Neues GEMA-Urteil: Mehr Geld für Künstler, weniger für Verlage

Bei der GEMA ändert sich einiges: Wie das Berliner Kammergericht vorgestern entschieden hat, können Musikverlage nun nicht mehr einfach so von der Arbeit der Komponisten und Texter profitieren.

Soll heißen: die Verleger erhalten nicht mehr wie bisher automatisch zwischen 33 % und 40 % der GEMA-Einnahmen. Die Kläger und Musiker Bruno Gert Kramm sowie Stefan Ackermann haben vor Gericht Recht bekommen.

Sie hatten argumentiert, dass eine pauschale Vergütung der Musikverlage im digitalen Zeitalter schlichtweg obsolet und nicht mehr zeitgemäß sei. Den Urhebern würden so wichtige Einnahmen verloren gehen, die die GEMA unrechtmäßig von den Ausschüttungen abziehe und an die Musikverlage abgebe.

Außerdem habe sich die Rolle der Verlage sowieso grundlegend verändert, unter anderem weil nur noch die Wenigsten Noten und Texte abdrucken würden. Die ursprünglich als Investitionsschutz gedachte Abgabe habe sich zu einem veralteten, überkommenen Relikt entwickelt, das überflüssig sei.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die GEMA selbst in Zukunft weiterentwickelt. Durch die Entscheidung muss sich die GEMA eventuell auch strukturell umorientieren, in den Medien ist teilweise sogar vom Ende der GEMA, wie wir sie kennen, die Rede.

Das Urteil erfolgte in letzter Instanz, ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Es könnte außerdem dazu kommen, dass die GEMA die unrechtmäßig abgezogenen Verlegeranteile an die Urheber zurückerstatten muss, wobei es sich um immense Summeln handeln dürfte. 

Hier findest du die entsprechende Mitteilung dazu von der GEMA selbst:

Kammergericht entscheidet gegen Verlegerbeteiligung in der GEMA

Das Kammergericht in Berlin hat am 14. November 2016 entschieden, dass die GEMA ihre Musikverleger nicht mehr wie bisher an den Einnahmen beteiligen darf. Die GEMA vertritt jedoch weiterhin die Auffassung, dass Urheber und Verleger an den Ausschüttungen von Verwertungsgesellschaften partizipieren sollen, wenn ein Urheber dies mit seinem Verlag vereinbart.

Mehr zur GEMA und der kürzlich erfolgten Einigung mit YouTube:

YouTube und GEMA: Wieso der Deal nicht so cool ist, wie du denkst

YouTube und die GEMA haben sich nach jahrelangem Rechtsstreit außergerichtlich geeinigt: Die Sperrtafeln vor unzähligen Musikvideos gehören seit gestern der Vergangenheit an. Aber natürlich finden den Deal nicht alle toll - und das völlig zu recht. Gestern habe ich die Einigung selbst noch als Meilenstein bezeichnet, was aus Sicht der Konsumenten natürlich auch immer noch stimmt.

Nach dem großen GEMA-Deal: Fler mit Seitenhieb gegen Rap-Kollegen

Vor einer Woche verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer: Die GEMA und YouTube haben sich geeinigt. Gesperrte Musikvideos gehören der Vergangenheit an und die Künstler werden entlohnt. Fler äußerte sich prompt via Twitter und legte einige Tage später nach.

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Kollegah soll 100.000 € für Jigzaw-Line bezahlen

Kollegah soll 100.000 € für Jigzaw-Line bezahlen

Von Till Hesterbrink am 03.06.2020 - 13:25

Als Kollegah im Sommer 2018 für Jigzaw die 40.000 € Kaution hinterlegte, zahlte er diese nach eigenen Angaben mal eben aus der Portokasse. Jetzt soll das Alpha Music Empire Oberhaupt weitere 100.000 € auf den Tisch legen: Diesmal geht das Geld an die Töchter der Geissen Familie.

100.000 € von Kollegah an die Geissens: Verletzung der Persönlichkeitsrechte

Bereits im November letzten Jahres hatte das Landgericht in Mannheim den Rapper zu dieser Zahlung verurteilt, nun folgte die Urteilsbegründung. An die Töchter Davina und Shania müssen jeweils 50.000 € gezahlt werden. Der Grund ist eine schwerwiegende Verletzung des Persönlichkeitsrechts der Geissen-Töchter, im Song „Medusablick“ von Jigzaws Album „Post Mortem“. In der Line beschrieb Jigzaw – laut Gericht jenseits der Grenzen der Kunstfreiheit – was er mit den Geissen-Töchtern an deren 18. Geburtstag anstellen würde. Im Prinzip war die Zeile eine Vergewaltigungsfantasie gegenüber Minderjährigen. Die Line ist mittlerweile vom Song entfernt worden.

Kollegah will das Urteil noch nicht akzeptieren

Alpha Music Empire und Kollegah haben schon Revision eingelegt, sodass der Gerichtsstreit nun in die nächste Instanz vor das Oberlandesgericht in Karlsruhe geht. Die Geissens planen trotzdem schon mit dem Geld und verrieten, was mit den jeweils 50.000 € geschehen soll. Das Geld soll in Aktien angelegt werden, um den Töchtern zum 18. Geburtstag ein Auto zu kaufen.

In einer bereits gelöschten Story wünscht der selbsternannte Gönnjamin den beiden Töchtern: "Viel Spaß mit den neuen Wagen und allzeit gute Fahrt".

Für Kollegah ist es allerdings nichts Neues, dass ihn seine Singnings einiges an Geld kosten. Das Lehrgeld, welches er für Jigzaw gezahlt hat, erreicht trotz dieser Strafe immer noch nicht Gent-Level. Dieser hatte damals nach eigenen Angaben einen 400.000 € Vorschuss bezogen, chartete dann jedoch bloß auf Platz 30.


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