überhaupt um den US-Star handelt.

Chocolate Jay on Twitter

Madame Tussaud's Germany is trying to convince the world this is Nicki Minaj Lol

Minnie on Twitter

@TMZ @Ohsoyoudavee It's horrible. How could they reveal this . Shaking my head. This is not what Nicki deserves. What a shame. @NICKIMINAJ

baby hair stan account on Twitter

They did Nicki Minaj real dirty.

G$ on Twitter

@Akademiks That is not Nicki Minaj

#AmINext on Twitter

@OnikaForce @NICKIMINAJ Is this a joke!?

Markiss WHOston on Twitter

Wait... y'all see Nicki Minaj wax figure? I- https://t.co/7IqKbpdBhp

Ein weiterer Anklagepunkt lautet, dass das Abbild von Nicki rassistisch sei. Vorwürfe des "White Washing" werden laut. Die Nachbildung sei "respektlos" und ähnele eher einer weißen Frau als der tatsächlichen Nicki Minaj. Die Person, die das verantwortet habe, müsse sich hinterfragen.

D E W | K A N G on Twitter

I don't know how but that Nicki Minaj wax figure is absolutely racism. https://t.co/qFjk89wyRn

caramelbombshell on Twitter

They got my girl nicki wax figure looking like a white woman https://t.co/uEyvbysoHe

Top Billist on Twitter

I can't stand Nicki... but that wax figure was straight disrespectful

DOM new year chicken on Twitter

As a German I wanna apologize to @NICKIMINAJ im so sorry queen https://t.co/d2bUeJ18br

Jhov on Twitter

@OmgThatsMinn @NICKIMINAJ Like who GAVE THE OK FOR THIS

Außerdem sehe die Figur mehr aus wie andere bekannte US-Influencer. Sie komme beispielsweise einer "verlorenen Clermont Sister" oder einer Mischung aus der Rapperin und Kourtney Kardashian nahe.

Da OG on Twitter

Madame Tussaud really got Nicki Minaj looking like the lost Clermont sister

Punching Bag on Twitter

This looks like a Nicki Minaj and Kourtney Kardashian hybrid https://t.co/PjZ1JV5gl9

Madame Tussauds scheitert erneut an Nicki Minaj-Figur

Verwundern dürfte die wütende Twitter-Meute Madame Tussauds kaum. Die Pose, in der Nicki inszeniert wurde, ist die gleiche, die bereits 2015 für Aufsehen gesorgt hatte. Damals nahmen sich viele Besucher die Zeit, um Fotos mit der Wachs-Nicki nachzustellen, die auf allerlei Schlafzimmerfantasien hindeuten. Madame Tussauds zeigte sich in einem Statement von den "unangebrachten Fotos" überrascht.

Madame Tussauds reagiert auf "unangebrachte Fotos" mit Nickis Wachsfigur

Nachdem das Madame Tussauds in Las Vegas eine Nicki Minaj-Wachsfigur in einer heißen Pose aus dem Anaconda-Video bekommen hat, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit. Einige Leute sind auf die voll kreative Idee gekommen, sich hinter Nicki oder vor ihrem Gesicht in Positionen zu begeben, die in irgendeiner Form den Austausch von Körperflüssigkeiten andeuten.

Die Haltung der Figur ist Jahre später unverändert geblieben. Erneut werden sich wohl Spaßvögel zur interaktiven Auseinandersetzung mit der statischen Nicki Minaj berufen fühlen. Allerdings wirkt es dieses Mal so, als würden die Gesichtszüge noch stärker an der Realität vorbeigehen. Das Wissen um die erste Misere hat offenbar keine größeren Spuren hinterlassen. Eine gewisse Ignoranz kann man dem berühmten Museum nicht absprechen.

ONIKA FORCE on Twitter

Madame Tussauds unveils a Nicki Minaj wax figure in Berlin, Germany (they know damn well that this doesn't look like Nicki)

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Rhein, Main, Berlin: 5 Tipps aus dem Untergrund unter 25.000 Klicks

Rhein, Main, Berlin: 5 Tipps aus dem Untergrund unter 25.000 Klicks

Von Clark Senger am 15.04.2021 - 13:26

 

Es ist eine Weile her, dass wir in einem 5er-Pack einige unserer persönlichen Favorites vorgestellt haben, die nicht in Deutschraps Großraumdisko das Tanzbein schwingen. Während der Mainstream von Erfolg zu Erfolg sprintet und viele langweilt, tummelt sich im Untergrund nach wie vor eine ganze Reihe talentierter Menschen, deren Musik mehr Aufmerksamkeit verdient. Fünf Beispiele bringen wir euch hier näher. Die einzige Regel: Unter 25.000 Klicks bleiben!

 

Binho x Lukees x Jakepot – Beyblade (prod. Jakepot)

Wir starten unsere kleine Reise in Mannheim am Rhein, wo ein gewisser Zonkeymobb behandelt wird, als wär'n sie allesamt Apostel. Dort liefern Binho und Lukees schon seit geraumer Zeit Rap, der gute Technik, Humor und Echtheit unter einen Hut bringt. Frische Punchlines, wilde Reimstrukturen – teils kreuz und quer über komplette Parts verteilt – und ein Ohr für interessante Produzenten.

Ende März erschien die EP "Southside" mit Producer Jakepot, der zuletzt immer wieder mit seiner guten Arbeit im Rhein-Main-Gebiet auf sich aufmerksam machen konnte (Gianni Suave, Para Yok Mob, Rafiki PZK und mehr). Der Gute knallt einem in "Beyblade" direkt ein paar üble Bässe vor den Latz, die gleich zum Einstieg ein vielversprechender Vorbote auf die Boshaftigkeit des Beats sind.

Auf "Southside" geht es soundtechnisch generell eher düster zu, während Luke und Binho sich die Bälle zuspielen und sich gegenseitig mit ihren ganz eigenen Styles ergänzen. In die knackige 8-Minuten-EP sollte man definitiv mal reinhören.

 

Kulturerbe Achim x CGN Untergrund – Oh nää (prod. Priesemut & Jorry)

Wenn wir dem Rhein über Mainz und Koblenz von der "Southside" in Nordwest-Richtung folgen, sehen wir irgendwann zur linken die zwei imposanten Türme des Kölner Doms. Die Stadt am Rhing hat es nicht nur den Lokalpatrioten aus der Südkurve angetan, sondern offenbar auch dem Berliner Kulturerbe Achim. Der fühlt sich nämlich sichtlich wohl zwischen den CGN-Untergrund-Allstars Fresse, Benni Bandito, Lugatti sowie Benyo und Fly von Schälsick.

Auf einem Beat von Priesemut und Jorry mit leckeren UK-Vibes gibt's in Form von "Oh nää" einen abwechslungsreichen, kleinen Possetrack, bei dem die Pumpe ordentlich auf Action kommt. Während Fresse und Benni mit rasanten Flow-Passagen das Tempo anziehen, sorgen beispielsweise Gatti und Fly für andere Akzente. Das Ding ist rough, wuchtig und macht einfach Bock. 

 

Gianni Suave x Jakepot – Newcomer Forever (prod. Jakepot)

Dass Jakepot auch in FFM seine Beats parkt, hatte ich schon bei Lukees und Binho erwähnt. Das kann gleichzeitig modern und ein Kopfnicker sein, wie ihr etwa bei "Newcomer Forever" von Gianni Suave hört – das Verschmelzen unterschiedlicher Ären gehört auch zu den Stärken des Rappers. Der macht dem zweiten Teil seines Künstlernamens ("suave" span. = sanft, geschmeidig) übrigens alle Ehre, wenn er scheinbar maximal zurückgelehnt die Schwächen der schillernden Rapwelt aufzeigt:

"2 Millionen Follows, bist auf Insta bisschen witzig / was machst du mit Power, flexen mit Chayas und Jibbits / meine Vision anders, uns're Vision different / währenddessen zwanzig-zwanzig, halbe Welt ist noch rassistisch"

Nur scheinbar zurückgelehnt? Sí. Was beim Frankfurter allzu leichtfüßig klingt, offenbart dem geübten Ohr eine reimtechnische und lyrische Komplexität, die im sehr runden Vibe fast untergehen könnte. Nach dem Beatswitch bei 1:20 Minuten zeigen sowohl Gianni als auch Jake dann noch eine andere Facette, es wird spürbar aggressiver. Auch das sitzt wie angegossen.

 

Argonautiks – 25 [Meine Welt] (prod. Donnie Bombay)

Part 1

Part 2

 

Die Argonautiks waren schon 2018/2019 Stammgäste in unserer Artikelreihe unter 25.000 Aufrufen. Erfreulich für die Jungs und für deutschsprachigen Rap: Die meisten Videos auf YouTube knacken mittlerweile die 100K oder gehen grade auf diese Marke zu. Erfreulich für diesen Artikel: Zwei der aktuellen Auskopplungen aus dem kommenden Album "Paroli Pop" liegen derzeit bei knapp 3.000 (Part 2) beziehungsweise 11.000 Klicks (Part 1).

Paul Uschta und Timmy Tales blicken in ihren Solotracks "25 (Meine Welt)" – der Titel bezieht sich auf die Linie 25, die die Berliner Innenstadt mit Zehlendorf und Teltow verbindet – unabhängig voneinander auf die Jugendzeit zwischen 2006 und 2010 zurück. Gegelte Frisur und kitschiger Duft. Liebeskummer. Mama schiebt Hass. Breitgeboxte Nasen. Mit Fünfern und Cans in den Taschen irgendwo zwischen S-Bahnhof und Block. Inhaltlich schon mal einer sehr spannende Geschichte.

Auch was den Sound angeht: Argonautiks-Stammproduzent Donnie Bombay liefert den beiden für ihre verschiedenen Perspektiven auf eine ähnliche Zeit die wie immer passenden Beats. Man kann die Liebe zu Detail an allen Ecken raushören. Und was hier raptechnisch passiert, lässt sich schwer in Worte fassen. Ich habe es in unserem Podcast schon einige Male versucht, aber für hier und jetzt müsst ihr nur wissen: Das ist unbeschreiblich dope!

 

Die P – Ein Schritt (prod. TVL)

Und am Ende landen wir doch wieder am Rhein bei Die P. In ihrer Hood 53 werden Realness und ein gewisses Faible für den zeitlosen Vibe der 90er seit jeher groß geschrieben – SSIO und Xatar lassen grüßen. Wo die AON-Jungs eher Richtung Westcoast und G-Funk tendieren, meint man bei der Rapperin eher den Flair des Big Apple herauszuhören. Darauf reduzieren lässt sie sich aber ohnehin nicht.

"Dieses Leben schenkt dir nix, komm erzähl mir nix von Glück / ein Schritt nach vorn', aber zwei Schritte zurück" 

Ihr Debütalbum "3,14" erschien im März und unterstreicht die starke Entwicklung der vielleicht roughsten Rapperin in DE. Anders als der Hustle, den Die P in "Ein Schritt" beschreibt, gab es da zuletzt nur Schritte nach vorne. Es ist gleichzeitig das erste Album, das über das all-female Label 365XX erschienen ist.


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