Marcus Staiger äußert sich zum kontroversen Fler-Interview

Mit seinem Backspin-Interview, konnte Fler ein wahres Lauffeuer der Diskussionen entzünden. Nach einem ausführlichen Statement seitens Falk Schacht, meldet sich nun auch ein weiterer Journalist zum Thema "Realness im Rap" zu Wort: Marcus Staiger.

Über Noisey veröffentlichte er jetzt einen Artikel, in dem er seinen eigenen Standpunt zur Debatte darlegt. Diese hätte im Jahr 2016 laut Staiger nicht unbedingt noch einmal stattfinden müssen, da "man doch dachte, dass dieses Thema schon längst durch ist und eigentlich alles erlaubt ist, solange es unterhaltsam ist."

Zudem bezeichnet Staiger Flers Beispiele, die seine Meinung stützen sollten, ein Rapper solle sein Image auch verkörpern, als "abstrus". Er wirft ihm außerdem vor, dass er "seinen Interviewpartner nicht mehr zu Wort kommen lässt und diesem permanent unterstellt, dass dieser diese 'fake ******e' auch noch promotet."

Im ersten Absatz seines Artikels verurteilt Staiger Flers Aussagen noch sehr sarkastisch. Ab dem zweiten Absatz gibt er ihm jedoch in einzelnen Punkten recht: "Nun, ganz Unrecht hat Fler mit diesem und allen anderen Punkten natürlich nicht, auch wenn es schwer fällt, die klaren Gedanken in all dem Durcheinander und Geschrei ausfindig zu machen". Ein Rapper wie Haftbefehl verdanke seinen Erfolg gewiss auch der Tatsache, dass "seine Tracks auf jeder Abi-Party gespielt werden und jeder Neunzehnjährige sich als krasser Banger fühlen kann, mit dem richtigen Soundtrack im Ohr".

Er halte Flers strikte Trennung von Rap und Pop allerdings für ebenso altmodisch wie die Meinung, dass man nur über das rappen dürfte, was man selbst bereits erlebt hat. In dieser Hinsicht wirft Staiger Fler vor auch eine Art Image zu pflegen, das sich vor allem auch gut verkaufen lassen müsse.

Bei einem Telefonat habe Fler einmal behauptet, er interessiere sich nicht für "die Einhaltung gewisser Rap-Standards". Auf Staigers Vorwurf, dass er nicht rappen könne, soll er laut Staiger folgendes geantwortet haben: "Ist mir ******egal. Ich verkaufe trotzdem mehr als jeder Rapper bei Royalbunker“. Daher könne Staiger nicht verstehen, dass Fler nun Realness fordere. Er sei es schließlich gewesen, der die Verkaufszahlen eines Rappers auch als "Maß aller Dinge" gesehen habe.

Ob sich Fler auch zu diesem Statement äußern wird, bleibt abzuwarten. Seine Reaktion auf Falks Aussagen findest du hier.

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Kommentare

yoah, eh.

Ist kanye west jetzt alles egal?

hahaha

Oje Fler dreht durch..

Gäääääähn

rooz duscht mit älteren herren

welcher rooz hat meinen kommentar gelöscht?!

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"CCN": Bushido & Fler streiten vor Gericht
Ccn

"CCN": Bushido & Fler streiten vor Gericht

Von Paul Kruppa am 21.07.2021 - 13:28

Bushido und Fler hätten sich wohl zu Aggro Berlin-Zeiten nicht träumen lassen, dass sie einmal wegen "Carlo Cokxxx N*tten" vor Gericht ziehen. Doch vor dem Berliner Landgericht ist gestern der Prozess um die Namens- und Logorechte angelaufen. Bushido erschien dabei persönlich – inklusive Personenschutz. Fler ist der Verhandlung ferngeblieben und hat sich durch seinen Anwalt vertreten lassen.

Bushido lehnt gemeinsame Nutzung von "CCN" ab

Bushido möchte verhindern, dass Fler einen weiteren Teil der "CCN"-Reihe zusammen mit Maskulin-Signing Bass Sultan Hengzt herausbringt. Das Kollaboalbum "CCN 3" ist seit einigen Wochen vorstellbar. Auch soll eine Lederjacke mit dem bekannten "CCN"-Logo (aufgeklapptes Butterflymesser in einem Kreis samt "CCN"-Schriftzug) auf den Markt kommen. Der EGJ-Boss ist damit nicht einverstanden.

Rooz war bei der Verhandlung vor Ort und erzählt in einem Video von dem Prozesstag. So soll der vorsitzende Richter vorgeschlagen haben, dass beide Rapper den Namen für sich nutzen können – oder darauf verzichten. Die Marke "CCN" sei gemeinsam geschaffen worden. Bushido habe keine älteren Rechte als Fler. Offenbar halten also sowohl Bushido als auch Fler Rechte an dem Titel "CCN". Laut Bild.de habe der EGJ-Chef das Angebot das Richters mit den Worten abgelehnt:

"Das fände ich zu einseitig zu meinen Lasten [...]. Wenn wir zumindest ein neutrales Verhältnis hätten, aber so ist es nicht."

Zum Logo: Laut Rooz habe Bushidos Seite erklärt, dass das "CCN"-Logo Bushido gehören würde. Die Rechte seien seinem früheren Label Aggro Berlin abgekauft worden. Der Richter habe darauf entgegnet, dass dies nicht möglich sei, da Aggro-Mitbegründer Specter als Urheber die Rechte daran halte. Auch im Angesicht einer Anzeige der Aggro Berlin-Gründer gegen Bushido scheint hier das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Fler meldete sich nach dem Verhandlungstag in seiner Telegram-Gruppe bei seinen Fans. Er erklärt dort, dass er Bushido nach seinem Kenntnisstand nun rückwirkend die Verwendung von "CCN" untersagen könne.

"Jetzt hat er endlich mal verstanden, dass die letzten vier "Carlo Cokxxx N*tten"-Alben, wo er den Namen benutzt hat, zum Teil einfach mir gehören [...] und ich eigentlich 'ne Menge Geld einfordern könnte. Im Nachhinein sogar. Das heißt: Er sollte sich gut überlegen, was er in Zukunft macht. Wem er was untersagt."

Ein Urteil wird frühestens am Donnerstag erwartet. Auf Instagram erklärte Fler zu seinem Fernbleiben vor Gericht: "Schwänzen ist besser als Polizeischutz".

Mit "CCN" haben Fler und Bushido 2002 deutschen Gangstarap maßgeblich geprägt. Fler tritt unter dem Künstlernamen Frank White auf. An seiner Seite: Sonny Black aka Bushido. Dieser hat "CCN" in den vergangenen Jahren mehrfach in unterschiedlichen Konstellationen fortgeführt. Zuletzt erschien "CCN 4" gemeinsam mit EGJ-Artist Animus (2019).


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