"Mausi Gate" reloaded: Mateo von Culcha Candela entschuldigt sich

Für Mateo von Culcha Candela ist es ein gutes halbes Jahr nach dem "Mausi Gate" an der Zeit "Klartext zu sprechen". Genau das ist ihm in einem jüngst online gegangenen Podcast nicht gelungen. Dafür hat er auch öffentliche Kritik aus dem Kreis seiner Band einstecken müssen (wir berichteten). Auf seinem eigenen Instagram-Profil holt der Musiker nun zu einer umfangreichen Entschuldigung für sein Verhalten aus. Er richtet sich aber auch mit teilweise scharfen Worten an die "Hater".

Nach Podcast-Auftritt: Mateo von Culcha Candela veröffentlicht Entschuldigung

Die Caption von Mateos Instagram-Post lautet schlicht: "Es tut mir leid." Auf mehreren dazu geposteten Text-Tafeln kommt er schnell zum Punkt. Wer hat da mit einer Teenagerin geschrieben, die Culcha Candela als Act für ihren 18. Geburtstag gewinnen wollte? "ich war's!" [sic!], lässt Mateo ohne Umschweife wissen. Auch abgehoben wirkende Vergleiche zu Drake und Co. sowie der herablassende "Mausi"-Talk – alles auf Mateos Mist gewachsen. Im "Unter uns gesagt"-Podcast wich der Culcha Candela-Member einer eindeutigen Antwort noch mehrfach aus.

"Aber viel wichtiger: ich war derjenige, der völlig unangemessen und unfreundlich einer jungen Frau auf ihre DM geantwortet hat - vom Bandacccount." [sic!]

Seine Aktion tue Mateo jetzt "aufrichtig leid". Er bittet alle um Verzeihung, "die sich davon zurecht angeekelt fühlten." Der Künstler sei nicht perfekt und in diesem Fall seine "Art daneben". Daraus solle man aber keine Rückschlüsse auf die gesamte Reggae- und Dancehall-Formation ziehen.

"Bitte schließt nicht von einem beschissenen Moment auf 23 Jahre Culcha Candela - die Werte, die wir leben und jeden Tag verteidigen, gelten für uns seit 2002 bis jetzt und werden es auch in Zukunft."

Mit Don Cali hatte sich ein Band-Kollege zuvor in Social Media-Postings von Mateo distanziert und erklärt, dass für die Berliner Kombo "Respekt, Zusammenhalt und Verantwortung" keine bloßen Worthülsen seien. Mateo führt hierzu noch einmal konkret aus, wie sein persönlicher Wertekompass ausgerichtet ist: "Gegen Sexismus, gegen Rassismus, gegen Homophobie, für ein Miteinander trotz Unterschiede - das sind meine Werte!"

In mehr als zwei Jahrzehnten Bandgeschichte gehe der Social Media-Grind zu "mindestens 90 %" auf Mateo zurück. Wer ihn nun hasse, könne das tun, es aber nicht an der Band auslassen. Der gebürtige Pole versuche "ein besserer Mensch zu werden".

Culcha Candela vor der Auflösung? Mateo dementiert entschieden

Wer aus den Spannungen zwischen Mateo und Don Cali den Untergang von Culcha Candela ableitet, sei übrigens völlig falsch unterwegs.

"Zu den Hatern: ob wir uns auflösen oder diesen Stress nicht wegstecken..?? Seid Ihr dumm?!? Wir haben schon ganz andere bandinterne Krisen überstanden, da wird uns 'Mausi Gate' nicht umhauen." [sic!]

Mateos Mutter, die gleichzeitig als Managerin der Gruppe fungiert, sei darüber hinaus "damn good" in ihrem Job. Ihre besondere Rolle hatte ebenfalls Don Cali thematisiert. Er schrieb, dass diese familiäre Verbindung es erschwere, interne Konflikte "neutral aufzuarbeiten".

Mateo wettert gegen Berichterstattung

Zu guter Letzt schlägt Mateo noch einen schärferen Ton an. So bestehe die hiesige Medienlandschaft zu "90%" aus "Schmeißfliegen, die sich von Scheiße ernähren." Statt über Fehltritte solle man doch lieber über Culcha Candelas Spendenaktionen oder das Engagement gegen die AfD berichten. Die Band nutzt ihre Reichweite immer wieder, um politische Zeichen zu setzen. Zum Beispiel hier:

Medial werde das nicht ausreichend aufgegriffen. Stattdessen gehe es Mateo zufolge darum, Negativität zu reproduzieren. Nichtsdestotrotz will Mateo zukünftig "reflektierter sein" und "drauf achten, dass so etwas nie wieder passiert".

Der für das "Mausi Gate" ursächliche Chat-Verlauf hatte einst sogar Bushido auf den Plan gerufen:

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