MC Bogy & Prinz Pi beseitigen ihre Differenzen

Die Misstöne zwischen MC Bogy und Prinz Pi sind bereinigt. Nachdem der Atzenkeeper sich in den letzten Wochen von Prinz Pi im Buch "Könnt ihr uns hören?" falsch dargestellt fühlte, haben die beiden Urgesteine der Berliner Rapszene ihre Differenzen aus dem Weg geräumt. 

Ein gemeinsam entstandenes Foto, das die beiden auf ihren Instagram-Profilen gepostet haben, besiegelt den Schulterschluss. Prinz Pi hat das Bild mit einem "Peace in the Middle East" versehen. Bogy lässt unter seinem Foto wissen, dass es "Nur Liebe in Westberlin...." gibt. 

Anlass für die Spannungen zwischen MC Bogy und Prinz Pi waren Aussagen von letzterem, die laut Bogy so nicht stimmten. Im Buch "Könnt ihr uns hören?" von den Journalisten Jan Wehn und Davide Bortot erzählt Pi scheinbar von früheren Gang-Fights in Berlin: 

"Ich erinnere mich an zwei Schlachten in Berlin-Mitte, bei denen wir uns richtig krass mit denen geprügelt haben. Ich weiß noch, wie ich Pflastersteine auf Bogy geschmissen und er irgendetwas auf mich geschossen hat." 

Für Bogy war diese Anekdote haltlos, woraufhin er Prinz Pi als "Prinz P*ssy" bezeichnete und ihn der Lüge bezichtigte. 

Ebenfalls auf dem Foto befindet sich Basstard. Dieser hatte sogar im Anschluss an die Vorwürfe von MC Bogy in Richtung Prinz Pi mit "Keine Liebe" eine Art Abrechnung an Pi veröffentlicht. Darin machte Basstard seiner menschlischen Enttäuschung gegenüber Prinz Pi Luft. Der Track wurde inzwischen gelöscht, worauf Basstard in seinem Statement zu der ganzen Angelegenheit in humorvoller Art und Weise eingeht:

"So einfach geht das! Wir sind nun mal ein paar schicke Accessoires und Friedrich hat uns zum essen eingeladen und uns danach mit seinem Ferrari in unsere Sozialwohnungen zurück gebracht. Beeilt euch mit dem download, der Song geht gleich off!"[sic!] 

Eine Reise durch Berlin mit Prinz Pi hat zuletzt auch Toxik unternommen. In unserem neuen Format "Zeitreise" kannst du dir das Ergebnis anschauen: 

Aus der Bonzengegend in den Bunker - Prinz Pi Zeitreise powered by KIA ProCeed

Für unser neues Format hat Toxik Prinz Pi in Berlin besucht. Beim Trip durch die prägenden Viertel seines Lebens ist mehr herausgekommen als ein Interview über Pis Weg von einem Jungen aus Zehlendorf zu einem Künstler, der mit seiner Musik schon Hunderttausende berührt hat.

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Disstracks im Generationskonflikt: Stormzy antwortet UK-Legende Wiley

Disstracks im Generationskonflikt: Stormzy antwortet UK-Legende Wiley

Von Michael Rubach am 06.01.2020 - 17:34

Mit Stormzy und Wiley sind zwei der größten Player in der Grime-Szene gerade nicht gut aufeinander zu sprechen. Und statt es komplett in einem nicht enden wollenden Social-Media-Gezanke auszutragen, liefern die Kontrahenten nun Disstracks ab.

Für Wiley ist Stormzy "schlimmer als Ed Sheeran"

Nachdem sich die Konfrontation auf Twitter anbahnte, ist Wiley der Erste, der mit einem Track aus der Deckung kommt. Auf "Eediyat Skengman (Stormzy Send)" bezeichnet er sich als "Heavyweight Champ" des Grimes und wirft seinem Gegner vor, sich an der Kultur hochgezogen haben. Singles mit Popstars wie Ed Sheeran würden Grime schaden.

"You never cared about grime, you just used it / Worse than Ed with your watered down music"

Außerdem kopiere Stormzy den Stil von Wiley. Der gerne als "Godfather Of Grime" betitelte Rapper verlangt in seinem Track nach Bars von seinem Gegenspieler. Um an dieses Ziel zu gelangen, tut er etwas, was in Rapperkreisen oft weniger gut ankommt: Er bringt die Partnerin beziehungsweise die Ex-Partnerin ins Spiel. Wiley ziert sich nicht, den Namen von Stormzys Ex Maya Jama zu benutzen. Es sei aber alles "cool". Das Namedropping im Song ist hier bloße Provokation.

Stormzy kontert mit "Disappointed"

Stormzy entgegnet dem lyrischen Angriff weniger als 24 Stunden später sogar mit einem Video. Mit einem Getränk in der Hand rappt er sich seine Enttäuschung über Wileys Verhalten von der Seele und macht klar, dass er das Aushängeschild des aktuellen UK-Raps ist. Das Einzige, was seine Präsenz 2019 überstiegen hätte, sei der Brexit gewesen.

"I’m so big that the only thing bigger than me last year was brexit"

Der Streit ist auch ein Generationskonflikt. Stormzy ist 26. Wiley wird bald 41. Der jüngere MC unterstellt seinem Battle-Gegner, Todessehnsucht zu haben.

"Free smoke, so come get this (Woo) / Disrespect, we don't tek this (Ah) / The old man's got a death wish (Ah) / Old man, you'll regret this / Alright then, challenge accepted / Smoke on sight from the bruddas I step with"

Ohne Social-Media-Reiberein ging das Ganze wie erwähnt auch nicht über die Bühne. Die berühmt berüchtigten "Twitter Fingers" waren im Vorfeld auf Anschlag und beide Artists hielten sich nicht mit Beleidigungen zurück. Wiley kritisierte seinen Kontrahenten zum Beispiel dafür, Jay-Z keinen Platz auf dem Song mit Ed Sheeran eingeräumt zu haben. Stormzy kontert in seinem Track, dass sich Wiley davor hüten solle, Jay-Zs Namen in den Mund zu nehmen.

"You cr*ckhead c*nt, don't know no killers / Don't mention J 'cause you ain't no jigga / Mention my name for the clout, go figure/ Know the n*ggas from the south so realer"

Zum Schluss von "Disappointed" krönt sich Stormzy noch selbst zum amtierenden "King of Grime" und erhebt sich so über Wiley. Über das nicht zustandegekommene Jay-Z-Feature hat sich Stormzy übrigens kürzlich mit Aria bei uns im Interview unterhalten.

STORMZY talks pressure, Banksy, JAY-Z and God-given purpose with Aria Nejati

Der König von England ließ sich 2019 nicht auf einem Thron finden, sondern in den Metropolis Studios in London: Stormzy hat dieses Jahr die Krone des Grime aufgesetzt bekommen, und die wiegt einiges: Mit seinem Albumtitel "Heavy Is The Head" bezieht er sich auf Shakespeares berühmtes Zitat.

Ironischerweise befindet sich auf Stormzys aktuellem Album "Heavy Is The Head" noch eine musikalische Respektsbekundung für Wiley. Auf "Wiley Flow" zollt er der Grime-Legende Tribut. Der Gelobte kann damit offensichtlich wenig anfangen und greift den Track in seinem Diss auf. Wiley betrachtet den Song keinesfalls als eine Art Huldigung, sondern erkennt nur eine weitere Kopie seines eigenen Schaffens.

"These bumbaclat flows I'm hearing are all my ones (Mine) / It's not homage, looking like a sly one"


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