Metal Gear Rising: Revengeance (PS3)
Die Skepsis der Fans war sicherlich nicht von der Hand zu weisen als Metal Gear Rising: Revengeance angekündigt wurde. Kein Stealthgame, sondern Action satt? Kann das gut gehen? Da man es nicht oft genug sagen kann: Metal Gear Rising: Revengeance ist ein Spin Off - es hat nichts mit Metal Gear Solid 1 - 4 zu tun. Klar gibt es hier und da Anleihen an das Original, aber das Game um Raiden ist voll und ganz eigenständig zu betrachten. Raiden arbeitet in Revengeance für eine private Militärorganisation und soll in Afrika den Ministerpräsidenten N'mani beschützen. Ein Überfall und eine Entführung später ist Raiden sauer und hetzt hinterher. Leider erfolglos, denn beim anschließenden Kampf geht Raiden gnadenlos unter und verliert einen Arm und ein Auge. Gut nur, dass die medizinischen Fortschritte bionische Implantante erlauben und Raiden ein verbesserter Arm und ein elektronisches Auge verpasst bekommt. In den folgenden Stunden begibt sich Raiden auf die Suche nach den Verantwortlichen. Da hier nicht zu viel über die Story verraten werden soll, sei nur noch so viel gesagt: Hideo Kojima war mit an Bord und so ist sichergestellt, dass der Plot ins Universum passt und uns einige neue Informationen zu Raidens Vita liefert.


Das Spielprinzip selbst ist sehr simpel: Schnitzel mit Raidens Katana alles klein, was sich dir in den Weg stellt. Du willst schleichen? Schleich Di; wie der Bayer sagt! Vielmehr darf man sich an Bayonetta orientieren - Schnitzelkost auf Speed! Das Kampfsystem ist auf einen normalen und einen harten Angriff ausgelegt. Mehr braucht es erst einmal nicht, denn diese beiden lassen sich zu allerhand Kombinationen verknüpfen. Wenn man dann noch das Blocksystem, welches mittels Kombination aus Richtungs- und Aktionstaste funktioniert, verstanden hat, dann kann einen fast nichts mehr aufhalten. Wobei... Metal Gear Rising: Revengeance ist kein Zuckerschlecken. Die Kämpfe sind alle nach dem Motto: "Hart aber Fair" und gerade in den höheren Schwierigkeitsgraden ist blocken das A und O. Darüber hinaus gibt es den sog. "Blade-Modus", in dem Raiden via Bullettime die Zeit verlangsamt, um Raiden genau definierte Messerschnitte ansetzen zu lassen. Brutal und effektiv, denn so lassen sich Schwachstellen der Gegner mit chirurgischer Präzision angehen. Dies geht sogar so weit, dass Raiden einen Gegner erst in der Mitte durchschneidet und anschließend durch Greifen der dann blau leuchtenden (Cyborg-)Wirbelsäule oder des Herzens die eigene Energie komplett herstellt. Es geht bei Metal Gear Rising: Revengeance definitiv nicht harmlos zur Sache.






Der Blademodus bringt auf diese Weise zusätzliche Punkte aufs virtuelle Konto - wer mit Rang S abschließt wird zudem reich belohnt und darf die so erhaltenen Punkte in Raidens Eigenschaften investieren. In der Regel geht es also mit Hochgeschwindigkeit zur Sache - lediglich vereinzelt - schleicht Raiden in Boxen versteckt an Wachen vorbei oder hält sich anders bedeckt. Das ist allerdings eher als Hommage denn als Spielelement zu verstehen.

Weniger als Hommage, denn als Prüfung sind die Bosskämpfe zu sehen. Während die normalen Bosskämpfe einfach nur schwer sind, ist der letzte Gegner eine wahrhaft harte Nuss. Selten in meinem Gamerleben habe ich dermaßen laut geflucht. Dieser hat 15 Angriffsmuster, die zufällig angewendet werden und... mich gefühlt um den Verstand gebracht hat.  Hart und unfair!





Und was kommt dann? Dann kann man Metal Gear Rising: Revengeance erneut angehen, um auf die Suche nach versteckten Laptops zu gehen, um so VR-Missionen freizuschalten. Oder eben S-Ränge jagen, was bei höheren Schwierigkeitsgraden schwer genug ist.



Während das Gameplay vom Hocker haut, fallen einige technische Details weniger positiv auf. So auch die Kamera. Zwar kann diese nachjustiert werden, wenn es allerdings auf Geschwindigkeit ankommt und ein Gegner die Sicht versperrt ist das mehr als ärgerlich.  Das wird durch das abgefackelte Effektfeuerwerk zwar entschädigt, allerdings fragt man sich, warum eine Großstadt menschenleer ist. Das ist allerdings wirklich schon alles, was man Metal Gear Rising: Revengeance anlasten kann. Die Zwischensequenzen sind eines Metal Gears würdig, die Akkustik geht das hitzige Tempo mit und die tolle (englische) Sprachausgabe ist ebenfalls mehr als positiv.
Bewertung:
7,5 von 10
Fazit:
Metal Gear Rising: Revengeance
  kann nicht ganz mit DMC und auch nicht mit Bayonetta mithalten. Trotzdem ist Metal Gear Rising: Revengeance ein actionreiches wie schnelles Spiel. Geübte Spieler sehen bereits nach sechs Stunden den Abspann. Abgesehen vom unglaublich harten Endkampf, macht Metal Gear Rising: Revengeance   alles richtig und Fans dürfen auf eine Fortsetzung hoffen - auch wenn ich den dann folgenden Endboss vermutlich noch mehr hassen werde.





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