Millionen-Entschädigung: 5 Pointz-Graffiti-Künstler gewinnen Rechtsstreit

Es ist ein mächtiger Punktsieg für die Kunst. Nachdem im November letzten Jahres schon ein erster Etappenerfolg eingefahren werden konnte, muss die Beseitigung der 5 Pointz-Graffiti nun entschädigt werden. Ein Richter sprach 21 Künstlern eine Schadensersatzsumme von 6,7 Millionen Dollar zu.

Vorausgegangen war dem Fall die mutwillige Zerstörung von 49 Graffiti seitens des Investors Jerry Wolkoff. Er ließ die Werke in der bekannten Industrieanlage in Queens einfach weiß übermalen – nur um dann ungefähr zehn Monate später den gesamten Komplex abzureißen. Im ersten Urteil wurde vielen der Bilder der Rang eines Kunstwerks zugesprochen. Damit war der Weg für eine Schadensersatzforderung geebnet.

Der vorsitzende Richter Frederic Block erklärte den jüngsten Urteilsspruch wie folgt:

"Bedauerlich ist, dass 5 Pointz eine bekannte Touristenattraktion war, von der sich die Öffentlichkeit gerne gebührend verabschiedet hätte. Ihr wurde jedoch vorenthalten, einen letzten Blick auf die großartigen Arbeiten zu werfen. Es wäre eine wundervolle Wertschätzung für die Künstler gewesen, die sie mehr als verdient gehabt hätten."

Vielen Musikivideos diente das Areal als Kulisse. Visualisierungen der Songs von unter anderem Doug E. Fresh, Kurtis Blow, Grandmaster Caz, Mobb Deep, Rahzel, DJ JS-1, Boot Camp Clik, Joan Jett oder Joss Stone machten 5 Pointz weltberühmt. Jonathan Cohen, der in der Szene als Meres One bekannt ist, plante bereits das Gebiet in ein Graffiti-Museum umzuwandeln. Dieses Vorhaben ist nicht mehr umzusetzen und ein wichtiger Ort der New Yorker Hiphop-Kultur einfach so verschwunden.

Richter Block führt dahingehend aus, dass Wolkoff vor allem das geradezu sinnlose Übermalen der Kunstwerke zum Verhängnis wurde:

"Wenn er [Wolkoff] 5 Pointz nicht vor der eigentlichen Erlaubnis zerstört hätte, wäre es für das Gericht unmöglich geworden, einen Vorsatz erkennen zu können."

Der Investor hat aber ohne Vorwarnung geradezu "unbarmherzig" zum Übermalen ausgeholt und muss nun mit den juristischen Konsequenzen leben. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass er seit den Neunzigern den Fabrik-Standort für die Graffiti-Szene bereitgestellt hat. Er argumentierte vergeblich damit, dass die Artists schon seit Jahren von seinen Abrissplänen gewusst hätten. Wer einen Blick auf das unversehrte 5 Pointz-Gelände werfen möchte, kann sich diese Mini-Doku anschauen:

5 Pointz Documentary

My original music and voiceover was removed... original song was Empire State of Mind with Alicia Keys and Jay Z, but this instrumental beat YouTube provided will just have to do... In LIC, Queens, right on the outskirts of Manhattan, is 5 ptz.

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Kommentare

warte warte ... leute schmieren illegal privatgebäude voll und wenn der besitzer das übermalt muss er sie entschädigen? was zum teufel? wenn ich sagen wir mal toxics haus verklopappe und dann schadensersatz verlange weil toxic sein haus säubert, wäre das dann auch ein glorreicher punkte sieg?

offensichtlich 0 plan worum es geht

"Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass er seit den Neunzigern den Fabrik-Standort für die Graffiti-Szene bereitgestellt hat."

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Kollegah muss sich morgen vor Gericht verantworten

Kollegah muss sich morgen vor Gericht verantworten

Von Michael Rubach am 08.12.2020 - 09:14

UPDATE vom 8. Dezember:

Kollegah wurde vom Vorwurf des unerlaubten Waffenbesitzes freigesprochen. Laut Spiegel erklärte der Deutschrapstar vor Gericht, dass er nicht wisse, wie eine Schreckschusspistole in sein Auto gelangt sein könnte. Die Waffe gehöre ihm nicht. Der Luxuswagen habe zur Reparatur auf einem Parkplatz gestanden. Der Schlüssel zum Wagen hätte zudem auf einem der Reifen gelegen. Die Autoschlüssel seien verschwunden – die Waffe ist ebenfalls nicht wieder aufgetaucht. Kollegah vermutet, dass die Pistole zwischenzeitlich von einer unbekannten Person ins Auto gelegt worden sei. Die Staatsanwaltschaft konnte nichts Gegenteiliges beweisen. Daraufhin erfolgte der Freispruch. Kollegah nahm das Prozessgeschehen offenbar mit Humor und wird im Spiegel mit den Worten zitiert: "Da hat wohl jemand dem Boss eins auswischen wollen"

Original-Meldung vom 07. Dezember:

Wie bei so einigen seiner Berufskollegen steht auch bei Kollegah ein Gerichtsverfahren bevor. Er muss sich bereits morgen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz vor dem Amtsgericht im niederrheinischen Viersen verantworten. Ob er selbst bei dem Verfahren vor Ort sein wird, stehe noch nicht fest, wie unter anderem die Rheinische Post in ihrer Online-Ausgabe schreibt.

Polizei findet bei Kollegah Schreckschusswaffe

Die Story um Kollegahs eventuell verbotene Waffe geht so: Einer Polizeistreife fiel im Sommer 2019 ein Luxuswagen auf einem Parkplatz ins Auge. Daraufhin haben sich die Beamten den Wagen einmal genauer angesehen. Sie stellten dabei fest, dass in der Mittelkonsole eine Waffe lag. Eine Waffe, für die Kollegah offenbar nicht die notwendige Genehmigung vorlegen konnte.

Daraufhin verhängte das Amtsgericht einen Strafbefehl in Höhe von 12.000 Euro. Da Kollegah nicht bereit war, diese Strafe zu zahlen und Berufung einlegte, wird der Fall nun vor Gericht geklärt werden müssen.

Im Januar 2020 teilte Kollegah ein mutmaßliches Überwachungskameravideo bei Instagram, das er mit dem Zusatz "Danke für den Besuch" versah. Darauf waren Polizist*innen zu sehen, die sich mit dem Alpha Music Boss austauschten. Anschließend postete Kollegah das Foto eines Durchsuchungsbefehls. Bei der Aktion ging es demnach um die Sicherstellung einer Waffe. Womöglich die Waffe, um die sich der morgige Prozess dreht.

Auch in den letzten Wochen hatte Kollegah Kontakt mit der Polizei. Er und Asche lösten in Frankfurt einen Großeinsatz aus.

Kollegah löst Polizei-Großeinsatz in Frankfurt aus

Am Samstag hat ein Videodreh von Kollegah und Asche im Frankfurter Bahnhofsviertel für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Die Aufnahmen für den Clip, der zum kommenden Kollaboalbum "Natural Born Killas" der beiden Rapper gehört, haben bei Passanten einen etwas zu authentischen Eindruck gemacht, wie man einer Pressenachricht der Frankfurter Polizei entnehmen kann.


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