MGK vs. Eminem: Das Urteil der Fans zu Disstracks & Sieger (Umfrage-Ergebnis)

Wir haben in unserer Umfrage mehr als 11.000 Stimmen zum Beef von Machine Gun Kelly und Eminem in fünf Kategorien gesammelt. Wenig überraschend geht ein Großteil der Votes an Eminem – egal ob es sich um Beat, Punches, Musik oder den Gesamtsieg handelt. Nur in einer Kategorie hat MGK die Nase deutlich vorne.

Wer profitiert mehr vom Beef?

80,6 % - Machine Gun Kelly

19,4 % - Eminem

Die Überraschung in dieser Kategorie ist nicht allzu groß. Wenn Eminem – nach wie vor einer der größten Rapper der Welt – dir einen kompletten Song widmet, lernen dich plötzlich zigtausend neue Leute kennen. Selbst wenn die meisten davon MGKs Musik keine echte Chance geben dürften, bekommt sein neuer Output definitiv mehr Aufmerksamkeit als ohne den Beef. Was für ein Zufall, dass der Rapper aus Cleveland morgen eine neue EP am Start hat.

Dass auch Em von der ganzen Geschichte profitiert, steht außer Frage. Für ihn war dabei aber deutlich weniger zu holen. Sicher hat die mediale Präsenz des Konflikts auch auf seine "Kamikaze"-Verkaufszahlen einen positiven Effekt. Außerdem kann er sich nach Jahren mal wieder als der Battlerapper inszenieren, als der er schon vor über einem Jahrzehnt gefeiert wurde. Gerade nachdem vielen bei "Revival" (2017) der Biss und der Hunger gefehlt haben, ist so ein Disstrack ein gutes Mittel, um gegenzusteuern – passt außerdem zum "Kamikaze"-Mindstate.

Wer hat den besseren Beat gepickt?

66,8 % - Eminem (IllaDaProducer)

33,2 % - Machine Gun Kelly (Ronny J)

Bevor wir zu den im Beef entscheidenden Kategorien kommen, geht es jetzt erstmal kurz um die Musik. Wenn man Eminems Stan-Bonus berücksichtigt, ist das Ergebnis bei der Beatwahl schon fast ordentlich für MGK und Ronny J ausgefallen. Dennoch holt das Instrumental des noch relativ unbekannten IllaDaProducer doppelt so viele Stimmen. Für ihn dürfte 2018 ohnehin zur Erfolgsgeschichte werden, nachdem er schon an vier Songs auf "Kamikaze" beteiligt gewesen ist (darunter der größte Hit der Platte "Lucky You" mit Joyner Lucas).

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Welcher Track ist aus musikalischer Sicht gelungener?

73,9 % - Eminem

26,1 % - Machine Gun Kelly

Ja, die Musik ist sekundär bei Disstracks. Dieser Punkt könnte allerdings für MGK in Zukunft schwerer wiegen. Wenn der Beef bald vorbei ist (man bekommt aktuell nicht das Gefühl, dass die Sache noch wirklich hässlich wird) und irgendwann nur noch vereinzelte Hater ihren Weg auf Kellys Social-Media-Kanäle finden, bleiben vom Konflikt zwei Songs übrig. Mit der Zeit werden immer mehr unvoreingenommen zuhören und vielleicht bleibt mancher dann doch auf seinem Spotify-Profil hängen.

Für Eminem steht dafür ein neuer Song auf der Habenseite, den die Fans offenbar auch abgesehen von textlicher und technischer Finesse feiern können. Der moderne Beat passt ihm besser, als er es sich vielleicht letztes Jahr eingestanden hätte. Und die Shady-Aggression in der Stimme hatten einige schon viel zu lange vermisst. Auch hier: Für unsere User ganz klarer Sieg für Mr. Mathers.

Wessen Punches treffen härter?

89,3 % - Eminem

10,7 % - Machine Gun Kelly

Die wichtigste Kategorie geht für die Teilnehmer der Umfrage mit massivem Abstand an Em. Wie er das geschafft hat, obwohl er auf einige der vermeintlich treffenderen Punches von MGK nicht eingeht, haben wir gestern genauer unter die Lupe genommen. Er hat sich gezielt einige der oberflächlichen Lines von MGK herausgepickt und gekonnt ins Lächerliche gezogen oder gekontert.

Auf die Vorwürfe, Eminem habe hinter den Kulissen versucht, MGK von Diddy und Jimmy Iovine ins Abseits stellen zu lassen, antwortet er mit einer halben Zeile, ohne wirklich auf den Inhalt einzugehen. Dass der "big bad bully" des Rap Games nicht auf einen Witz klarkommen würde, war in diesem Zusammenhang eine treffende Line von Kelly. Ems Antwort gab es nur im Interview mit Sway Calloway: Darin sagt er, die Story sei frei erfunden.

Für die Befragten besteht jedenfalls kein Zweifel daran, dass Eminem seinen Gegner hier zerstört hat. Die Frage, wie viele Prozente auf den "Rap God"-Bonus zurückzuführen sind, wirft die letzte Kategorie auf.

Ordne den Sieger auf einer Skala von 0-10 ein!

  • 50,6 % - 0 (MGK wurde komplett zerstört)
  • 8,8 % - 1
  • 12,6 % - 2
  • 8,5 % - 3
  • 4,1 % - 4
  • 3,5 % - 5 (Unentschieden)
  • 2,5 % - 6
  • 3,2 % - 7
  • 2,4 % - 8
  • 0,8 % - 9
  • 3,0% - 10 (Eminem wurde komplett zerstört)

Ganz eindeutige Sache. 84,6 % sehen Eminem – mal knapper, aber häufig deutlicher – als Sieger des Beefs. Das war zu erwarten, ist in seiner Deutlichkeit aber schon irritierend. Über die Hälfte (!) aller Antworten hält ihn nicht nur für den Gewinner, sondern findet "Killshot" kommt einer absoluten Zerstörung gleich.

Gut möglich, dass wir nicht mit dem gleichen Maß messen, aber die Extrema der Skala waren jeweils für eine Beerdigung à la "Das Urteil" gedacht. Davon kann man nun wirklich auf keiner der beiden Seiten sprechen. Der Beef wurde kaum persönlich oder allzu schmerzhaft für eine Partei.

Mittlerweile machen die ersten Verschwörungstheorien die Runde, der ganze Beef sei nur inszeniert gewesen, um die Verkaufszahlen der Rapper zu pushen.Beide stehen bei Interscope unter Vertrag. Außerdem hat Ronny J sowohl beim Auslöser "Not Alike" als auch bei "Rap Devil" Produzenten- und Songwriter-Credits. Zwei Indizien, die Sinn ergeben, aber nicht für Klarheit sorgen werden. Am Ende sieht es jedoch so aus, als hätten alle Seiten von MGK vs. Eminem profitiert: Rapper, Labels und die Fans. 

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50 Cent mit Rundumschlag: Diss gegen Meek Mill, Rick Ross & Roc Nation CEO

50 Cent mit Rundumschlag: Diss gegen Meek Mill, Rick Ross & Roc Nation CEO

Von Michael Rubach am 06.07.2020 - 19:58

50 Cent wird einfach nicht müde, seine Rolle als Provokateur zu spielen. In einer weiteren Episode des Young Money Radio mit Lil Wayne ist es Fifty nun gelungen, mit ein paar knappen Ausführungen gleichzeitig gegen Meek Mill, Rick Ross und die First Lady von Roc Nation auszuteilen. Zumindest lässt die Art und Weise der Formulierung kaum eine andere Interpretation zu.

Meek Mill, Rick Ross & Roc Nation CEO: 50 Cent disst wild herum

Lil Wayne ist sichtlich amüsiert, als Fifty einige rhetorische Fragen in den Raum wirft. Im Vorfeld erklärt er noch, keine Namen nennen zu wollen. Auch ohne Namedropping ist es jedoch ziemlich offensichtlich, an welchen Vertretern des US-Raps sich der New Yorker auslässt.

"Ich sage nur, wenn du für eine Gefängnisreform stehst, wie kannst du bei einem Justizvollzugsbeamten unterschreiben und von einer Snitch gemanagt werden? Hilf mir, Hilf mir. Ich schaue mir nur bestimmte Dinge an und denke: 'Warte, was ist das?'"

("I'm just gonna say, if you represent prison reform, how do you sign to a correctional officer and you managed by a snitch? Help me, help me with this man. I just look at certain sh*t and I go, 'Wait, how is that?'")

Unter anderem zusammen mit Jay-Z bildet Meek Mill ein Teil der Reform Alliance. Das Ziel der Organisation ist es, die geltende Gesetzeslage in Amerika zu ändern. Eine Gesetzeslage, die Meek Mill schon mehrfach wegen kleinerer Delikte in den Knast brachte und dafür sorgte, dass er eine extrem lange Zeit auf Bewährung unterwegs war.

Wenn 50 Cent also über jemanden spricht, der für eine Gefängnisreform einsteht, dann meint er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Meek Mill. Jay-Z zeigt in dieser Angelegenheit nicht so viel Gesicht wie sein jüngerer Mitstreiter.

Jay-Z & Meek Mill kämpfen mit 50 Millionen Dollar für Justizreform

Meek Mill und Jay-Z machen ernst: Zusammen mit Partnern aus der Sport- und Business-Welt planen sie nicht weniger, als das amerikanische Justiz-System zu reformieren. Dafür haben sie die Initiative "Reform Alliance" ins Leben gerufen, wie auf einer Pressekonferenz in New York bekanntgegeben wurde.

Beim "Justizvollzugsbeamten" bezieht sich der New Yorker offensichtlich auf Rick Ross. Officer Ricky war schließlich vor seiner Rapkarriere im Gefängnis angestellt. Er ist zugleich einer der Lieblingsfeinde von Fifty. Wie es der Zufall so will, ist Meek Mill ein Künstler auf Rick Ross' Label Maybach Music Group.

Bliebe noch die Snitch, von der Meek Mill angeblich gemanagt werden soll. Hierbei dürfte es sich um Diseree Perez handeln, die Ende 2019 zum CEO von Roc Nation ernannt wurde. Das von Jay-Z gegründete Unternehmen ist für das Management von Meek Mill zuständig.

Desiree Perez soll laut US-Presse in den Neunzigern mit über 30 Kilo Kokain erwischt worden sein. Anschließend sei sie als Informantin für die DEA (Drug Enforcement Administration) tätig gewesen. Diese eher kuriose Verbindung von Meek Mill und Frau Perez ist auch schon 6ix9ine aufgefallen.

Das gesamte Konstrukt, in dem sich Meek Mill bewegt, findet Fifty offenkundig ziemlich lächerlich. Es ist für ihn augenscheinlich komplett paradox, dass sein Kollege aus Philadelphia wie kaum ein Zweiter für Veränderungen im amerikanischen Justizsystem wirbt. Meek Mill lässt sich von Fiddy jedoch nicht aus der Reserve locken und beurteilt das Getöse als eher "corny", wie er auf Twitter schreibt. Zuletzt war er dafür an einer anderen Beef-Front aktiver:

Freddie Gibbs & Akademiks Beef eskaliert: "Ich foltere dich, bis du das Game verlässt"

In der US-Rap-Szene brennt's: Freddie Gibbs und der Blogger DJ Akademiks tragen aktuell einen Rap-Beef aus, wie er im Bilderbuch steht. Von den klassischen Schwanzvergleichen bis hin zu genialen Memes und natürlich einer Prise 6ix9ine (wie auch sonst?) ist alles dabei.


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