Du würdest dir also auch von anderen Richtungen mehr Feedback wünschen.
Natürlich, dass ist doch ganz menschlich. Es ist doch normal, dass du dich in einer solchen Situation wie der, die ich dir geschildert habe, in die Enge gedrängt fühlst. Die Leute schieben alle ihren Film, du machst dann als Konsequenz daraus das gleiche. Aber wenn dann irgendwas passiert, zeigen alle mit dem Finger auf dich.

Wie du grade erwähnt hast, machst du viele tiefgründige Songs, die Hoffnung vermitteln sollen. Diese sanfte Seite von dir wird aber von den Medien kaum wahrgenommen. Fühlst du dich missverstanden?
Ja natürlich, weil die Medien Hiphop wirklich nur als Sache sehen, wo sie mit dem Finger draufzeigen können. Nehmen wir an ich mache ein Album, dass 17 Songs beinhaltet und nur einer davon ist hart. Auf den anderen 16 Tracks rappe ich über Liebe und Hoffnung. Wenn dann irgendwas passiert, zeigen sie nur auf die Textzeilen des einen Songs, der hart ist.

Ich stell mir das ziemlich depremierend vor, wenn man gute Absichten hat, die aber nicht gesehen werden...
Ja, das deprimiert auch, aber wir sind Hiphopper und müssen damit leben. Das ist Hiphop, wir werden alle zu sehr in die Enge getrieben. Wenn wir selbst uns nicht helfen, dann wird das auch so bleiben.

Bald erscheint dein neues Album Der Ghettotraum in Handarbeit. Du machst darauf den Straßenrap, den du zu Anfang deiner Karriere gemacht hast und willst damit einen neuen Hype auszulösen. Wie soll das gelingen? Straßenrap ist ja keine neue Erfindung mehr.
Straßenrap ist nicht ansatzweise tot, denn solange auch nur eine Person etwas zu sagen hat, kann man das nicht totschweigen. Es kommt nur darauf an, wer es macht und wie man es rüberbringt. Bevor ich zu Sony gegangen bin, habe ich auch alles selber gemacht. Jetzt bin ich nicht mehr dort und mache wieder das, was ich am Besten kann und was mich groß gemacht hat: Meine Fresse ganz weit aufreißen und so laut brüllen, wie ich nur kann. Und ich mache etwas, dass die anderen nicht machen: ich entertaine die Leute. Nehmen wir als Beispiel meine Homepage, von der wir zu Anfang gesprochen haben. Dadurch mache ich auf mich aufmerksam nach dem Motto: Hey ich bring eine neue Platte raus, komm und baller mich ab! Ob du mich liebst oder hasst, komm und lade das Magazin und knall ab! Ich lasse die Leute in eine Welt eintauchen, in der sie immer was zu labern haben.
Alle denken immer man könnte gewisse Dinge nur tun, wenn man ein Major im Rücken hat. Viele denken auch, dass nur ein Major es schafft, dich als Künstler berühmt zu machen und dich auf das nächste Level zu bringen, aber so ist es nicht. Es war bei mir persönlich absolut nicht der Fall. Nachdem ich vom Major weg war, wollte ich mit einer Struktur antworten, von der jeder geschockt ist. Deswegen musste ich ein Video machen, wo jeder nach dem Ansehen die Fresse hält. Die Leute sollten sich denken: Aha, man braucht also gar kein Major um sowas auf die Beine zu stellen . Das habe ich für Hiphop getan! Ich habe die Messlatte jetzt hochgesetzt und versuche dadurch einen neuen Standard in der Szene einzuführen. Ich werde in der nächsten Zeit zeigen, dass ich dieses Level auch halten kann. Die Leute sind zur Zeit schockiert, selbst Leute die mich vorher gehasst haben, geben mir jetzt Probs. Das Video hat geschockt, die Homepage hat geschockt und jetzt wird mein Album schocken. Ich baue jetzt die Struktur und die Plattform für meine nächsten Werke auf.

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