Metrickz haut "Ultraviolett 3" raus und spricht über seinen geplatzten EGJ-Deal

Wenige Tage nach der Albumankündigung und ohne ausgedehnte Promophase hat Metrickz in der Nacht zu Dienstag sein neues Album "Ultraviolett 3" rausgehauen.

Am vergangenen Freitag ging in Form von "Nach oben fallen" die erste Single online, nun ist das komplette Album veröffentlicht. Es hält 12 neue Songs bereit, darunter der Track "12 ML". Auf diesem spricht er unter anderem über seinen nicht zustande gekommenen ersguterjunge-Deal, der im Juni 2017 aufgrund einer Textzeile von Metrickz in trockenen Tüchern schien. Nun heißt es auf "12 ML":

"Ich hab' den EGJ-Vertrag auf meinem Tisch gehabt/Als Bu mich signen wollte, war das wie ein Ritterschlag/Doch ich entschied mich dazu, weiterhin mein Ding zu tun/Death of Major kam gerufen so wie Jindujun"

Death of Major lautet der Name seines eigenen Labels, über das Metrickz inzwischen seine Releases veröffentlicht. So auch jetzt "Ultraviolett 3".

Bushido hatte sich beim YouTuber MarvinCalifornia ähnlich zu der Thematik geäußert. Er habe eine Zeit lang guten Kontakt mit Metrickz gehabt und es sei zu Gesprächen über Deals und Beteiligungen gekommen. Allerdings habe das Ganze für Metrickz keinen Sinn gemacht, da dieser immer selbstständig und unabhängig arbeitete und auch zum damaligen Zeitpunkt einen eigenen Vertriebsdeal am Start hatte.

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Ohnehin sei der Impuls, Metrickz zu signen, nicht von Bushido ausgegangen:

"Das hatte jemand anderes an meiner Seite fokussiert. Deswegen war ich auch nicht so traurig darüber, dass es nicht geklappt hat. [...] Ich war da nicht so mit Herz bei der Sache. [...] Jemand anderes in meinem Umfeld wollte das halt unbedingt. [...] Dass es dann am Ende nicht geklappt hat, ist okay, ist gut, und ich glaube für Metrickz war es sehr, sehr gut, dass er nicht bei mir gesignt hat."

Heute hätten die beiden keinerlei Kontakt mehr, was jedoch nicht an Feindseligkeiten liege, es habe sich einfach so ergeben.

"Was für'n Gefühl, wenn Arafat dir sagt, dass Sonny dich signt", rappte Metrickz auf der Bonus-EP zu Bushidos Album "Black Friday". Kurz darauf dementierte Bushido das Gerücht über ein mögliches Metrickz-Signing.

Check hier ab, was Bushido zu seinen ehemaligen Künstlern und den Disses auf "JBG 3" sagt. Zudem kannst du in den Song "12 ML" von Metrickz reinhören:

Bushido über "JBG 3", seine Ex-Signings Shindy, Laas, Ali Bumaye & mehr

Bushido spricht davon, dass 2017 eine regelrechte "Feindschaft" zwischen ihm und Kollegah und Farid Bang entstanden sei. Er findet diese Entwicklung ...

Ultraviolett 3

Ultraviolett 3, an album by METRICKZ on Spotify

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Von Graffiti zu "CCN": Fler rekonstruiert seine Hiphop-Geschichte

Von Graffiti zu "CCN": Fler rekonstruiert seine Hiphop-Geschichte

Von Michael Rubach am 27.03.2021 - 14:51

Fler taucht tief in seine persönliche "History of Berlin" ein: Flizzy lässt auf dem gleichnamigen YouTube-Kanal nämlich seinen eigenen Hiphop-Werdegang Revue passieren. Die ersten Berührungspunkte mit der Kultur, die Leidenschaft für Graffiti Writing und nicht zuletzt das Deutschrap-historisch wichtige Aufeinandertreffen mit Bushido – bis einschließlich 2003 beleuchtet der Maskulin CEO seine Hiphop-Sozialisation in der Hauptstadt.

Fler: "Da hast du zum ersten Mal gemerkt, es gibt eine Deutschrapszene"

In Süd-Berlin kam Fler schon in jungen Jahren mit Hiphop in Kontakt. Die stationierten Soldaten der Alliierten Streitkräfte verbreiteten den amerikanischen Spirit. Die erste Rap-CD kommt dabei vom Nachbarn: "Da Mystery of Chessboxin'" vom Wu-Tang Clan. Fler beschreibt, wie er in der Kultur Halt findet, sich beweisen will und nach Anerkennung sucht. Er habe "radikal" seine Kunst ausleben wollen. In der Schule sei es damals vor allem um Graffiti gegangen.

"Auf dem Schulhof gab's kein Thema, was so wichtig war wie Graffiti. Es war Wahnsinn, wie die Jungs alle auf diesem Film waren: 'Okay, Graffiti ist der Shit und wir müssen hier Qualität abliefern, wirklich auf 'nem hohen Niveau.' Da hat man schon gemerkt, es waren junge Kids, die Hardcore-Leute aus der Szene als Vorbilder hatten. In diesem Alter ging es wirklich darum, dass man mittlerweile genau seine Vorbilder in der Hiphop-Szene hatte. Jeder wusste: Wenn du dich morgen dazu bekennst, dass du Writer wirst, dann ist es mehr als nur: 'Ich mal jetzt 'n bisschen'. Dann war klar: Du bist Teil einer Szene, die nicht sehr einfach ist."

Immer wieder betont Fler das Berlin-typische Konkurrenzdenken. Es sei stets darum gegangen, sich zu behaupten und sich seinen Respekt zu verdienen. All das sei eine "harte Schule" für ihn gewesen. Das Kennenlernen mit Bushido während der Malerausbildung brachte Fler schließlich nach und nach auf die musikalische Schiene. Die Connection mündete bekannterweise in der Entstehung des stilprägenden Kollaboalbums "Carlo Cokxxx N*tten" (2002).

Die Begegnung mit anderen Teilen der Deutschrapszene auf dem Splash! Festival schildert Fler rückblickend hingegen als regelrechten Kulturschock. Vorher habe er Rap vor allem aus einer Berliner Perspektive wahrgenommen.

"Da hast du zum ersten Mal gemerkt, es gibt eine Deutschrapszene. Wir sind da mit paar Kumpels übers Feld gelaufen, haben das "Carlo Cokxxx N*tten"-Tape aus so Pappkartons für 10 DM verkauft und haben dann zum ersten Mal diese Käuferschaft von Deutschrap gesehen und es war für mich - bei aller Liebe - nichts, womit ich mich identifizieren konnte. Irgendwelche Dorf-Kiddies, die sagen 'Samy Deluxe ist der bessere Freestyler', war für uns mit dieser Berliner Mentalität nicht vereinbar."

Diese beschriebene Einstellung spiegelte sich wohl auch bei einem kleinen Konflikt mit Melbeatz wider. Mit der Queen of Beats, die damals bei Optik Records unter Vertrag stand, sei es auf dem Splash! beinahe zu einer Schlägerei gekommen. Ein auf den Boden geworfener Flyer sei der Auslöser gewesen. Heute kann Fler darüber vor allem schmunzeln: "Mel ist die Beste, ich liebe die."

Die Episode "History of Berlin" hört an dem Punkt auf, an dem Fler selbst einen Plattenvertrag bei Aggro Berlin bekommt. Ein zweiter Teil von Flers Berlin-Geschichte soll am kommenden Ostermontag erscheinen.

Eine Legende aus der Hauptstadt, für die Fler Hochachtung empfindet, war Maxim. Hier kannst du die Zeitreise mit dem bereits verstorbenen Hiphop-Pionier anschauen.

"Hiphop-Messias" Maxim führt durch zwei Jahrzehnte Berliner Geschichte


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