Ssynics Kritik & Kollegahs Reaktion zum kontroversen Alpha Royale Finale

Das Finale des Battle-Turniers Alpha Royale von Toptier Takeover und Kollegah sorgt, seit es vor fünf Tagen auf YouTube gestellt wurde, für jede Menge Kontroversen unter allen Beteiligten. In der Endrunde des Battlerap-Wettbewerbs lieferten sich Ssynic und Meidi (ehemals Mighty Mo) einen offenen Schlagabtausch.

Update: Hier geht es zu unserem Interview mit Tierstar

Ssynic vs. Meidi im Toptier Royale Finale: Battle um ein Release bei Alpha [Video]

Zwei Monate lang hielten die Jungs von Toptier Takeover das Finale des Turniers Toptier Royale in Zusammenarbeit mit Kollegah im PPV-Modus. Jetzt ist das Duell zwischen Meidi und Ssynic online und jeder kann sehen, für wen am Ende 10.000 € und ein Release über Alpha Music Empire herausgesprungen sind.

Nach dem Judging durch Kollegah, Ali As, MoTrip, Kool Savas und Tierstar ging Meidi als Sieger hervor. Bis auf Tierstar votierten alle Judges für Meidi. Mit dieser Entscheidung gewann er einen Vertrag für ein Album bei Kollegahs Label Alpha Music Empire. Zusätzlich wurde ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro für den Sieger ausgelobt. Dieses teilten Meidi und Ssynic im Anschluss zu gleichen Teilen untereinander auf. 

Judging von Kollegah & Ali As sorgt für Gesprächsstoff 

Im Zuge des Judgings kam es – zumindest aus der Sicht des Publikums und von Ssynic – zu einigen Unstimmigkeiten. Ssynic hat unter dem Titel "Ssynic macht Auge" zwei Videos bei YouTube hochgeladen – beide mit über 300.000 Aufrufen – in denen er bis tief in die Details die Reaktionen der Judges kommentiert.

SSYNIC MACHT AUGE: JUDGING VON SAVAS, MOTRIP UND ALIAS (pt.1)

Hier erklär ich meine Sicht des Judgings vom Alpha Royale Finale. Kein Hate, aber man kann sich einfach bei so einem (für uns) wichtigen Battle nicht solche Sachen erlauben, ohne das es angesprochen wird., Abonniert Toptier Takeover: https://www.youtube.com/user/RapAmMittwochTV SSYNIC Social Media: https://www.instagram.com/ssynic_battlerap https://www.facebook.com/ssynic13/

SSYNIC MACHT AUGE: JUDGING VON KOLLEGAH (pt.2)

Hier nochmal abschließend meine Meinung zum Judginge, des Alpah Royale Finals, vom Boss höchstpersönlich. Meine Worte sind bitte im Kontext, der Worte mir gegenüber zu sehen. Abonniert den Kanal von Toptier Takeover https://www.youtube.com/user/RapAmMittwochTV Mich findet ihr bei: Instagram: https://www.instagram.com/ssynic_battlerap/ Facebook: https://www.facebook.com/ssynic13/

Dabei kommt Ssynic unter anderem auf die Rolle von Ali As zu sprechen. Dieser hatte während seines Parts in der dritten Runde die Bühne für einige Minuten verlassen. Als Ali As auf dieses Verhalten von Fans auf Instagram angesprochen wurde, reagierte er laut Ssynic mit den Worten: "Mir reichen die ersten zwölf Takte, um zu sehen wer etwas drauf hat." 

Außerdem beschwert er sich, Ali As habe während der Runden immer wieder die anderen Judges abgelenkt. Im Battle kann man erkennen, von welchen Szenen Ssynic spricht. Es kommt tatsächlich so rüber, als wäre Ali nicht wirklich mit den Gepflogenheiten bei Battles vertraut. Wer schon mal bei Toptier Takeover, Rap Am Mittwoch, DLTLLY oder der Battlerap Bundesliga war, wird festgestellt haben, wie auch kleine Störungen Unruhe ins Event bringen können.

Ebenso stört sich Ssynic massiv daran, dass Kollegah ihn in seinem Part in der dritten Runde unterbrochen hatte. Daraufhin wollte der Rapper das Battle abbrechen. Das Publikum konnte Ssynic aber überzeugen, seine Runde fortzusetzen. Schon im Verlauf des Alpha Royale konnte man immer wieder im Netz Theorien lesen, nach denen der Sieger schon vor Beginn des Turnier festgestanden hätte. Beim Finale in Berlin gab es am Ende Gegenwind aus der Crowd beim Judging.

Kollegah mit Klartext zum Alpha Royale Finale & Ssynic

Gestern äußerte sich Kollegah dann erstmals selbst zu den ganzen Anschuldigungen. In einem Videostatement (ab Minute 18:00) auf seinem YouTube-Kanal Felix Blume spricht er zunächst über seine Beweggründe, die Veranstaltung zu pushen.

WIR MÜSSEN REDEN - Kollegah der Abzocker? Schiebung? Alphaoffensive und Ssynic

U CAN HATE ME NOW

So sei es Kollegah in erster Linie darum gegangen, die Aufmerksamkeit durch seine Präsenz auf die Battlerapszene zu lenken. Mit dem Preisgeld sowie der Chance auf ein Albumrelease habe er bei den Künstlern einen gewissen Anreiz schaffen wollen. Deutlich wird er auch, wenn er über die Vermarktungsmöglichkeiten der beiden Finalisten spricht: 

"Die beiden sind keine kommerziellen Rapper. Das sind Underground-Rapper. Das bringst du nicht raus, wenn du Geld machen willst. Ich wähle die Künstler nicht danach aus, ob sie in Shishabars funktionieren, sondern ob ich was in ihnen sehe." 

Damit scheint Kollegah darauf hinauszuwollen, dass es ihm egal sei, wer den Wettbewerb letztendlich gewinnt. Im weiteren Verlauf des Statements richtete Kollegah auch noch ein paar Worte an Ssynic:

"Ssynic hat eine brutale Leistung gehabt und ich hab auch nichts persönlich gegen diesen Menschen. Ich habe ihn sogar vor ein paar Jahren auf meine Tour eingeladen." 

Zudem finde Kollegah es schade, dass er von Ssynic als der "große Abzocker" gesehen werde. Er habe kein Geld mit dem Event verdient und zahle die ganze Album-Produktion von Meidi aus eigener Tasche. 

Die nächsten Tage werden zeigen, ob und wie die anderen Beteiligten sich in dieser Sache äußern werden.

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Wie Kollegah zurück in die Erfolgsspur finden will

Wie Kollegah zurück in die Erfolgsspur finden will

Von Michael Rubach am 22.07.2019 - 17:53

Kollegah machte zuletzt mehrfach eine eher unglückliche Figur. Sei es der Ausgang des Battle-Turniers Alpha Royale, das geplatzte Coaching-Event namens "Alpha Offensive" oder der überschaubare kommerzielle Erfolg seiner Signings auf Alpha Music – vieles lief in den letzten Monaten nicht wirklich bosshaft. Also entschied sich der Labelchef und Deutschrap-Veteran "Alles auf Null" zu setzen. Was das genau bedeutet, können wir seit einigen Tagen auf seinen Social-Media-Kanälen mitverfolgen.

Kollegah & Majoe feiern ihre Reunion

Im Frühjahr 2014 war die Welt bei Kollegah noch in Ordnung. Sein Album "King" stand in den Startlöchern und der Boss tobte sich in der Promophase nach Lust und Laune aus. Zusammen mit Majoe entstanden virale Spaß-Songs, die allein von einem einprägsamen Slogan lebten. Ja, "Von Salat schrumpft der Bizeps" und "Wat is' denn los mit dir" sind schon vor mehr als fünf Jahren veröffentlicht worden. Kollegahs Art und sein Humor trafen damals einen Nerv und "King" wurde mit über 300.000 verkauften Einheiten zu seinem bis dato erfolgreichsten Soloalbum.

Anscheinend hat sich Kollegah nun an diese glorreiche Vergangenheit erinnert. Also reaktiviert er für seine YouTube-Blogs und Insta-Clips Majoe. Wie in alten Tagen flachsen die Muskelbuddys herum, zitieren ihre bekannten Sprüche und lassen sich fernsteuern. Es fühlt sich fast so an, als hätte jemand die Zeit zurückgedreht. Selbst die Anfangssequenz zu "Bosshaft unterwegs" ist noch die gleiche wie damals.

Nur ist 2019 schwer vorstellbar, dass sich die Millionen von Klicks aus 2014 wiederholen lassen. Kollegah hat seine Vorreiter-Stellung auf YouTube eingebüßt und das Auftretren von Majoe dürfte daran kaum etwas ändern. Auch seine Hochphase liegt ein paar Jahre zurück. Im Windschatten von Kollegah konnte Majoe mehrere Nummer-1-Alben verbuchen. Sein letztes Release "Frontal" verfehlte jedoch die Top 10 (Platz #15). Die Reunion der beiden Rapper wirkt daher wie eine Zweckgemeinschaft. Zusammen stehen sie für eine gute – weil kommerziell rosige - Vergangenheit. Die Internetgemeinde ist aber nicht stehengeblieben, sondern hat sich umorientiert. Videos vom Baggersee dürften eher bosshafte Nostalgiker fühlen.

Kollegah distanziert sich (erneut) von Dirk Kreuter

Kollegahs geplantes Coaching-Event "Alpha Offensive" war ein Fiasko. Von der Lifecoaching-Szene und ihrem prominenten Vertreter Dirk Kreuter will Kollegah heute nichts mehr wissen. Das Chaos um die horrenden Ticketpreise und die anschließende Schlammschlacht nutzt Kollegah nun als Joke-Material. Neben einem Kurt Unkraut (dieser Mann heißt wohl nicht zufällig so) macht sich Kolle in feinem Anzug über das gescheiterte Event lustig. Wiederum tritt hier Majoe nach ein paar Sekunden auf und feuert ein "Wat is' denn los mit dir" in die Runde. Der Trubel dient der selbstironischen Werbung für Kolles kommende "Monument"-Tour.

Weniger amüsant sind die Nachrichten, die Kollegah parallel dazu in seiner Insta-Story verbreitet. Dort beleidigen einige Alphas Dirk Kreuter als "Schw*nzlutscher" oder "Ratte". Ein User leitet sogar Misshandlungs-Fantasien an Kollegah weiter, der diese wiederum für seine Community repostet. Der Grund? Der Lifecoach soll bei einer Veranstaltung Voice-Mails von Kollegahs Manager Akay abgespielt haben. Das ist sicherlich keine feine Geste. Dass Kollegahs Reaktion darin besteht, scheinbar wahllos die feindseligen Nachrichten seines Alpha-Mobs zu vervielfältigen, hinterlässt einen ebenso bitteren Beigeschmack.

Felix Blume und Kollegah sind kaum zu unterscheiden

Was Kollegah vor ein paar Monaten mit seinem eigenen YouTube-Channel unter seinem bürgerlichen Namen begonnen hatte, ist mehr und mehr zu einem weiteren Kollegah-Channel geworden. Die feierliche Reunion mit Majoe wurde auf diesem Kanal platziert. Der neueste Blog mit dem Duisburger Rapper landete auf der Plattform von Alpha Music Empire. Sprache und Attitude sind hier nahezu deckungsgleich. Den Mindset-Talk liefert zwar weiterhin Felix Blume, aber viel von dem angekündigten Menschen, "den mehr auszeichnet als Zigarren, Sonnenbrillen und Pimpgehabe" ist kaum etwas zu entdecken. Kollegah ist fast nur noch Boss und geht zurück zu seinem Markenkern.

Reise ins Private: Kann Kollegah auch Felix Blume?

Kollegah gibt sich schon seit einigen Jahren nicht mehr ausschließlich als unnahbarer und alles zerberstender Überboss. Ein neuer YouTube-Channel soll nun den Fokus vollends auf den Menschen Felix Blume lenken. Doch kann die Person hinter Kollegah überhaupt aus dem Schatten einer Kunstfigur treten, die über 15 Jahre hinweg zu einer schillernden Marke ausgebaut wurde?

Als Beobachter dieser Inszenierung wird man den Verdacht nicht los, dass Kollegahs Ansage "Alles auf Null" setzen zu wollen, so nicht ganz stimmt. Die Null ist vielmehr seine eindrucksvollste Karrierephase um 2014. Ob die Mittel von 2014 jedoch ausreichen, um das angekratzte Image gegenwärtig wieder auf Vordermann zu bringen, bleibt abzuwarten.


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