Die dritte Saison der Icon League steht kurz bevor. Für den kommenden Sonntag ist der erste Matchday angesetzt. Mit dem FC Istanbul United, angeführt vom ehemaligen Fenerbahçe-Spieler Hasan Ali Kaldirim und Streamer Mert, sollte auch ein ganz neues Team mit am Start sein. Via Instagram macht die Mannschaft jetzt aber bekannt, von dem Turnier zurückzutreten. Grund dafür ist der Sponsor der Icon League. Die Neuzugänge bleiben mit ihrer Entscheidung nicht allein.
FC Istanbul United sagt der Icon League noch vor Beginn der dritten Saison ab
"Es tut uns aufrichtig leid, dass wir euch in den letzten Tagen keine Informationen gegeben haben", heißt es seitens FC Istanbul United zu Beginn ihres Statements. Offenbar hätten viele Zuschauerinnen und Zuschauer auf ein klares Zeichen gewartet. Von außen betrachtet sei die Gesamtsituation aber nicht so einfach gewesen.
Worum geht es überhaupt? Die von Elias Nerlich und Toni Kroos ins Leben gerufene Icon League hatte bekanntgegeben, sich Coca-Cola als Sponsoren sichern zu können. Dem Getränkeriesen wird jedoch vorgeworfen, Israel politisch zu unterstützen.
Laut der nicht unumstrittenen "Boycott, Divestment and Sanctions"-Bewegung (BDS) betreibt Coca-Cola eine Produktionsstätte im Industriegebiet Atarot; eine israelische Siedlung im besetzten Westjordanland, das eigentlich palästinensisches Gebiet ist. Derartige Siedlungen sind nach internationalem Recht illegal. Deutschland, Österreich und Tschechien haben die BDS-Kampagne dagegen als antisemitisch eingestuft. Das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet sie als "extremistischen Verdachtsfall".
"Von Beginn an hatte ich meine klare Haltung zu dem Thema", kommuniziert Teamhead Mert Abi auf Instagram. Intern habe sich alles jedoch hingezogen. "Wir haben als Team alle Argumente angehört", auch mögliche Lösungsansätze seien geduldig abgewartet worden.
Seither habe sich aber wohl wenig getan – und nun sei der Punkt erreicht, an dem das Team nicht länger stillbleiben könne. Letztlich würden "Werte, Haltung [und] Mitgefühl" schwerer wiegen als jegliche Chance auf sportliche Erfolge in der Icon League.
"Darum sage ich heute, in meiner Person, aber auch im Namen von Istanbul United, dass wir nicht an der Icon League teilnehmen werden."
Der Teamkapitän bittet um Verständnis und hofft gleichzeitig, dass diese Entscheidung nachvollziehbar ist.
Hier kannst du dir das gesamte Statement anschauen:
Der FC Istanbul United sollte eigentlich als Ersatz für den FK Motor Neufünfland dienen. Das Team, geführt von Tim Kleindienst, Torsten Mattuschka und Finch, wird in der dritten Saison der Icon League nicht dabei sein, wie das Turnier vor einigen Tagen auf Instagram bekanntgegeben hat: "Diese Entscheidung wurde seitens der Liga getroffen und wird vom FK Motor Neufünfland mitgetragen."
In einem eigenen Post meldeten sich die Team-Chefs etwas später selbst zu Wort. Böses Blut scheint es nicht zu fließen, aber FiNCH verdeutlichte dort nochmals: "Wir wollten nicht gehen, wir wurden gegangen."
Auch B2B United-Chef tritt zurück
Etwa zur selben Zeit hat sich am Sonntag der Fußballer Bilal Kamarieh zu Wort gemeldet. Zusammen mit Benjamin Henrichs führt er das Team B2B United an. Doch auch er zieht jetzt einen Schlussstrich. Er könne dieses Amt mit Blick auf den Sponsor schlicht nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren. Gleichzeitig betont er, dass er diese Entscheidung für sich allein getroffen habe, und bittet seine Community, nicht diejenigen anzugehen, die trotzdem bei der Icon League mitmachen.
Eine offizielle Antwort der Icon League bleibt noch aus. Bis zum ersten Matchday müssen nun aber noch einige Lücken gefüllt werden. Elias Nerlich hat am Sonntagabend das Thema in einem längeren Stream zumindest angeschnitten. Tief ins Detail konnte er dort nicht gehen, aber er erzählte davon, dass sein Handy glühen würde und er an Lösungen arbeite.
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