Vor etwa vier Jahren hat sich die Deutschrap-Szene hinter den jungen Musikproduzenten Southstar gestellt. Nur kurz nach dem offiziellen Release seines Songs "Miss You", ein Dance-Remix von Oliver Trees "Jerk", veröffentlichte Star-DJ Robin Schulz einen nahezu identischen Track. Rapper wie Pashanim, Symba, Bausa, Prinz Pi und Ahzumjot solidarisierten sich in der Folge mit Southstar. Wurde damals wirklich ein aufstrebender Künstler beklaut? Stefan Dabruck, der unter anderem als Manager von Robin Schulz arbeitet, sieht das etwas anders. Im "People of Ibiza"-Podcast von Johannes Haller blickt er auf die Kontroverse zurück.
Stefan Dabruck: "Miss You"-Kopie von Robin Schulz war beabsichtigt
Zwar nennt Stefan Dabruck in dem Podcast keine Namen, es ist aber dennoch relativ offenbar, über welchen Disput er hier spricht. Er erinnert sich, dass sowohl sein eigenes Team rund um Robin Schulz als auch Southstar unabhängig voneinander dieselbe Idee hatten, "Jerk" von Oliver Tree in ein Dancefloor-Brett umzubauen.
Da Dabrucks Team allerdings schon den Originalkünstler an Bord hatte, hätten sie Southstar angeboten, sich zusammenzutun und einen gemeinsamen Remix zu veröffentlichen. Diesem Plan habe der junge Produzent angeblich auch zugestimmt. Aber "im Hintergrund hat er versucht, uns abzuziehen", meint Dabruck. Letzten Endes releaste der junge Produzent "Miss You" auf eigene Faust. Dabruck sorgte in der Konsequenz dafür, dass die Robin Schulz-Version möglichst schnell erschien – und zwar als beinahe direkte Kopie des Southstar-Tracks. Dass dieser Move beabsichtigt war, erklärte der Manager bereits 2022 in einem Statement.
Für den Manager sei es, trotz ganz bewusst inszenierter Racheaktion, eine "sehr harte Zeit" gewesen. Am Releasetag von Robin Schulz' "Miss You"-Version habe er im Krankenhausbett gelegen und den Shitstorm gehandhabt, der über sein Team hereingebrochen ist. Er hatte gerade erst eine fünfzehnstündige OP hinter sich gebracht, da er zu der Zeit mit Krebs an den Mandeln zu kämpfen hatte. Dabrucks Team sei dann nicht nur von "Rap-Vollpennern" bombardiert worden, Robin Schulz habe sogar Morddrohungen erhalten. Deshalb gibt der Manager auch zu, dass es falsch gewesen sei, die Streitigkeiten auf Kosten seines Künstlers auszutragen – dieser habe schließlich bis kurz vor Release noch geglaubt, es käme zum gemeinsamen Remix.
Trotz allem zeigt sich Dabruck bis heute stolz darauf, dass ihre Version den Track von Southstar wirtschaftlich "komplett vernichtet" habe. "Miss You" von Southstar steht bei Spotify aktuell bei knapp 230 Millionen Streams, der Song von Robin Schulz bei etwa 875 Millionen. "Never f*ck a f*cker", mahnt Dabruck abschließend.
Hier kannst du dir den gesamten Podcast angucken. Ab Minute 57:23 geht es um die Southstar-Kontroverse:
Southstar gab seinerzeit in seiner Instagram-Story an, dass er von Robin Schulz und seinem Team nie für eine Kollaboration angefragt worden sei. Auf die neuen Aussagen von Dabruck hat er bislang noch nicht reagiert.
Die damaligen Reaktionen aus dem Deutschrap findest du hier:
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