Unter Polizeischutz: "Nazi Kiez"-Graffiti in Dortmund übermalt

Dortmund hat ein Nazi-Problem: In Dorstfeld können Neonazis offenbar ganz offen ihren Hass auf Andersdenkende und anders Aussehende ausleben. Das geht so weit, dass sie schwarz-weiß-rote Fahnen hissen und ein ganzes Viertel per Graffiti zu ihrem "Nazi Kiez" erklären. Immerhin: Die Nazi-Schmierereien wurden jetzt endlich übermalt – unter Polizeischutz. An deren Stelle prangt jetzt der Schriftzug "Our Colours Are Beautiful".

Graffiti gegen Rechts: "Nazi Kiez"-Schriftzug in Dortmund ist Geschichte

Es geschieht nicht alle Tage, dass Polizisten dabei helfen, Graffiti anzubringen. Beziehungsweise nicht gegen die Writer vorgehen, sondern sie auch noch beschützen. Aber das war wohl extrem notwendig, zum Schutz der Künstler, die anonym bleiben wollen, wurde auch noch eine behelfsmäßige Wand aufgebaut.

dap on Twitter

In Dortmund-Dorstfeld werden aktuell die berühmten „Nazi-Kiez"-Graffitis entfernt. Auch NRWs Innenminister Reul ist vor Ort um sich ein Bild von der Lage zu machen. #nonazisdo #dortmund

Der Straßenzug in Dortmund-Dorstfeld befindet sich zwar offensichtlich immer noch fest in der Hand der Rechtsradikalen ("die wohnen gegenüber"), aber immerhin gibt es jetzt das Graffiti nicht mehr, mit dem sie ihr Revier zusätzlich markiert haben. Wir sind zwar gespannt, wie lange sich das Ganze hält, begrüßen die Bemühungen aber natürlich.

dap on Twitter

Seit heute Mittag sind die Arbeiten der Künstler*innen abgeschlossen. Statt „Nazi Kiez" ziert jetzt ein „Our colours are beautiful"-Schriftzug die Emscherstraße in Dortmund-Dorstfeld.

Null Toleranz für Neonazis? NRW-Innenminister lobt neues Graffiti

Die Aktion wurde nicht nur von der Polizei, sondern natürlich auch von Presse und Politik begleitet. Laut dem WDR gibt der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange das folgende, etwas überraschend wirkende Statement ab.

"Wir werden auch in Zukunft alle Pläne durchkreuzen, in Dorstfeld oder anderswo einen Raum der Bedrohung und Einschüchterung zu schaffen."

Der NRW-Innenminister Herbert Reul erklärt:

"Man darf Neo-Nazis keinen Millimeter Platz lassen. Deshalb ist es eine tolle Sache, dass sich die Bürgerinnen und Bürger, die Stadt und die Polizei gemeinsam gegen die rassistischen Hetzer stellen und deren widerliche Schmierereien entfernen."

Hier kannst du dir auch noch ein Video von der Aktion anschauen:

Unter Polizeischutz: Künstler übermalen Neonazi-Graffiti in Dortmund - Kunstwerk statt extremistischer Schmiererei

Graffiti werden übermalt Gemeinsame Aktion von Stadt, Polizei, Künstlern Innenminister Reul: "Neo-Nazis keinen Millimeter Platz lassen." Polizei, Stadt, Künstler und engagierte Bürger haben am Freitag (06.09.2019) in Dortmund eine Aktion gegen Neonazis gestartet. Auf dem sogenannten "Nazi-Kiez", einem Straßenzug im Stadtteil Dorstfeld, wurden Graffiti der Rechtsextremisten an Häuserwänden übermalt.

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack powered by Hiphop.de

Deine Deutschrap-Playlist powered by Hiphop.de, immer mit den aktuellsten Tracks der deutschen Hip-Hop Szene! Cover: ERRDEKA

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Stadt Dortmund will Xavier Naidoo-Konzert verhindern

Stadt Dortmund will Xavier Naidoo-Konzert verhindern

Von HHRedaktion am 25.04.2020 - 13:05

Xavier Naidoos Verbindungen zu Rechten, Verschwörungstheoretikern und rechten Verschwörungstheoretikern haben nun offenbar Auswirkungen auf sein Live-Geschäft. Die Stadt Dortmund prüft aktuell die Absage eines geplanten Konzerts. Ein Auftritt Naidoos sei "nicht vereinbar" mit dem "Charakter einer weltoffenen, vielfältigen und toleranten Stadt", heißt es in einer Mitteilung.

Stadt Dortmund will mit Xavier Naidoo nichts zu tun haben

Xavier Naidoo habe "wiederholt öffentliche Äußerungen mit rassistischer und antidemokratischer Tendenz getätigt". Seine Wiedergabe von "Verschwörungstheorien mit teils antisemitischen Bezügen" und die "Kontakte zur identitären Bewegung" schaffen für die Politik eindeutige Verhältnisse. Xavier Naidoo soll nicht ohne Weiteres seinem Live-Geschäft nachgehen können. Der Dortmunder Oberbürgermeister zeigt an dieser Stelle klare Kante:

"Wir wollen Xavier Naidoo nicht in unserer Stadt und auch nicht jene Anhänger seiner Musik, die seine Positionen teilen."

Weiterhin führt er aus, dass die Agenda des Mannheimer Sängers nicht mit den Werten der Stadt einhergehe: "Xavier Naidoo und seine Äußerungen passen nicht hierher."

Kool Savas mit emotionalem Statement zu Xavier Naidoo

Von HHRedaktion am 22.04.2020 - 15:31 Jedes Mal, wenn wir über Xavier Naidoo s neue Ausflüge in den braunen Sumpf berichten, sterben wir anschließend mehrere Tode beim Blick in die Kommentarspalten. Er hat ja vor hundert Jahren mal die Hook in einem Anti-Nazi-Song gesungen, selbst eine dunklere Hautfarbe und könnte daher doch gar nicht rechts sein, sind sich manche Rapfans einig.

Das Konzert von Xavier Naidoo ist für den 5. September im Dortmunder Westfalenpark angesetzt. Aktuell sei die Stadt Dortmund im Austausch mit dem zuständigen Veranstalter. Man prüfe, wie sich eine Absage am besten regeln lasse. Die Hoffnungen liegen darauf, dass die Meinungen zu Xavier Naidoo nicht auseinander gehen. Aufgrund der schlecht vorhersagbaren Corona-Situation ist es auch nicht ausgeschlossen, dass eine solche Veranstaltung sowieso nicht stattfinden darf – unabhängig von Xavier Naidoos Weltsicht.

Corona bedroht die Live-Kultur: Alternativen & Support-Möglichkeiten

Die Corona-Krise crasht den Festivalsommer. Aber nicht nur das: Bis Ende August sind alle großen Veranstaltungen abgesagt. Damit ist die Pandemie gleichzeitig eine Krise für die komplette Live-Musik und trifft damit natürlich auch Rapper. Jetzt stellt sich die Frage: Wird das alles wieder irgendwann normal?


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)

Register Now!