Morlockk Dilemma im Circus Maximus Interview

Wie führt man als journalistischer Autodidakt ein Interview mit einem Rapper, der Journalistik studiert hat und womöglich die Nase vorn hat? Als Mitglied der schreibenden Zunft weiß der Autor dieser Zeilen ebenso, dass Morlockk Dilemma auch in Sachen Rap die Nase vorn hat, aber hierzu bedarf es keines großen Intellekts und diejenigen, die sich mit der Rapstorie des Morlockk Dilemma beschäftigt haben, waren bereits bei seinem 2004er Erstling  Egoshooter auf der Fährte des Leipzigers. SnuffPro , Feuer über Deutschland , zwei Kollaboalben mit Hiob (oder dem V-Mann , wie ihn meine Generation noch kennt) und massig Saft aus dem Becher der Kollegen der Juice , die den Rapper von Demo des Monats über Mixtape des Monats bis hin zu Alben-Höchstwertungen regelmäßig mit Props überschütten. Das Medienfeedback darf allgemein als sehr positiv  bezeichnet werden, da macht Hiphop.de keine Ausnahme. Grund? Zum einen der eigenwillige, erfrischend andere Rapstil und zum anderen die Texte, die oft erst beim zweiten oder dritten Anlauf ihre Abgründe offenbaren. Abgründe? Morlockk Dilemma rappt nicht über romantische Sonnenuntergänge am Strand - er chillt lieber auf dem Galgenberg und kehrt unsere Hörgänge mit eisernem Besen durch.

Und nun? Um die eingangs gestellte Frage zu beantworten: Einfach machen! Themen gibt es momentan zur Genüge, denn mit Circus Maximus steht das neue Album in den Regalen - der damit verbundene Ärger ums Cover inklusive - Das Dilemma lässt den Morlockk nicht los... Circus Maximus ist ja in der letzten Woche relativ unfreiwillig in den Medien gelandet. Kannst du kurz nochmal zusammenfassen, was genau das Problem mit dem Cover war und wie der aktuelle juristische Stand ist?
Mein alter Kollege José Luiz und ich haben uns überlegt, wie wir ein bisschen die Promomaschine anwerfen können und sind auf diese lustige Idee gekommen. Nein im ernst, ich hab da ein wenig das Internet unterschätzt. Für mich ist es nach wie vor eine Hommage an das Cover von Benicio . Ich hielt sein Cover monatelang in den Händen und war immer wieder überwältigt, wenn ich es anschaute. Gerade während der Produktionszeit von Circus Maximus hat es mich sehr inspiriert, weil es einfach meine Vorstellung von dem Album perfekt visualisiert hat. Irgendwann war mir klar, dass es keine andere Umsetzung für mein Cover geben kann. Die einzige Frage war dann nur noch, wie wir es umsetzen. Das ist dann auch das Problem des jetzigen Streitpunkts: Ich finde, wenn wir es nachgemalt hätten, wäre es heuchlerisch gewesen. Dass die Grundidee nicht von uns stammt, war ja klar. Das stand auch nie zur Debatte und das sollte auch nicht vermittelt werden. Daher haben wir alles so nah am Original gehalten wie möglich. Nun ist es halt  schon in den ersten Tagen der Promophase dazu gekommen, dass die Wellen bis nach Brasilien geschlagen sind und sich die Zeitungen dort auf die Geschichte gestürzt haben. Wir haben uns dann mit dem Herren in Verbindung gesetzt und alle Sachen mit dem alten Cover offline genommen. Das geschah aber alles, bevor wir die Möglichkeit hatten, unsere Beweggründe zu erklären. Wie es jetzt ausgeht, werden die nächsten Wochen zeigen. Grundsätzlich ist es für uns natürlich ein Lehrstück, im Vorfeld wirklich jede Kleinigkeit genau zu klären. Auf der anderen Seite darf man unseren Stellenwert nicht vergessen. Wenn irgendein Undergroundact ein Cover von mir benutzen würde, würde es mir wohl eher schmeicheln. Die Mona Lisa wurde auch zigmal überarbeitet und verfremdet. Googlet mal Salvador Dalí und Mona Lisa .



Jetzt schreien natürlich wieder einige laut "Promostunt" - ist so eine Geschichte für dich mehr Fluch oder Segen? Immerhin müssen ja CD-Cover neu gedruckt werden - wie schaut es mit den Vinylcovern aus?
Ach, das ist doch das Tolle an Foren. Jeder kann seine Meinung verfassen, egal wie absurd sie ist. Am Ende haben wir die ganze Situation ja promowirksam verarbeitet. Das Drucken der Vinylcover konnten wir zum Glück noch etwas schieben, so dass da keine Extrakosten auf uns zugekommen sind.

Wie würdest du selbst den roten Faden auf Circus Maximus beschreiben?

Das Konzept ist wahrscheinlich zu wirr, als das man einen roten Faden erkennen könnte. Als Konzept ist zum Beispiel angelegt, dass ich jeweils zwei Songs zu einer Thematik geschrieben habe, aber aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Es gibt beispielsweise zwei Songs zu der Messias Thematik, wo in dem einen Song der Messias erscheint und es von der Bildsprache an einen Monumentalfilm erinnert. Im zweiten Song überleg ich was wäre, wenn der Erlöser ein Obdachloser ist. Das geschieht dann zu verschiedenen Themen wie Krieg und Frieden, Liebe, Herkunft usw. Der große Rahmen des Albums ist wie immer mein Leben, Erfahrungen und der alltägliche Irrsinn plus einer Prise Battlerap.


Meine erste Assoziation war natürlich der echte, antike Circus Maximus - da stellt sich mir natürlich die Frage ob du die Rolle eines Gladiatoren einnimmst, der mit den Worten "Die Totgeweihten grüßen Euch"  vor den Kaiser tritt - oder ist dir die Rolle des Cäsaren lieber?
Ach keine Ahnung. Vielleicht von beidem etwas.

Ein wenig ist das deutsche Rap Game ja auch wie der Circus Maximus - ein mitunter pervers anmutendes Spektakel, bei dem man oft vor lauter Ekel nicht wegschauen kann und das einem trotzdem oder gerade deswegen fasziniert. Ist das eine gewollte Parallele?
Nein, Deutschrap hat da keine Rolle gespielt. Ich wollte thematisch ein stückweit größer denken. In meinem persönlichen Leben hat der "Deutschrap Zirkus" nicht so eine Bedeutung. Ich sehe mir Sachen auch nur auf Empfehlung an. Viel Musik ist wahrscheinlich auch gar nicht für Leute meines Alters gemacht worden. Das ist auch nicht schlimm, wenn ich ehrlich bin feier ich hierzulande die albernen Sachen mehr als die ernstgemeinten. Vielleicht bin ich im Kopf auch noch 18.

Mal ganz offen gefragt: Braucht unsere moderne Gesellschaft wieder Galgenberge?
Das lass ich mal offen. Ich bin zumindest nicht für die Todesstrafe. Der Song Galgenberg ist ja bloß eine Überlegung. Er ist praktisch auch ein Hinweis, dass es das alles hierzulande schon mal gab. Ich hab halt Artikel über diesen Galgenberg gelesen und wollte seine Geschichte erzählen. Ich meine, man darf nicht vergessen, dass die Marktplätze deutscher Innenstädte mit dem Blut Verurteilter getränkt sind. Wir schlendern da heute drüber beim Einkaufsbummel, ein Liedchen trällernd und tun so, als gäb es nix Böses auf der Welt. Die Thematik hab ich im Song auf die Jetztzeit übertragen und ein bisschen rumgesponnen, wie man so eine Hinrichtung auch medienwirksam interessant aufziehen könnte.

In dem Song sagst du, dass die Boulevardpresse heute die Rolle der Scharfrichter übernommen hat - wie genau meinst du das?
Natürlich ist es nicht dasselbe. Aber ich finde, dass man in einflussreichen Medien mit einem Federstrich zumindest Existenzen vernichten kann. Es gibt ja auch mediale "Hexenjagden". Da gibt es zumindest semantisch Parallelen.

Ein Song der mich lyrisch zum Nachdenken bewegt hat war "Mordshunger" - mag sein, dass die Brücke jetzt etwas konstruiert klingt, aber wozu Hunger die Menschen bewegt, sieht man aktuell ja in Nordafrika. Die Medien stellen es gerne als Hunger nach Freiheit dar, aber ich sehe es eher so, dass es dem Volk egal ist wer wie regiert, solange es dem Volk gut geht. Wie hast du die Sache verfolgt und wie denkst du darüber?
Diese Revolutionen haben natürlich nichts mit dem Song zu tun. Ich könnte auch zu solch konkreten Ereignissen keine Songs schreiben, weil ich weder in der Materie bin, noch einen wirklich ehrlichen emotionalen Bezug zu den Menschen dort habe. Ich bin ein Mitteleuropäer, der von Ereignissen dieser Art aus dem Fernsehen erfährt, wo dir die Informationen suggestiv gereicht werden. Das einzige was ich machen kann, ist Songs zu schreiben, in denen ich diese Fernsehwelt beschreibe, in der ich von Leid und Tod zwischen zwei Tampon Werbespots erfahre.

Die von dir erzählte Geschichte sehe ich auch als Gegenentwurf zu den meisten Gangsterrappern, die Gewalt glorifizieren und als Weg zu Reichtum und Macht darstellen und nie darüber nachdenken, wie tief die Verzweiflung der Menschen sein muss. Nervt es dich wenn Menschen im Allgemeinen, aber auch Rapper im Speziellen mit Themen unreflektiert umgehen?
Jeder drückt sich so aus, wie er das möchte. Ich frage auch niemanden um Erlaubnis, wenn ich mich mitteile. Ich sehe das auch nicht als einen Gegenentwurf zu irgendwas. Ich denke, dass es nicht mehr lange dauert, bis Menschen Verzweiflungstaten begehen, weil sie ohne Erspartes nicht über die Runden kommen. Man wird vielleicht auch hierzulande irgendwann wieder hungern müssen.



"Jede Frau ist heilig und erscheint in einem gleißenden Licht bis zu dem Tag wenn er sie das erste Mal beim Scheißen erwischt" - was musste ich lachen - sind Frauen die heimlichen Herrscher über die Männer? Glauben wir nur das starke Geschlecht zu sein und sind letzten Endes doch hirnlose, testosterongesteuerte Roboter?
Kann sein. Weiß ich nicht. Ich hab letztens etwas Interessantes gelesen. Es wird ja immer behauptet, mit der Erfindung von Hiphop wären die schweren Gangkriege im New York der 70er beendet worden, weil man sich dann kreativ battlen konnte. Irgendein Zeitzeuge meinte aber, dass es vielmehr damit zu tun hatte, dass die Freundinnen der Gangmitglieder irgendwann die Schnauze voll hatten vom gegenseitigen Abknallen und mit Sexentzug gedroht hatten. Plötzlich war (vorerst) Frieden in der Hood. Man sieht, Frauen haben Macht.

Benötigen wir also keine Frauenquote in den Spitzenpositionen dieser Nation, wie es die Politik momentan fordert?
Hahaha wieso stellst du mir so eine Frage? Ich bin für Gleichberechtigung, von daher ja. Auf der anderen Seite erinner ich mich an meine Zivi-Zeit. Das war eine Krankenstation voller Schwestern und eine interessante Sozialstudie in Sachen Stutenbissigkeit und Intrigen. Und wie jeder weiß, sind die besten Köche auf diesem Planeten Männer. Ich bin verwirrt. Vielleicht sollte man die ganze Rollenverteilung noch mal überdenken.

Was die meisten ja gerne außer Acht lassen ist, dass der Circus Maximus ein Vergnügungsviertel war. Klar: Gladiatorenkämpfe sind aus unserer Sicht ein eher perverses Vergnügen, aber es gab ja auch Wagenrennen, Tavernen und andere Vergnügungen. Wie passt ein derart vergnüglicher Ort zu dir?

Hätte ich mir definitiv angeschaut. Ich tu mir ja auch Rach s Restaurantschule oder Dschungelcamp an, obwohl das eigentlich auch irgendwo pervers ist. Wie sehr kannst du eigentlich Falko von Morlockk trennen? Oder anders gefragt: Wie viel von dir als Privatperson steckt in deinen Texten?
Ich überziehe das natürlich alles sehr. Fakt ist aber: Ohne Falko hätte Morlockk keine Themen. Und ohne Morlockk wäre Falko ziemlich gelangweilt. Ab und zu treffen sich beide auf eine Runde Scrabble und bauen misanthropische Worthülsen mit dreifachem Wortwert. In deinen Texten nimmst du auch oft Bezug auf biblische Geschichten - was mich ehrlich gesagt bei jemandem, der im Osten aufwuchs, eher verwundert. Woher kommt das bei dir?
Das ist einfach eine wunderschöne Rhetorik. Ich habe das Buch nie komplett gelesen und werfe da auch ganz schön mit Halbwissen um mich. Aber es ist und bleibt nun mal ein wichtiges Werk der Menschheitsgeschichte und wenn man selbst große Geschichte schreiben möchte, kommt man nicht dran vorbei. Grundsätzlich bin ich aber kein religiöser Mensch. Ich halte nichts von der Schöpfungslehre und schon gar nicht von Intelligent Design. Wie stehst du Religion gegenüber? Siehst du einen Unterschied zwischen Religion und Kirche?
Ich akzeptiere Religionen und vor allem den Willen der Menschen an ihren Glauben. Ich würde niemals Leute bekehren wollen oder dergleichen. Bei mir hat das auch viel mit der Kindheitserziehung unter staatlichen Einrichtungen der ehemaligen DDR zu tun, in der Kirche und Staat klar getrennt waren. Wäre ich auf einem anderen Teil der Erde groß geworden, würde ich vielleicht jetzt ganz anders darüber denken. Leider empfinde ich es manchmal so, als ob Religionen die Menschen eher voneinander isolieren, anstatt sie zusammenzubringen. Das macht es mir als Erwachsenen nur noch schwerer, mich ernsthaft mit einer Religion auseinander zu setzen. Das wiederum muss man aber auch akzeptieren.
Im November hieß es noch, dass Mortis One dich in eine "Supercrew" berufen hätte - wie ist denn hier der Stand?
Da gibt es noch nix neues. Bis auf eine Anfrage von Mr.Q gab es da auch noch nichts Erwähnenswertes. Die Idee fand ich vielversprechend, ich darf aber auch nicht meine eigenen Projekte vergessen. Von daher: Mal schauen, was kommt.

Und wenn wir schon bei Zukunftsmusik sind: Dexter EP ?
Da bin ich momentan dran. Das Konzept steht, worüber ich aber jetzt noch nichts sagen möchte. Auch mit Spill gibt es schon Fortschritte. Seid gespannt.

Apropos EP. Circus Maximus soll ja dein letztes Album sein, weil du dich erst mal auf EPs konzentrieren möchtest. Kannst du das bitte genauer erläutern?
Warum die Abkehr vom Medium der LP hin zur EP und soll das eine Phase werden oder hast du prinzipiell keinen Bock
mehr auf LPs?
Also ich finde, dass man mit dem EP Format viel effizienter Konzepte umsetzen kann. Ein Album zu produzieren macht auch einen Riesenspaß, bringt aber auch die Gefahr mit sich, dass man sich eventuell bei einigen Songs wiederholt. Dazu kommt, dass ich so eine LP nicht in zwei Monaten runterschreibe und die größte Arbeit darin besteht, die älteren Songs am Ende noch einmal zu überarbeiten. Bei einer EP kann ich ein Projekt in kürzerer Zeit abschließen und bin dennoch gezwungen, schneller auf den Punkt zu kommen. Es wird sicherlich irgendwann wieder ein Album geben, aber momentan macht mir die EP-Arbeit mehr Spaß.


Ist das auch der viel gescholtenen kürzeren Aufmerksamkeitsspanne der Hörerschaft geschuldet?
Zum Teil auch, ja.



Talking bout Vinyl: Bist du altmodisch oder woher kommt die Wertschätzung des klassischen Vinyls?
Im Gegenteil. Ich nehme eine Wiederauferstehung des Vinyls wahr. Und für die Art von Mucke, die ich produziere, ist es wie gemacht: Klassiker auf einem klassischen Medium. Ich bin mir sicher, dass auch Jüngere die Liebe zum Vinyl entdecken werden. Jeder kennt die Plattensammlung vom Vater. Das sind dann auch meistens die Platten gewesen, von denen ich anfangs gesamplet habe. Von daher schließt sich der Kreis, wenn ich dann meine Sachen auch wieder auf Platte rausbringe.


Ebenfalls etwas "old fashioned" scheinst du mir bei den ganzen Social Networks und dem ganzen 2.0-Mediagetue zu sein. Liegt das an deiner journalistischen Ausbildung oder ist das so die "Big brother is watching you"-Paranoia?
Ach nö. Keine Paranoia. Ich muss da einfach nicht jeden Tag stattfinden. Ganz einfach. Ich wüsste nichts, was ich beispielsweise über Twitter mitzuteilen hätte. Ich hab auch einen Facebook Account seit ein paar Monaten und schau da einmal am Tag rein. Aber grundsätzlich ist mir das Ganze etwas fremd. Du sagtest mal in einem Interview, dass deine Jugend von Gewalt und Tristesse geprägt war - erinnert mich leicht an Tua, dessen Evigila auch nicht gerade musikalische Schonkost war und vor Pathos nur so strotzte. 
Parallelen gibts da bestimmt. Nur anders umgesetzt.


Deine Beschreibung von Leipzig als graue Stadt in der sich Vögel freiwillig in der Pleiße ertränken, hat mich etwas an die Evigilastadt erinnert. Was hat es mit dem Song Herkunft auf sich und was macht München zu einer solchen Stadt des Lichts?
Eigentlich entstand er aus einem flachen Joke, die Ost-West-Debatte neu aufzurollen und tief in die Klischeetonne zu greifen. Klare Kontraste. München reich. Leipzig arm. Eine Ode auf beide Städte. Und dennoch mein Bekenntnis ein stolzer Leipziger zu sein, praktisch eine Blume, die im Morast gedeiht. Irgendwo ist es natürlich auch ein Seitenhieb auf Songs, wo Menschen in der Blüte ihrer Jugend ihren Lebensraum in den düstersten Farben beschreiben.

Du sagtest ebenalls mal in einem Interview, dass du als Morlockk Crews wie die Orsons scheiße findest, aber als Falko einfach nicht schlecht über sympathische Menschen reden kannst. So ein Jekyll/Hyde-Doppelleben wie Tua wäre nichts für dich?
Das war etwas missverständlich von mir ausgedrückt. Also Orsons-Mucke wäre etwas, was ich als Morlockk niemals machen könnte und würde. Ich finde aber nicht alles scheiße. Das ist einfach so weit weg von meiner Vision von Rap. Aber das ist auch gar nicht schlimm. Ich find es super, wenn es viele Stilrichtungen gibt. Man würde mich aber quälen, wenn man ständig in Interviews Morlockk s Meinung zu Künstler X und Künstler Y einholen wollen würde. Denn Morlockk mag nur Morlockk . Falko sieht das alles etwas relaxter und versucht, die Intention dieser Künstler zu verstehen, warum sie das so machen. Wie du siehst, führe ich also schon ein Doppelleben.


Bei Rappern, die es mit Pathos und Leid unten halten fragt sich der Hörer ja auch gerne, ob diese Menschen auch privat in Schwermut versinken. Depression und Rapper? Passt das zusammen? Lady Bitch Ray stand ja Ende 2010 öffentlich zu ihrer Krankheit - ist Depression nicht nur im Profifußball ein Tabu, sondern auch im Rapgame?
Ich bin nicht depressiv. Ich habe ganz gute Verdrängungsmechanismen. Schreiben zum Beispiel. Frau Bitch Ray war andererseits ja auch nicht für ihre Weltschmerznummern bekannt. Ich persönlich mag Pathos, auch wenn sich das bei mir in einer ironischen Variante äußert. Aber es gibt nichts Schöneres als großartig-schwülstige Phrasenhüllen.


Ich danke dir für das interessante Interview. Gibt es noch etwas, was du gerne loswerden möchtest?
Ich habe zu danken. Ansonsten nur der Standard Crap: Circus Maximus gibts ab dem 28.Februar zum Beispiel unter www.spokenview-shop.com . Als CD, Doppelvinyl oder digital. Aloha.

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