Nach über 45 Jahren: Musikpionier wird für DAS Sample schlechthin entlohnt

Besser ein spätes Happy End als gar keins! Richard L. Spencer, ehemals Sänger der Funk- und Soul-Band The Winstons, hat dieses Jahr 24.000 Pfund für eine Songstelle von 1969 bekommen, die seitdem tausendfach gesampled wurde.

Die Story hinter dem Amen Break, einige Beispiele für Rap-Songs, die mit dem Sample arbeiten, und das Original haben wir hier zusammengetragen. Das Geld wurde per Crowdfunding bereits im März gesammelt, aber erst jetzt ging das Video online, in dem Spencer sich für einen "großartigen Beitrag zu seinem Leben" bedankt.

Für Gregory C. Coleman, den Schlagzeuger der Winstons, um dessen Drums-Solo es sich bei dem Sample handelt, kommt das Geld zu spät. Er ist angeblich vor einigen Jahren als Obdachloser gestorben.

Firstly, sorry for the delay in updating this! It has taken some time to tie everything up, and to cut a long story...

Posted by The Winstons Amen Breakbeat Gesture on Dienstag, 10. November 2015

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Kommentare

Schön das in keinem Ton erwähnt wird, das aus diesem Sample der komplette Jungle/ Drum and Bass entstanden ist. Ich glaube Hip Hop nutzt dieses Sample dagegen nur zu einen Bruchteil. Frohe neues Jahr und so....

Yo Peter, hatten schon einen ausführlicheren Artikel, den ich verlinkt hab ;-) einfach hier klicken

CHIEF TEXTREDAKTION

Deshalb sollte man sich auch das Video darunter anschauen, vor allem ab 5 Minuten oder etwas früher schon

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Moses Pelham vs. Kraftwerk: Ende im Sampling-Streit absehbar

Moses Pelham vs. Kraftwerk: Ende im Sampling-Streit absehbar

Von Michael Rubach am 30.04.2020 - 16:55

Die juristische Auseinandersetzung zwischen Moses Pelham und Kraftwerk um die Verwendung eines zweisekündigen Stücks Musik ist um ein Kapitel reicher. Der Bundesgerichtshof entschied nun zu Gunsten von Moses Pelham. Das heißt: Es war rechtens, als er 1997 ungefragt ein Fragment des Kraftwerk Songs "Metall auf Metall" für den Sabrina Setlur-Track "Nur mir" verwendete. Das Sampling sei von der Kunstfreiheit gedeckt gewesen. Dennoch wird das Urteil auch als Teilerfolg für Kraftwerk gedeutet.

Moses Pelham bekommt recht, aber ...

Moses Pelham hat nur für einen Zeitabschnitt recht bekommen. Seit 2002 gelte eine neue EU-Richtlinie, die das vorher als rechtmäßig eingestufte Sampling wieder ausschließt. Samplen ohne eingeholte Zustimmung soll demnach nur erlaubt sein, wenn der ursprüngliche Musikausschnitt für den durschnittlichen Hörer oder die durchschnittliche Hörerin nicht wiedererkennbar ist. Dies sei bei dem Track von Sabrina Setlur nach Ansicht der Karlsruher Richter jedoch nicht so. Hier könne man weiterhin Kraftwerks "Metall auf Metall" ausmachen. Der Anwalt von Kraftwerk sieht laut General Anzeiger die Rechtssprechung auf seiner Seite:

"Insoweit liegt ein klarer Sieg für alle kreativen und rechtschaffenen Urheber vor."

Das Urteil ist offenbar nur ein weiteres in diesem über 20 Jahre andauernden Konflikt. Es müsse nun geprüft werden, ob nach 2002 noch Tonträger mit dem Sabrina Setlur-Song produziert wurden. Das Oberlandesgericht in Hamburg ist die nachfolgende Rechtsinstanz, die sich mit dem Fall befassen wird. Damit geht der Rechtsstreit wieder dorthin, wo er einst begonnen hat. In Hamburg reichten Kraftwerk nämlich 1999 eine Klage auf Schadensersatz und Unterlassung ein.

Im Juli 2019 trafen Kraftwerk und Moses Pelham vor dem Europäischen Gerichtshof aufeinander. Das Urteil besagte, das Sampling ohne Lizenz nur unter bestimmten Rahmenbedingungen legal sei. Auch dort wurde es als maßgeblich eingestuft, inwieweit eine gesampelte Tonsequenz letztendlich mit dem Original zu tun hat.

Moses Pelham vs. Kraftwerk: Europäischer Gerichtshof fällt Grundsatzurteil für Hiphop

Der Rechtsstreit zwischen Moses Pelham und Kraftwerk über die Verwendung eines zweisekündigen Stücks Musik tobt seit circa 20 Jahren. Nun hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) ein Grundsatzurteil gesprochen und Sampling ohne Lizenz unter gewissen Bedingungen für legal erklärt. Ist es zulässig Musik zu kopieren, um etwas Neues daraus zu erschaffen?

Ein möglicher Urteilsspruch zu Ungunsten des Samplings, könnte "die Schaffung von Musikstücken einer bestimmten Stilrichtung praktisch ausschließen", sagte der ehemalige Vize-Präsident des Bundesverfassungs-Gerichts einst im Zuge des Verfahrens 2016. Ob es soweit kommt, muss nun mindestens ein weiterer Prozess klären. Die Tagesschau mutmaßt bereits, dass sich am "wesentlichen Ergebnis" nichts ändern werde.


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