Nach Antisemitismus-Vorwürfen: Kollegah & Farid Bang besuchen Gedenkstätte Auschwitz

Nachdem Kollegah und Farid Bang Antisemitismus vorgeworfen wurde, haben die Rapper heute (07. Juni) das Konzentrationslager in Auschwitz besucht. Dies teilte das Internationale Auschwitz-Komitee soeben mit. Wie wir bereits letzten Monat berichteten, hatte es die beiden Künstler dazu eingeladen. 

Christoph Heubner, der Vizepräsident des Komitees, hat Kollegah und Farid bei ihrem Ausflug begleitet. Er meinte zu der Begegnung: 

"Für die Auschwitz-Überlebenden ist der Besuch der Rapper eine Genugtuung und auch eine Geste an ihre jungen Fans, dass Hass, Menschenverachtung und Antisemitismus in keiner Kunst einen Platz haben sollten."

Zu Ehren der Ermodeten legten die Rapper nach Angaben des Komitees Blumen vor die berüchtigte Todeswand am Block 11 in dem früheren, deutschen Konzentrationslager. In der Mitteilung betont das Auschwitz-Komitee weiterhin, dass der der Besuch kurzfristig bewusst als privater Besuch geplant worden sei. Er sollte erst im Nachhinein an die Öffentlichkeit gelangen, um unerwünschte Unterbrechungen zu vermeiden. Die Anregung zu dem Gedenkstättenbesuch kam von Musiker Marius Müller-Westernhagen.  

Farid Bang und Kollegah wurden trotz angeblicher Judenfeindlichkeit mit dem Musikpreis Echo ausgezeichnet. Die Textzeile "Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen" sorgte nachwirkend für Proteste. Etliche Künstler gaben ihren Preis zurück. Die Preisverleihung wurde letztendlich ein für alle Mal abgeschafft. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt nach wie vor wegen Volksverhetzung. 

Die Konfrontation und Begegnung mit der Geschichte von Auschwitz ist ein guter Schritt in Richtung Frieden. Die Rundgänge und der heutige Blick auf die jüdischen Menschen und alle verstorbenen und gequälten Opfer hätten Einiges in den Köpfen der Musiker verändert, betont Heubner. Auch nach außen hin ist die Entscheidung mehr als angebracht. Der Besuch sollte außerdem ein Zeichen für die JBG-Fans sein, sich reflektiert und intensiv mit der deutschen Geschichte zu befassen. So könnte verhindert werden, dass die Geschehnisse aus grausamen Zeiten ins Lächerliche gezogen werden. Ob die Texte zu weit gehen oder nicht, kann jeder für sich selbst entscheiden – solange er informiert ist. 

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Kommentare

Oh man super... jetzt kann ich endlich wieder guten Gewissens jbg3 hören. Danke Farid, danke Kolle!

Alles nur wegen einer unlogischen Liedzeile . „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“ Und Ihr Hirn deformierter als von Hirntoten. Na dann Kollegah & Farid Bang ich würde Euch ein EEG Empfehlen. Die beiden Viertelstarken lachen sich doch halb Tod über diese PR Aktion. Gil Scott-Heron dreht sich im Grabe um !

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Ssynic vs. Meidi: So lief das Re-Match

Ssynic vs. Meidi: So lief das Re-Match

Von Michael Rubach am 31.07.2020 - 13:47

Die Neuauflage des wohl umstrittensten Battle der jüngeren Deutschrapgeschichte ist gestern über die Bühne gegangen. Für jeweils 10.000 Euro Antrittsgage haben sich Meidi und Ssynic ein Re-Match geliefert. Farid Bang hatte die Aktion eingefädelt und das Battle zur Attraktion eines mehrstündigen Events im Düsseldorfer ISS Dome gemacht.

Meidi & Ssynic mit unterschiedlichen Herangehensweisen

Nach vier Stunden Live-Event stand das Battle auf dem Programm. Ohne üppige Vorrede kamen die Jungs zur Sache. Meidi ging in jeder seiner Runden aggressiv zu Werke. Mit scheinbar ordentlich Wut im Bauch startete er ins Battle und ließ ohne Rücksicht auf Verluste jede Menge asoziale Punchlines folgen. Das Ende von Meidis Parts mündete stets in Beleidigungen gegen Ssynic und seine Mutter – mitten in so eine Schimpftirade schlitterte schließlich irgendwann ein "Time".

Ssynic konzentrierte sich darauf, Revue passieren zu lassen, was seit dem Alpha Royale alles geschehen ist. Dabei setzt er den Fokus auf Realtalk und breitete Anekdoten aus, die sich nach dem Match im April 2019 ereignet haben sollen. Auch verweist er auf seine eigenen Erfolge als Künstler. Schließlich sei er es, der seinen Traum leben könne. Hin und wieder redete Meidi in seinen Vortrag hinein.

Farid Bang genießt die Show

Farid Bang schaute sich das Spektakel sichtlich amüsiert aus sicherer Entfernung an. Später sollte er davon sprechen, dass das Battle ein "magischer Moment" gewesen sei. Nach drei Runden lagen die Karten auf dem Tisch und mit ein bisschen Verzögerung erfolgte auch der Handshake zwischen den Kontrahenten. Es ist ja schließlich nur Battlerap. Nun lag es bei den Zuschauer*innen, einen Sieger zu küren.

Im Gegensatz zum Alpha Royale verzichtete die Neuauflage auf eine prominente Jury. Farid Bang hielt sich ebenso vollkommen raus. Per Telefon-Abstimmung galt es, über Sieger und Verlierer zu entscheiden. Meidi konnte es lange gar nicht glauben, dass keine zusätzlichen Experten herangezogen wurden. Rooz, der durch den gesamten Stream führte, verkündete schließlich ein paar Stunden später das amtliche Endergebnis. Meidi schaffte es, das Publikum auf seine Seite zu ziehen und setzte sich durch.

Damit bestätigte sich, was Ssynic bereits kurz vor der Bekanntgabe geahnt hatte. Er glaubte, dass sein Kontrahent aus Hannover an diesem Tag triumphieren würde.

"Ich würde auch sagen, er war auf jeden Fall vorne. Er hat solide durchgespittet, mehr Punchlines gehabt, sich weniger rausbringen lassen. Reicht."

Ohne die Atmosphäre, die durch das Vorhandensein einer Crowd entsteht, machte das Battle an manchen Stellen einen befremdlichen Eindruck. In einer leeren Location mag einfach nicht so recht Battle-Stimmung aufkommen – trotz einer erkennbaren Grundaggressivität von Meidi und Ssynic. Die Vibes im Nachhinein waren dafür umso versöhnlicher. Meidi bot Ssynic mehrmals den Dialog an, um diese umfangreiche Episode deutscher Battlerap-Geschichte noch einmal aufzuarbeiten.

Wir haben euch den Stream der kompletten Show hier eingebunden. Nach circa vier Stunden beginnt das Battle:


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