Nach 13 Jahren: Favorite verlässt Selfmade Records und gründet Upperclass Movement

Nach den Abgängen von Kollegah 2015 und Genetikk 2017 verliert Selfmade einen weiteren Artist: Favorite gründet nach 13 Jahren Zusammenarbeit mit dem Label gemeinsam mit Luthifah sein eigenes Unternehmen Upperclass Movement. Auf Facebook gibt Selfmade die Trennung bekannt:

"Favorite war 2005 der erste Künstler bei Selfmade Records. Nach 13 Jahren Zusammenarbeit hat Fav uns gegenüber den Wunsch geäußert, selbst etwas eigenes auf die Beine stellen zu wollen. Um ihm das zu ermöglichen, sind wir seiner Bitte gerne nachgekommen und haben ihn aus dem bestehenden Vertragsverhältnis entlassen. Wir danken Favorite für viele gemeinsame Jahre und wünschen Ihm für die Zukunft und sein gemeinsames Label mit Luthifah, „Upperclass Movement“, viel Erfolg und alles Gute!"

Favorite kommentiert den Beitrag nüchtern mit: "Danke Selfmade!" – im exklusiven Interview mit Toxik auf youtube.com/hiphopde geht er bezüglich der Gründe weiter ins Detail. Es sei alles cool, die Jungs bei Selfmade seien weiterhin seine "Homies" und sie hätten sich in Frieden getrennt, erklärt er zum Beispiel. Das Ende des gemeinsamen Kapitels lag offenbar an künstlerischen Differenzen mit seinen Chefs:

"Ich war einfach zu hardcore hinterher. Als ich bei Selfmade anfing war das so; die haben immer gesagt: Rap hardcore, rap hardcore! Ja ja ja, sag die aller schlimmsten Sachen!"

Trennung von Selfmade Records! Favorite & Luthifah im exklusiven Interview - Toxik

Gestern verkündete Selfmade, das einst erfolgreichste Independent-Label Deutschlands, die Auflösung des Vertragsverhältnisses mit Favorite. Fav stand seit 2005 bei Selfmade unter Vertrag und war sogar das erste Signing der Plattenfirma. Im Interview mit Toxik erklärt der Essener seine Beweggründe gemeinsam mit seinem langen Weggefährten Luthifah und spricht über Projekte in der Zukunft wie die Gründung des eigenen Labels Upperclass Movement.

Nachdem die Promophase zu seinem letzten Album "Alternative für Deutschland" sehr spärlich ausfiel und die Platte mit Platz 15 in den Charts für Selfmade-Verhältnisse ein kommerzieller Flop war, verspricht Fav Toxik für seine nächste Platte, dass er mit ihr wieder Platz 1 holen werde. Vorerst hat das Düsseldorfer Label von Elvir Omerbegovic also nur noch die 257ers und Karate Andi unter Vertrag, während der Labelchef mit Division und dem ersten Signing RIN schon auf einem anderen Weg in die Zukunft zu planen scheint.

Favorite

Danke Selfmade!

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Kommentare

Unabhängig davon, ob man ihn oder Selfmade mag, war es schon längst überfällig.
Hat nur noch releast weil es in seinem Vertrag stand und druck gemacht wurde.

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Kool Savas reagiert auf Favorites Schrei nach Aufmerksamkeit

Kool Savas reagiert auf Favorites Schrei nach Aufmerksamkeit

Von HHRedaktion am 28.04.2020 - 14:05

Es dürfte Fans und Freunden grade schwerfallen, Favorite bei seinem aktuellen Output zu begleiten. Nach dem 50.000-Euro-Crowdfunding-Plan und seinem Hilferuf an Kollegah hat der Essener vorgestern einen Song veröffentlicht, der sich wie ein Schrei nach Aufmerksamkeit anfühlt.

Kool Savas reagiert auf Favorites Provokation

Wir hatten uns zunächst dagegen entschieden, über das Machwerk namens "Ich box Michael Jackson" zu berichten. Neben Fronts an Rapper wie Apache 207, Farid Bang und Kool Savas – Battle-Gedanke, alles cool und so – drückt Fav nämlich diverse Trigger, droppt die N-Bombe unter anderem gegen Barack Obama und behauptet, dass er nur noch mit Nazis rumhängen würde. Man bekommt das Gefühl, er wollte geradezu die entsprechenden Headlines provozieren.

Den Punchlines fehlt im Gegensatz zum alten Fav leider jeglicher Witz und obendrein lässt auch die musikalische Performance erahnen, wie viel Arbeit Selfmade in die letzten Alben des Esseners gesteckt haben muss, damit sie kein allzu großer Fleck auf der Diskografie des Labels wurden. Sein Talent ist nach den Schicksalsschlägen, von denen man weiß und denen, die man erahnen kann, kaum noch etwas zu hören.

Eine Karriere am Tiefpunkt: Favorites Absturz in die Versenkung

Es ist keine Ewigkeit her, da befand sich Favorite auf einem Level mit Kollegah. 2019 stellen sich die Verhältnisse komplett anders dar.

Sein Front gegen Essah und Melbeatz hat jetzt jedoch bei Savas eine Reaktion provoziert. Savas hatte sich schon Ende 2018 nicht die rassistischen Respektlosigkeiten gefallen lassen.

"Zigaretten und Gras, mit N**gas rappen im Park / Melbeatz in den A*sch f**ken, Fresse Savas", lautet seine neue Line, die symptomatisch für gleich mehrere Punkte der belastenden Situation zu sein scheint, in der Fav festsitzt. In der Gegenwart ist Savas nämlich schon seit knapp zwei Dekaden nicht mehr mit Melbeatz zusammen, wie er in seiner Story erklärt.

Auf den Battle-Gedanken, den man mit sehr viel Wohlwollen hinter dem Song und den Lines vermuten kann, hat Savas auch eine Antwort. Erstens wünscht er sich, dass Fav keine ihm nahezu gänzlich fremden Menschen angreift, die ihn noch nie in seinem Leben gesehen hätten. Die Beschreibung passt nicht nur auf Melbeatz, sondern unbeabsichtigerweise auch auf Apache, den Favorite laut seiner Zeile im neuen Song "boxen" will.

Zweitens sieht er null Reiz darin, in ein Battle mit diesem uninspirierten Pipikaka-Humor einzusteigen. Er schreibt, dass er "angewidert" ist und erinnert alle implizit an "Das Urteil" und andere Disstracks, die er einst seinen Rivalen widmete.

Es mag optimistisch oder naiv wirken, aber wir möchten dennoch mit einem Appell verbleiben, den auch die letzten und äußerst leiderprobten Fav-Fans ständig an ihn richten: Konfrontiere dich mit dir selbst und such dir professionelle Hilfe! Die Hoffnung stirbt zuletzt.


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