Es hagelt erneut Kritik für den 2Pac-Film "All Eyez On Me"

Das 2Pac-Biopic All Eyez On Me sollte ein Meilenstein werden – statt Begeisterung schlägt den Machern des Filmes zurzeit allerdings jede Menge Kritik entgegen. Nachdem bereits 50 Cent sowie 2Pacs gute Freundin Jada Pinkett Smith über den Streifen herzogen, äußert sich jetzt auch US-Rap-Legende Scarface.

Während eines Events in Chicago kam Scarface, der zu Pacs Lebzeiten eng mit dem Rapper zusammenarbeitete, unter anderem auf die Glaubwürdigkeit des Filmes zu sprechen.

Dabei kritisiert er vor allem, dass wichtige Personen aus 2Pacs Leben in All Eyez On Me gar nicht vorkommen würden und das Biopic somit unrealistisch sei:

"If MC Breed not in that movie, then that ain’t no real Pac-movie. If the D.O.C. wasn’t mentioned in that movie, it’s not a real Pac-movie to me ... That was our peers, we all hung together. So if them n*ggas was not in that movie, if that sh*t wasn't sanctioned by the people who grew up with Pac, I don't know bro."

Zudem stellt sich für Scarface offenbar die Frage, wer eigentlich an dem Film verdient. Da 2Pacs Mutter vor Kurzem verstarb und der Rapper keine Kinder hinterlassen hat, scheint es eben nur die Musik- und Filmindustrie zu sein, die mit Pacs Legendenstatus Kohle scheffeln will.

"If a motherf*cker put an album out of me when I'm dead, don't buy that sh*t. If a motherf*cker try to shoot a movie on me and I'm dead, don't go see that sh*t. Let me rest, man. I love Pac to death man, but let that man rest. That's some bullsh*t, that ain't feeding his mom, that ain't feeding his kids, he don't got none! Who's getting the money? Who's getting the f*ckin' money? I can't support that sh*t."

 Was 50 Cent an dem Film auszusetzen hat, kannst du hier lesen:

"So ein Bullsh*t": 50 Cent hat nichts für den neuen 2Pac-Film übrig

Schlechte Stimmung bei 50 Cent. Der sonst so gut gelaunte Rapper äußert jetzt ordentlich Kritik. Dabei geht es um den gerade erst veröffentlichten Film All Eyez On Me, der von Rap-Legende 2Pac handelt.Mit einem Instagram-Post macht Fifty deutlich, was er vom Biopic hält - nämlich gar nichts.

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Barack Obama kritisiert Hiphops Hang zum Materialismus

Barack Obama kritisiert Hiphops Hang zum Materialismus

Von Till Hesterbrink am 17.11.2020 - 12:34

Barack Obama gab vor Kurzem dem Magazin The Atlantic ein Interview anlässlich seines anstehenden Buches. In dem Gespräch mit Journalist Jeffrey Goldberg erklärte der ehemalige US-Präsident, dass seiner Auffassung nach Hiphop mitverantwortlich für den Aufstieg Donald Trumps gewesen sei. Grund dafür wäre der häufig mitschwingende Materialismus.

Barack Obama: "Wenn du Rap hörst, geht es nur um Bling, um Frauen, um Geld"

Goldberg fragt Obama im Laufe des Interviews, was dieser glaube, warum Donald Trump so erfolgreich werden konnte. Obama vergleicht Trump daraufhin mit Richie Rich, dem Millionärserben des gleichnamigen Films aus dem Jahre 1994, der seit Wort nie hielt und keinerlei Interesse daran zeigte, Verantwortung zu übernehmen. Obama meint, es hätte eine Entwicklung des klassischen Bildes des Mannes, von jemandem, der die schwachen beschützt, zu jemandem, der einfach zeigt was er hat und kann gegeben. Diese Entwicklung würde er dem Fernsehen zuschreiben.

"Dann siehst du Lifestyles Of The Rich And Famous, was dir vermittelt, entweder du hast es oder du bist ein Loser. Und Donald Trump verkörpert diese kulturelle Bewegung, die nun tief in der amerikanischen Kultur verankert ist."

("Then you start seeing Lifestyles of the Rich and Famous, that sense that either you’ve got it or you’re a loser. And Donald Trump epitomizes that cultural movement that is deeply ingrained now in American culture.")

Aber nicht nur beim Fernsehen sieht Obama eine Teilschuld für den Aufstieg Trumps. Auch Hiphop und Rapmusik sollen seiner Meinung nach einen großen Teil dazu beigetragen haben. Er sei nicht über den Anstieg von Populismus überrascht gewesen, fände es jedoch interessant, wer geholfen habe, diesen zu verbreiten.

Unter anderem Lil Pump, 50 Cent, Ice Cube und Lil Wayne hatten für die vergangene Kampagne Trumps ihre Hilfe oder Unterstützung angeboten. Obama müsse sich nach eigenen Angaben häufig selbst daran erinnern, wofür Hiphop in den meisten Fällen stehen würde. Der Hang zum Materialismus und das protzende Auftreten vieler Rapper hätten einen klaren Einfluss auf die Gesellschaft. Hiphop würde häufig die gleichen Werte wie Donald Trump vertreten.

"Leute schreiben darüber, dass Trump [in der Präsidentschaftswahl 2020] mehr Unterstützung von Schwarzen Männern gewinnen konnte und über den ein oder anderen Rapper, der ihn unterstützte. Ich muss mich selbst daran erinnern, dass wenn du Rap hörst, geht es nur um Bling, um Frauen, um Geld. Viele Rap-Videos propagieren dieselben Werte wie Donald Trump darüber, was es heißt, berühmt zu sein. Alles ist aus Gold. Das festigt sich und sickert in die Kultur durch."

("People are writing about the fact that Trump increased his support among Black men [in the 2020 presidential election], and the occasional rapper who supported Trump. I have to remind myself that if you listen to rap music, it’s all about the bling, the women, the money. A lot of rap videos are using the same measures of what it means to be successful as Donald Trump is. Everything is gold-plated. That insinuates itself and seeps into the culture.")

Barack Obama & Hiphop

Eigentlich hat der ehemalige US-Präsident eine große Liebe für Hiphop und machte diese auch immer wieder öffentlich bekannt. So erklärte er erst letztes Jahr unter anderem "The London" von Young Thug, J. Cole und Travis Scott sowie "Suge" von DaBaby zu seinen Lieblingssongs 2019.

Zu seinem neuen Buch "The Promised Land" veröffentlichte Obama eine zugehörige Playlist. Auch in dieser sind Hiphop-Stars wie Jay-Z, Eminem oder Beyoncé zu finden.

Es scheint also eher so, als würde sich Obamas Kritik an Hiphop vor allem an die neue Generation an Rappern richten. Dieser wird schließlich häufig vorgeworfen, den ursprünglichen Zweck der "Message" von Hiphop nicht mehr zu erfüllen.


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