nicki_minaj_screen_only_800_2014.jpg

Für ihr aktuelles Lyric-Video zu dem Track Only, mit Chris Brown und Lil Wayne erntet Nicki Minaj massig Kritik. Man wirft ihr Anspielungen auf den Nationalsozialismus vor.

Das Video besteht ausschließlich aus Grafiken, die in den Farben schwarz, grau und rot gehalten sind. Es werden Bilder mit aneinander gereihten Panzern gezeigt, die vor einem klassizistischen Herrschaftsgebäude stehen, auf dessen Treppe in der Mitte eine Nicki Minaj Zeichentrickfigur tront und mit Senften befächert wird. 

Via Twitter ließ Minaj ihre Fans wissen, das Video sei inspiriert von einem Cartoon namens Metalocalypse und Sin City. Weiterhin erklärte sie, dass beide, der Produzent und die Person, die das Video zuletzt kontrolliert habe, jüdischen Glaubens seien.

Sie selbst habe das Konzept nicht entworfen. Allerdings täte es ihr sehr leid und sie übernehme die volle Verantwortung, falls sich jemand angegriffen fühle. Sie würde niemals Nationalsozialismus in ihrer Kunst billigen.

"I didn't come up w/the concept, but I'm very sorry & take full responsibility if it has offended anyone. I'd never condone Nazism in my art."

Nun meldete sich auch der Regisseur des Videos zu Wort. Zunächst stellte er klar, dass es um seine persönliche Meinung und nicht um die von Nicki Minaj, Drake, Lil Wayne, Chris Brown oder Young Money gehe. Er wolle sich nicht für seine Arbeit entschuldigen. Sowohl die Flaggen als auch die Armbinden und Gasmasken würden den Nationalsozialismus repräsentieren.

Allerdings sei die Mehrheit der Modelle und Symbole amerikanisch. Als Erklärung führte er an, es sei wichtig, jüngere Generationen an die Greueltaten vergangener Tage zu erinnern, um zu verhindern, dass solche In Zukunft wieder passieren. Der effektivste Weg, um mit Menschen zu kommunizieren sei heutzutage Social Media oder die Popkultur.

Before I start, be clear that these are my personal views and not the views of Nicki Minaj, Drake, Lil Wayne, Chris Brown, or Young Money. First, I’m not apologizing for my work, nor will I dodge the immediate question. The flags, armbands, and gas mask (and perhaps my use of symmetry?) are all representative of Nazism. But a majority of the recognizable models/symbols are American: MQ9 Reaper Drone, F22 Raptor, Sidewinder missile, security cameras, M60, SWAT uniform, General’s uniform, the Supreme court, and the Lincoln Memorial. What’s also American is the 1st Amendment, which I’ve unexpectedly succeeded in showing how we willfully squeeze ourselves out of that right every day. Despite the fact heavy religious and economic themes were glossed over, there’s also Russian T-90 tanks, Belgian FN FAL, German mp5 (not manufactured until 1966), an Italian Ferrari, and a Vatican Pope. As far as an explanation, I think its actually important to remind younger generations of atrocities that occurred in the past as a way to prevent them from happening in the future.  And the most effective way of connecting with people today is through social media and pop culture. So if my work is misinterpreted because it’s not a sappy tearjerker, sorry I’m not sorry. What else is trending?


nicki_minaj_screen2_video_only_800_2014.png
nicki_minaj_screen2_video_only_800_2014.png

nicki_minaj_screen3_video_only_800_2014.png
nicki_minaj_screen3_video_only_800_2014.png

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack powered by Hiphop.de

Deine Deutschrap-Playlist powered by Hiphop.de, immer mit den aktuellsten Tracks der deutschen Hip-Hop Szene! Cover: ERRDEKA

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Jamule entschuldigt sich nach rassistischen Aussagen

Jamule entschuldigt sich nach rassistischen Aussagen

Von Till Hesterbrink am 30.08.2020 - 16:12

Der Life is Pain-Rapper Jamule zog in den letzten Tagen viel Aufmerksamkeit auf sich, da ein Video mit anscheinend rassistischem Inhalt herumging. Nun äußerte der Duisburger sich in einem Statement auf Instagram zu dem kurzen Clip und entschuldigt sich.

"So langweilig, nur Schwarze": Privates Video von Jamule veröffentlicht

Ein scheinbar privates Video von Jamule zeigt, wie er sich wohl beim Besuch eines Konzertes filmt. Dies scheint ihm jedoch nicht zuzusagen. Es sei dort langweilig, alle anderen Anwesenden seien "nur Schwarze. Alle Schwarz." In den sozialen Netzwerken kursiert die Aufnahme bereits seit ein paar Tagen. Manuellsen bekam diese wohl auch in die Hände, denn er postete auf Instagram ein Bild von Jamules neuem Song "Unterwegs" und schrieb dazu:

"Mashallah African Vibes. Nur Schade das du garnicht auf Schwarze stehst. Aber unsere Musik ist nice genug ne...?" [sic!]

Gestern postete Manuellsen dann das ganze Video auch noch mal in seiner Story, nachdem nicht jeder verstand, warum er Jamule so angegangen hatte. Angeblich soll das Konzert mit der "langweiligen" Crowd, eine Auftritt des nigerianischen Dancehall-Künstlers Burna Boy gewesen sein. Diese Behauptungen sind jedoch nicht bestätigt. Wer das Video ursprünglich leakte, ist unklar.

Auch andere Deutschrapper*innen zeigten sich sauer und enttäuscht von dem 23-Jährigen. Nura beispielsweise erklärte in ihrer Insta-Story, dass man nicht abwarten müsse, dass Jamules Management die Aussagen in ein anderes Licht rücken würde. Es gäbe daran nichts falsch zu verstehen und Jamule sei "cancelled".

Der Hamburger Kwam.E hielt in seiner Insta-Story fest, dass er das Verhalten von Jamule in keiner Weise lustig findet und jeder, der darin etwas Humoristisches finden würde, ihm entfolgen solle.

"Jeder der das lustig fand, ist nicht cool mit mir. [...] Ihr seid alle B*starde. Das ist nicht lustig."

Entschuldigung von Jamule auf Instagram

Jamule veröffentlichte derweil ein relativ kurzes Statement auf Insta, welches wohl als Entschuldigung für das Video aufgefasst werden kann. In diesem beteuerte er, dass ihm seine Aussagen sehr leidtun würden. Er sei multikulturell aufgewachsen und diskriminiere rassistisches Gedankengut. Auch lässt er am Ende anklingen, dass der besagte Clip aus dem Kontext gerissen worden sei.

Bei einigen Rapkollegen findet diese Entschuldigung offenbar Anklang. Nimo, Eno, Kitschkrieg, Miksu, Jamules Labelchef PA Sports und weitere Personen drücken ihren Support aus. Die Kommentarfunktion für den Beitrag ist allerdings beschränkt, sodass negative Reaktionen dort kaum stattfinden können.

Der Produzent Miksu schreibt:

"Wer dich kennt, weiß wie du wirklich denkst" [sic!]



Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an


Es fällt mir echt schwer die richtigen Worte zu finden. Mir tut dieses Video einfach nur unfassbar leid. Ihr müsst meine Entschuldigung nicht annehmen, aber ich würde mich freuen wenn ihr mir glaubt, dass ich es aufrichtig meine. Ich diskriminiere rassistisches Gedankengut und schäme mich zutiefst für diese Art von Geschmacklosigkeit. Ich bin multikulturell aufgewachsen und höre schwarze Musik, arbeite mit schwarzen Musikern und schau seitdem ich ein Kind bin zu schwarzen Artists auf und darauf bin ich stolz ! Der Name Jamule sollte immer für positive Vibes und anspruchsvolle Kunst stehen. Mir ist bewusst geworden, dass ich als Person des öffentlichen Lebens große Verantwortung in meiner Wortwahl habe auch wenn sie aus dem Kontext gerissen wird. Verzeiht mir ONE LOVE

Ein Beitrag geteilt von N I N I O (@jamule) am

Auch angeblicher Chatverlauf geleakt

Zusätzlich zu dem aufgetauchten Video geht auch ein Chatverlauf herum, der angeblich ein Gespräch mit einem von Jamule geführten Instagram Fake-Account zeigen soll. Der Account trägt den Namen "Nutte40".

Aus dem Gespräch lässt sich erahnen, dass der vermeintliche Jamule sich mit einer anderen Person über eine Verflossene unterhält. Diese wolle nach Angaben des Gegenübers Abstand und in Ruhe gelassen werden. Nutte40 bezweifelt dies und vermutet, dass sie einfach mit anderen Personen ins Bett steigen möchte. Diese anderen Personen sollen "Nuggets" sein, was wohl auf die Autokorrektur zurückzuführen ist. Um deutlich zu machen, was er meint, "verbessert" sich der Textende und korrigiert Nuggets zum N-Wort.

Für die Echtheit der Screenshots und Jamules Urheberschaft gibt es allerdings – anders als beim Video, zu dem Jamule in seinem Statement keinen einordnenden Kontext liefert – keinerlei Beweise.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)