Dem Frontmann der britischen Punk-Rap-Band Bob Vylan, Pascal Robinson-Foster, wurde im Juni die Einreise nach Deutschland verwehrt. Das berichtet jetzt das Magazin The Intercept. Inzwischen sei das Einreiseverbot wieder aufgehoben worden, eine Begründung für die jeweiligen Entscheidungen gebe es dem Anwalt des Musikers zufolge jedoch nicht.
Bob Vylan-Frontmann am Berliner Flughafen festgenommen
Bob Vylan hatten im vergangenen Jahr mit "Death to the IDF (Israel Defense Forces)"-Rufen bei ihrem Auftritt beim Glastonbury Festival für Aufsehen gesorgt. Unter anderem der damalige britische Premierminister Keir Starmer und auch Deutschlands Antisemitismus-Beauftragter Felix Klein kritisierten die Show im Nachgang.
Beim Versuch, nach Deutschland einzureisen, wurde Robinson-Foster im Juni am Berliner Flughafen festgenommen und daraufhin nach Großbritannien abgeschoben. Der Anwalt des Musikers erklärt gegenüber The Intercept,dass er im Nachgang Akteneinsicht sowie die Rücknahme des Einreiseverbots eingefordert hätte. Mit Letzterem sei er erfolgreich gewesen, inzwischen dürfte Robinson-Foster wieder nach Deutschland kommen. Die Akteneinsicht habe jedoch weniger gebracht als erhofft.
Demnach sei zwar festgehalten worden, dass ein Einreiseverbot gegen Robinson-Foster verhängt wurde, jedoch nicht, mit welcher Begründung. Auch die Bundespolizei habe, trotz anwaltlicher Anfrage, keine Erklärung dazu abgegeben, warum das Einreiseverbot aufgehoben wurde.
Anwalt Alexander Gorski erklärt diesbezüglich:
"Es ist natürlich gut, dass das Einreiseverbot nun aufgehoben wurde. Aus rechtsstaatlicher Sicht ist es jedoch äußerst problematisch, dass jemandem aufgrund einer politischen Äußerung, die keine Straftat darstellt, die Einreise verweigert werden kann – und ihm anschließend der Zugang zu den Akten verwehrt wird."
The Intercept zufolge sei bislang weiterhin nicht eindeutig, auf welcher Basis einem Künstler, der weder in Deutschland noch im Vereinigten Königreich angeklagt oder verurteilt wurde, die Einreise verwehrt werden konnte. Eine Ermittlung britischer Behörden im Nachgang zum Glastonbury Festival wurde aufgrund Ermangelung an Beweisen für eine Straftat eingestellt.
Eigentlich hätten Bob Vylan dieses Jahr in Deutschland als Voract von Gogol Bordello unter anderem in Hamburg, Stuttgart und Köln auftreten sollen. Die Konzerte wurden inzwischen alle abgesagt, wohl vonseiten des Veranstalters FKP Scorpio. Der erklärte gegenüber der dpa auf Anfrage: "Wir selbst unterstützen selbstverständlich keine Aussagen im Kontext öffentlicher Darbietungen, die nicht von der Kunst- und Meinungsfreiheit gedeckt sind. Klare Aufrufe zur Gewalt sind für uns daher nicht akzeptabel."
Die USA-Visa waren den beiden Bandmitgliedern ebenfalls entzogen worden:
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