Musikindustrie zieht 5 Fake-Streaming-Anbieter aus dem Verkehr

Die Diskussion um manipulierte Zahlen ist in der Deutschrapszene ein regelrechter Dauerbrenner. Gleich mehrere Anbieter von gefakten Audio-Streams müssen ihr Business-Model nun überdenken. Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) hat dafür gesorgt, dass fünf solcher sogenannten "Streaming-Manipulations-Websites" kein Geld mehr mit künstlich generierten Plays verdienen.

Musikindustrie kämpft gegen Streaming-Manipulation

Wie leicht Streams, Plays, Kommentare, Follower und Co einfach hinzugekauft werden können, wollte letztes Jahr eine Reportage des Y-Kollektivs verdeutlichen. Das gelang eher bedingt. Dennoch war der Mythos um einen gewissen Kai geboren, der immer dann seine Hände im Spiel haben soll, wenn irgendwo unverhältnismäßig wirkende Zahlen zu sehen sind.

Dem Geschäft auf fünf Websites, welche die Dienste von solchen Kais in Aussicht stellen, schoben Landgerichte in Bremen, Hamburg, Köln und Darmstadt bereits vor einigen Tagen einen Riegel vor. Gegen die Betreiber von socialnow.de, socialgeiz.de, likergeiz.de, netlikes.de sowie likesandmore.de wurden einstweilige Verfügungen erwirkt. Das heißt: Zumindest auf diesen Seiten kann man sich keine Hilfe mehr dazubuchen, um die Plays bei einschlägigen Online-Musikdiensten in ungeahnte Höhen schießen zu lassen. Eine weitere Page namens fanexplosion.de stellte ihre Dienste bereits im Vorfeld nach einer Unterlassungsaufforderung ein.

Der Bundesverband Musikindustrie gehört dem Weltverband der Phonoindustrie (IFPI) an. Die Geschäftsführerin Frances Moore erklärte, was bei den aktuellen Maßnahmen im Vordergrund steht.

"Die Musikindustrie investiert weltweit in die Entwicklung des legalen digitalen Musikmarktes und treibt diese voran, indem sie sich dafür einsetzt, dass diejenigen, die Musik schaffen, für ihre Arbeit fair und korrekt entlohnt werden. Streaming-Manipulations-Anbieter untergraben sowohl die Genauigkeit der Lizenzzahlungen an die Musikschaffenden als auch die Glaubwürdigkeit der Charts, und wir gehen dieses Problem an."

Der Vorstandsvorsitzende des BVMI ergänzte, dass das "Vertrauen in die digitalen Angebote von entscheidender Bedeutung" sei. Für die "wettbewerbswidrige Beeinflussung von Abrufen" könne daher "kein Millimeter Platz" gelassen werden.

Bisher tat sich hier jedoch die eine oder andere Lücke auf. Wie einfach es offenbar ist, mit dem nötigen Kleingeld für einen immensen Push zu sorgen, demonstrierte vor Kurzem erst Shindy. Er kündigte an, Laas Unltd. mit YouTube-Klicks beliefern zu wollen und ließ wohl auch Taten folgen.

"Paar Klicks gekauft": Shindy sponsert Laas die YouTube-Trends

Shindy hat Kollege Laas Unltd. offenkundig ein besonderes Geschenk gemacht. Nach eigenen Angaben hat er ihm Klicks gekauft und gibt das auch offen zu. Die gemeinsame Single " AAA" kann nach einem Tag auf bereits über eine Million YouTube-Klicks verweisen. Ohne, dass zu dem Track ein Video erschienen wäre.

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Spanischer Rapper verstümmelt scheinbar seinen Mitbewohner für Social Media-Reichweite

Spanischer Rapper verstümmelt scheinbar seinen Mitbewohner für Social Media-Reichweite

Von Till Hesterbrink am 02.03.2021 - 17:13

[Triggerwarnung: Sexuelle Gewalt]

Der spanische Hobby-Rapper Sanatorio del Atico steht aktuell in Spanien vor Gericht, weil er seinem Mitbewohner 2019 das Geschlechtsteil abgeschnitten haben soll. Auf ihn sollen bei einer Verurteilung bis zu viereinhalb Jahren Gefängnis warten. Der Rapper soll das Ganze auf Video festgehalten haben, um Reichweite auf Social Media zu gewinnen. Sein "Opfer" habe der Tat zuvor zugestimmt.

Spanischer Rapper schnitt seinem Mitbewohner wohl Geschlechtsteil ab

Im März des Jahres 2019 sollen Sanatorio del Atico, der bürgerlich Aaron Beltran heißt, und sein Mitbewohner Andrew B. den Plan gefasst haben, zweiterem das Geschlechtsteil mit einem Messer zu entfernen. Die Tat wurde auf Video aufgenommen und sollte dem Rapper Klicks bescheren. Der an der hiesigen Sprachschule unterrichtende Andrew B. sollte dafür, abhängig von der generierten Reichweite, eine Kompensation in zwischen 173 und 2.164 britischen Pfund erhalten, wie The Independet berichtet.

Andrew B. wurde im Nachhinein stark blutend von Polizisten gefunden, die ihn ins Krankenhaus brachten. Dort konnten Chirurgen sein bestes Stück wieder vollkommen funktionstätig anbringen, nachdem dieses in einer Plastiktüte in der Wohnung des Beschuldigten gefunden wurde.

Andrew B gab gegenüber der Polizei an, er selbst hätte die Tat begangen und dass er Beltran nicht anzeigen wolle. Auch verzichtete er auf jegliche Form der Kompensation.

Die spanische Staatsanwaltschaft geht nun gegen den Rapper vor, da es sich bei der Tat trotz vermeintlicher Einwilligung um ein Verbrechen handele. Beltrans Verteidiger hingegen plädiert auf die Unschuld seines Mandanten.

Auch ohne die Veröffentlichung des Videos bescherte der aktuelle Umstand Sanatorio del Atico einige Klicks. Sein letztes YouTube-Video konnte knapp 80.000 Aufrufe erreichen, obwohl sein Kanal lediglich knapp 200 Abonnenten vorweisen kann.


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