In Baltimore ist die Lage äußerst angespannt. Die letzten Wochen waren geprägt von Protesten und Straßenschlachten. Im Mittelpunkt steht der Tod des  25-Jährigen Afroamerikaners Freddie Gray. 

Während die Vorkommnisse weltweit diskutiert werden, äußerten sich nun auch Rapper wie The Game, Young Thug, Ice Cube und Meek Mill zu diesem sehr brisanten Thema, das besonders in den Staaten (aber auch darüber hinaus) für mächtig Gesprächsstoff sorgt.

Freddie Gray starb Tage nach seiner Festnahme aufgrund von Rückenmarksverletzungen. Nun stehen sechs Beamte, fünf Männer und eine Frau vor Gericht. Die Vorwürfe lauten fahrlässige Tötung, Körperverletzung, Amtsvergehen und, in einem Fall, Mord mit bedingtem Vorsatz. 

Der Anklage nach sollen die Polizisten Gray illegal festgenommen, danach in einen Bus geworfen und nicht angeschnallt haben. So sei er durch die Stadt transportiert worden. Während der Fahrt sei Gray dann das Genick gebrochen. 

Die genauen Todesumstände müssen noch geklärt werden. Währenddessen spitzt sich jedoch die Lage in Baltimore weiter zu. In den Medien ist von Plünderungen, Chaos und Gewalt auf den Straßen die Rede.

The Game erklärt gegenüber dem Complex Magazine, er sei Zeuge der Unruhen 1992 in Los Angeles gewesen und habe demnach auch gesehen, welche Schäden entstanden wären. Nicht nur in  L.A., sondern auch in den einzelnen Vierteln wie Watts, Compton und South Central. Im Endeffekt hätten sie ihre eigene Nachbarschaft zerstört, so The Game. Geschäfte mussten schließen und ihre Eltern deshalb noch weitere Wege zurücklegen. Die Vorgänge in Baltimore würden ihn an diese Zeit erinnern.

Er könne jedoch nachvollziehen, dass die Menschen genug hätten und müde sein würden. Er verstehe die Wut, der dort Ausdruck verliehen würde. Man solle sich nur mal anschauen, wie lange die Afro-Amerikaner Opfer ihrer Umstände gewesen seien. Von der Zeit der Sklaverei zu der Periode, als man nicht wählen durfte, bis jetzt.

Zudem kritisiert er, dass schwarze Menschen allgemein das Ziel von Ungerechtigkeit seien. Kinder wären erschossen und verprügelt worden. Man habe schon alles Mögliche gesehen und nun habe man genug. So führt The Game noch ein Beispiel an, als er CNN schaute und die Kinder dort als Verbrecher und Tiere bezeichnet wurden. Dies mache diese Kinder nur noch wütender.

Das alles passiere, während es unter den Polizisten, Feuerwehrmännern und Kongressabgeordneten wirkliche Verbrecher gäbe. The Game habe zudem nichts über Social-Media gepostet, weil er in der Vergangenheit dafür angefeindet worden wäre. Er habe keine Lust sich unter den Posts zu rechtfertigen, betonte The Game. Er wollte warten, bis er diesen Brief hier schreiben konnte, um seinen Standpunkt klarzustellen.

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"Squid Game" & die Hood: Meek Mill sieht Parallelen

"Squid Game" & die Hood: Meek Mill sieht Parallelen

Von Michael Rubach am 13.10.2021 - 14:21

Kaum jemand ist in den letzten Wochen um den Netflix-Hit "Squid Game" herumgekommen – auch Meek Mill nicht. Für den US-Rapstar aus Philly ist eine der Kernthematiken der Serie auf den alltäglichen Struggle in der Hood übertragbar.

Meek Mill beobachtet das "Squid Game" in der Hood

Laut Meek Mill (jetzt auf Apple Music streamen) spiele sich in einem anderen Setting das "Squid Game" in der Realität bereits ab. Seiner Auffassung nach veranschauliche die Serie, was Menschen alles tun würden, um zu überleben. Armut setze in der Hood die exakt gleichen Mechanismen in Gang. Um dies zu verhindern, müsse dort für Geld und Arbeit gesorgt werden. Dies sei eine "Botschaft des gesunden Menschenverstandes".

In "Squid Game" haben 456 Menschen die Möglichkeit, auf einen Schlag ihre finanziellen Sorgen loszuwerden. Dazu müssen sie jedoch eine Reihe von Survival-Games wortwörtlich überleben. Die Serie von Hwang Dong-hyuk ist inzwischen zur meist gesehenen Netflix-Produktion ever aufgestiegen.

Diese "Fabel über eine moderne kapitalistische Gesellschaft", wie Hwang Dong-hyuk seine Geschichte bei Variety bezeichnet, zeigt Ungleichheit und ihre Folgen auf. Meek Mills Interpretation der Serie wird von Teilen der Twittercommunity als komplett zutreffend betrachtet. So gehe es schließlich auch in der Hood darum, es irgendwie bis zum nächsten Tag zu schaffen und klarzukommen, heißt es etwa. So einfach ist die Rechnung jedoch nicht für alle. Die eskalierende Gewalt in den Straßen ist nicht für jeden ausschließlich mit Armut erklärbar.

Dass der Weg zum persönlichen Reichtum auch abseits von "Squid Game" mit Schmerz verbunden ist, verdeutlicht Meek Mill mit seinem aktuellen Album "Expensive Pain". Hier kannst du reinhören:


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