Es gibt doch schon einige Künstler, die zusammen arbeiten...
Aber das sind doch immer dieselben. Man wartet doch eigendlich darauf, dass die alle in Rente gehen, wen interessieren die denn noch? Wenn wir ein sauberes Newcomer-Wachstum hätten, dann wären doch schon längst irgendwelche 19, 20-jährigen da, die Zugriff auf die gleichen Plattformen hätten wie die 34-jährigen, die heute an der Spitze sind. Selbst wenn die heute nicht mehr soviel verkaufen wie früher, haben sie immer noch die festen Plattformen, die eigendlich die Newcomer brauchen. Ihr Fame ist doch schon ausgebadet, was wollen die denn noch? Es gibt Leute die einen gewissen Namen haben, dann gibt es die ganz berühmten und dazwischen ist ein richtig krasses Loch.

In den USA ist diese Kluft nicht so groß. Dort können Newcomer schneller  einen sehr großen Hype bekommen. Im Moment beispielsweise Drake oder Kid Cudi.
Genau! Drake ist Newcomer und bekommt mehrere Cover auf den bekanntesten Magazinen und zusätzlich bekommt er Videofeatures von Eminem und Co. Dort ist es gang und gäbe, dass jeder auf den Zug aufspringt und ihn in seinem Hype unterstützt.

Womit wir wieder bei deiner These angekommen wären, dass sich die Rapper hierzulande zu wenig unterstützen... Wie gehst du selbst mit mit dieser Negativität im Rap um?
Ich tue das, was jeder macht: Ich fahre meinen eigenen Film. Aber ich hätte auch Bock aufs splash! zu gehen. Ich rappe seit drei Jahren, habe einen übertriebenen Output und Songs, die in Deutschland kursieren. Ich bin ein polarisierender Künstler. Wenn ich etwas veröffentliche, dann hört es Deutschland. Ich habe Klickzahlen, die sprechen für sich. Trotz dieser Facts bekomme ich nicht die Chance dort aufzutreten. Ich werde gar nicht danach gefragt, ob ich das möchte. Selbst wenn die Leute mich dort mit Bier- und Wasserflaschen bewerfen würden, dann sei das mal mir überlassen. Aber wenn du dir das splash! anschaust, merkst du schnell, dass dort jedes Jahr dieselben Künstler am Start sind. Die Hälfte dieser Künstler sind noch nicht mal ansatzweise so polarisierend wie ich.

Woran liegt es, dass sie dich nicht einladen?
Sie sind der Meinung, dass das splash! Ein reines Backpacker-Ding ist. Einer der Streetrap macht muss sich auf jeden Fall gut mit Savas verstehen, damit er dort auftreten darf. Das ist eine in sich geschlossene Community, in die man nur sehr schwer reinkommt. Das kommt mir fast vor wie eine Sekte. Ich mache zwar Straßenrap, aber wer mich kennt weiß, dass ich auf dem Album viele nachdenkliche und politische Tracks habe, die die Backpacker-Rapper gar nicht bringen könnten. Kein Backpacker kann irgendein Kind aus dem Ghetto dazu bringen, sich durch seine Musik zu verändern. Da gebe ich dir sogar meine Unterschrift drauf. Um das zu tun habe ich meine Stimme und die nutze ich. Ich mache in der Hinsicht sehr viele gute Sachen, auf die man gar nicht guckt. Wenn man mir aber die Chance geben würde meine Musik auch auf solchen Plattformen wie dem splash! oder dem Hiphop Open zu performen, dann würde ich auf jeden Fall ja dazu sagen, egal wie das Publikum reagiert. Ich bin auch Hiphop!
Ich bringe jetzt alle neun Monate ein neues, hochwertiges Album raus, mit sehr schönen Videos. Ich bezahle aus meiner eigenen Tasche, stecke Geld in die Videos und meine Plattformen. Ich habe mir einen großen Teil dieser Struktur selbst aufgebaut, dass sollte man respektieren. Doch selbst wenn ich mit Skateboard, Rucksack und schiefer Kappe rumlaufen würde - ich würde trotzdem nicht eingeladen werden. Ich kann mich nicht noch mehr anpassen, als Hiphop zu machen.

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