Nicki Minaj bekräftigt Trumps Vorwürfe der Christenverfolgung in Nigeria bei UN-Rede

Nicki Minaj hat gestern eine Rede vor den Vereinten Nationen in New York gehalten. Genauer gesagt war die eigentlich aus Trinidad stammende Rapperin Teil eines Panel-Talks zu der angeblichen Verfolgung und Tötung von Christen in Nigeria. Kritik dazu gibt es unter anderem auch von Stimmen aus dem westafrikanischen Staat selbst.

Nicki Minaj bei den UN: "Keine Gruppe sollte wegen ihrer Religion verfolgt werden"

In ihrer Rede fordert Nicki Minaj das Einhalten der Religionsfreiheit. Sie sei froh, in einem Land zu leben, wo jeder frei "Gott anbeten" könne, egal, welchen Hintergrund man habe. In Nigeria sollen Christen jedoch - behauptet Nicki Minaj - getötet und sogar Kirchen verbrannt werden. "Keine Gruppe sollte jemals wegen der Ausübung ihrer Religion verfolgt werden", so die "Pink Friday"-Künstlerin bei den Vereinten Nationen. Nicki Minaj unterstreicht auch, dass es ihr nicht darum gehe, die Bevölkerung in Nigeria zu spalten:

"Beim Schutz der Christen in Nigeria geht es nicht darum, Partei zu ergreifen oder Menschen zu spalten. Es geht darum, die Menschheit zu vereinen. Nigeria ist ein wunderschönes Land mit tief verwurzelten Glaubenstraditionen und vielen schönen Barbs [Name der Fans von Nicki Minaj, Anm. d. Red.]."

Während ihres Beitrags bedankt sich die Rapperin jedoch bei niemand Geringerem als dem umstrittenen US-Präsidenten Donald Trump. Der hatte die Situation der Christen in Nigeria zuvor in einem Post auf Truth Social thematisiert. Der Präsident hat das Christentum in Nigeria als "existentiell bedroht" bezeichnet und "radikale Islamisten" dafür verantwortlich gemacht. Trump droht zudem in seinem Post damit, in Nigeria militärisch zu intervenieren, um "diese islamischen Terroristen, die diese schrecklichen Taten begehen, komplett auszulöschen." 

Zuletzt war Nicki Minaj immer wieder mit Support für den aktuellen US-Präsidenten aufgefallen, was von einem Teil ihrer Fans nicht positiv aufgenommen wurde. Laut dem Time-Reporter Eric Cortelessa sei es auch einer von Trumps Beratern gewesen, der die Rede der Rapperin bei den Vereinten Nationen organisiert haben soll.

Berichte aus Nigeria stellen sich gegen Trumps & Nicki Minajs Behauptungen

Einige werfen dem US-Präsidenten und Nicki Minaj jedoch vor, die Wahrheit um die Situation der Christen in Nigeria zu verzerren. Zur Info: In Nigeria wohnen ungefähr 220 Millionen Menschen, fast gleichermaßen aufgeteilt in Christen und Muslime. Nach Angaben des Armed Conflict Location & Event Data Project und des Council on Foreign Relations machen christliche Opfer bei religiös motivierten Gewalttaten in Nigeria nur einen vergleichsweise kleinen Teil der registrierten Angriffe aus. Im Norden des Landes seien meist Muslime die Opfer von gezielter Gewalt.

Joseph Hayab, ein ehemaliger Vorsitzender der Christlichen Vereinigung Nigerias in der Region Kaduna, verneint gegenüber der Associated Press einen angeblichen "christlichen Genozid". Es seien zwar über die Jahre tausende von Christen getötet worden, im Vergleich zu früher sei die Situation jedoch nie besser gewesen. Der nigerianische Konfliktforscher und Menschenrechtsanwalt Bulama Bukarti bezeichnet die Gewalt in seiner Heimat in einem Bericht von ABC News als "wahllos". Die Attacken würden sich sowohl gegen staatliche Institutionen als auch gegen Zivilistengruppen jeder Glaubensrichtung richten. "Im Wesentlichen handelt es sich um einen Krieg gegen Nigeria", fasst Bukarti zusammen.

Auch die nigerianische Regierung stellt sich gegen die Behauptungen von Trump und Nicki Minaj. Ein Regierungssprecher gibt gegenüber Al Jazeera an, dass in jeder Region Nigerias Christen und Muslime Seite an Seite miteinander leben würden. Konflikte würden meist eher durch ethnische Rivalitäten, Dispute um Land und Kriminalität entstehen.

Während laut ABC News im Nordosten Nigerias vor allem radikalislamische Gruppierungen wie Boko Haram Menschengruppen attackieren, seien im Nordwesten und in zentralen Regionen Nigerias vor allem ausufernde Konflikte zwischen Farmern und Nomadengruppen um fehlende Ressourcen und von kriminellen Gangs ausgehende Gewalt das Problem. Die Gangs seien vor allem an Geld interessiert und würden Menschen kidnappen, um dann ein hohes Lösegeld zu kassieren.

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