Loredana verhaftet: Rapperin soll Ehepaar um 700.000 Franken betrogen haben

Loredana ist offenbar am gestrigen Dienstag in ihrer Schweizer Wohnung festgenommen worden. So schreibt es die Schweizer Nachrichtenseite 20 Minuten. Die Staatsanwaltschaft Luzern ermittelt demnach wegen des Verdachts auf Betrug. Ein zuständiger Sprecher bestätigte das gegenüber dem Nachrichtenportal.

Update: Loredana ist zunächst wieder auf freiem Fuß, da "weder Flucht- noch Verdunklungsgefahr bestehe". So erklärt es der Sprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber dem Schweizer Nachrichtenportal Blick. Am Mittwoch sollen jedoch weitere Befragungen erfolgen.

Loredana soll Ehepaar um 700.000 Franken betrogen haben

Die Vorwürfe sind vielschichtig: die Eheleute Petra und Hans Z. (Namen von der Schweizer Redaktion geändert) seien Opfer einer mehrstufigen Betrugsmasche geworden. Loredans Bruder habe 200.000 Schweizer Franken erbeutet – Loredana selbst um die 700.000. Das vermeintliche Opfer Petra Z. beschreibt die Ereignisse folgendermaßen:

"Ich wurde betrogen, genötigt, erpresst und bedroht."

Im Frühjahr sei daraufhin eine Anzeige gegen Loredana und ihren Bruder erfolgt. Aufgrund der Annahme, dass das Geld zunächst freiwillig geflossen sei, wurde die Anzeige gegen Loredanas Bruder jedoch fallengelassen.

Wie soll der Betrug abgelaufen sein?

Die Umstände der Geschichte sehen laut 20 Minuten wie folgt aus: Petra Z. lernte im Internet einen Mann namens Antonio Cas kennen. Nachdem sie sich angefreundet hatten, überwies Petra Z. eine größere Summe Geld (200.000 Franken | ca. 175.000 Euro) für eine angeblich lebenswichtige Nieren-Operation.

Als Petra Z. immer wieder vertröstet wurde und ihr Darlehen nicht zurück erhielt, meldete sich plötzlich eine Anwältin. Diese gab sich als Anna Landmann aus und versprach, das geliehene Geld auf juristischem Weg zurückzuholen. Stattdessen sei das Ehepaar von der Anwältin aber um weitere 700.000 Franken (ca. 613.000 Euro) erleichtert worden. Bei Anna Landmann soll es sich um Loredana gehandelt haben. Antonio Cas entpuppte sich laut des Berichts von 20 Minuten als ihr Bruder.

Leider passt die Kalash nicht in meine Hosentasche #bonnieclyde

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Betrugsopfer legt Chat-Protokolle vor

Dem Schweizer Nachrichtenportal liegen mehrere Whatsapp-Chats vor, die zeigen, dass Petra Z. teilweise ruppig zu Zahlungen aufgefordert worden ist:

"Und ich hoffe sie sind nicht bankrott und haben mindestens 5 tausend auf der Bank. Das will ich heute sehen!" [sic]

In anderen Nachrichten habe die Frau namens Anna Landmann hingegen Hoffnungen auf einen baldigen Rückerhalt des ursprünglich verliehenen Geldes genährt. Erst ein Zufall habe Petra Z. auf den Popstar-Status ihrer vermeintlichen Anwältin aufmerksam gemacht. Auf einem Foto zu einem Artikel über Loredana erkannte Petra Z. demnach die Frau, welche permanent Geld von ihr forderte.

Selbst nach einer Konfrontation mit dieser Entdeckung blieb Loredana nach den Beschreibungen von Petra Z. offenbar bei der Version hauptberuflich als Anwältin tätig zu sein. Auf weitere Nachfragen hin habe Loredana eingeräumt, dass die Musikkarriere eher nebenher laufe.

Petra Z. bricht zusammen & erstattet Anzeige

Des Weiteren gibt Petra Z. an, dass Loredana sie für drei Wochen nach Luzern gelockt und genötigt habe. Die Rapperin habe sie bedroht und gleichzeitig immer wieder Hoffnungen auf den Rückerhalt des Geldes gemacht. Trotz eines im Vorfeld erteilten Verbot hätte Petra Z. jedoch plötzlich nach Hause fahren dürfen. Ihr Geld habe sie wiederum nicht bekommen.

Nach diesem Erlebnis folgte ein Zusammenbruch, wie Petra Z. gegenüber 20 Minuten schildert. Ausgehend von dieser weiteren Zuspitzung der Situation entschied sie sich Anzeige wegen Betrug, Erpressung, Nötigung und Drohung zu erstatten.

Petra Z. erzählt zudem, dass sie daran gedacht habe, sich das Leben zu nehmen. Sie und ihr Mann sind nun hoch verschuldet und stehen ohne Eigentumswohnung da. Wie bei jedem Verbrechen gilt bis zur endgültigen Klärung des Falls die Unschuldsvermutung.

Loredana hat letztes Jahr mit ihrem Track "Sonnenbrille" für Furore gesorgt. Weitere Singles wie "Bonnie & Clyde" oder "Romeo & Juliet" an der Seite ihres Ehemanns Mozzik beförderten einen kometenhaften Aufstieg. Zuletzt hatte Loredana einen neuen Deal bei Groove Attack unterschrieben.

Loredana unterschreibt neuen Deal mit Groove Attack

Loredana und Groove Attack bauen ihre Zusammenarbeit aus. Die erfolgreiche Rapperin unterschreibt einen neuen Vertrag bei dem Kölner Indievertrieb.Neuer Deal: Loredana unterschreibt bei Groove AttackDie Kooperation zwischen Groove Attack und Loredana geht weiter.

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Staatsanwalt bestätigt: Verfahren gegen Loredana eingestellt, so viel hat sie wohl gezahlt

Staatsanwalt bestätigt: Verfahren gegen Loredana eingestellt, so viel hat sie wohl gezahlt

Von David Molke am 06.10.2020 - 15:53

Loredana und Petra Z. haben sich tatsächlich außergerichtlich geeinigt. Die Staatsanwaltschaft Luzern bestätigt jetzt ganz offiziell, dass das Verfahren wegen Betruges gegen Loredana eingestellt wurde. Das wurde offenbar durch die Zahlung von umgerechnet über 400.000 Euro ermöglicht, die die Klägerin erhalten haben soll.

Loredana & Petra Z.: Staatsanwaltschaft bestätigt außergerichtliche Einigung

Verfahren eingestellt: Jetzt ist offiziell, dass das Betrugsverfahren gegen Loredana eingestellt wurde. Schon vor einiger Zeit sorgten Berichte und Bilder für die Vermutung, dass sich die Rapperin und die offenbar tatsächlich betrogene Petra Z. außergerichtlich geeinigt hatten. Das könnt ihr alles in diesem Hiphop.de-Artikel zur Einigung zwischen Petra Z. und Loredana nachlesen.

Bestätigung der Staatsanwaltschaft: Bisher wurde darüber aber nicht groß gesprochen, womöglich, weil Stillschweigen zu der Beilegung des Konflikts vereinbart wurde. Das dürfte sich jetzt mehr oder weniger erledigt haben, nachdem die Staatsanwaltschaft Luzern eine entsprechende Stellungnahme zu dem Fall veröffentlicht hat.

Darin heißt es unter anderem, dass sich Loredana für ihr Verhalten entschuldigt und Reue gezeigt habe. Sie habe ihre Schuld eingestanden und der Geschädigten wohl schon vor über einem Jahr eine Geldsumme gezahlt. Mittlerweile habe sie sogar mehr zurückbezahlt, als die Summe, um die Petra Z. betrogen wurde.

"Die Staatsanwaltschaft Luzern hat das Verfahren gegen die Rapperin Loredana u. a. wegen Verdachts auf gewerbsmässigen Betrug eingestellt. Auf gegenseitigen Wunsch einigten sich die Rapperin und die Geschädigte über eine Wiedergutmachung."

"Loredana hat die Vorwürfe anerkannt, sich für ihr Verhalten entschuldigt und der Geschädigten mehr als den ermittelten mutmasslichen Deliktsbetrag zurückbezahlt"

Zwischenzeitlich wollte sogar Bushido Geld an Petra Z. spenden, was er angeblich auch getan haben soll:

Betrugsvorwürfe um Loredana: Bushido will an Petra Z. spenden

Die Betrugsvorwürfe gegen Loredana kochen aktuell unter dem Hashtag #BoycottLoredana erneut hoch. Nun hat sich Bushido in die Sache eingeklinkt und in Aussicht gestellt, dem mutmaßlichen Betrugsopfer Petra Z. finanziell unter die Arme zu greifen...

Loredana hat über €400.000 an Petra Z. gezahlt, sagt Staatsanwalt

Wie viel Geld war's? Einen exakten Betrag gibt zwar auch die Luzerner Staatsanwaltschaft nicht an, aber zumindest ist jetzt die grobe Größenordnung bekannt. In dem Statement ist mehrfach davon die Rede, dass Petra Z. mehr Geld zurück bekommen habe, als sie durch die Aktion verloren hatte.

"Loredana anerkannte, sich u. a. unrechtmässig als Rechtsanwältin ausgegeben, die Geschädigte getäuscht und damit Geld erhältlich gemacht zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Betrag von ca. Franken 430'000.00 aus."

Das liegt zwar unter den im Vorfeld angenommenen 700.000 Franken, dürfte aber Hand und Fuß haben. Wie viel genau Loredana als Wiedergutmachung gezahlt hat, geht daraus leider nicht hervor. Aber wenn es deutlich mehr gesen sein soll, muss es sich um eine Summe jenseits der 400k gehandelt haben, und zwar in Euros.

"Damit wurde der verursachte Schaden vollumfänglich gedeckt. Die Geschädigte wünschte und akzeptierte diesen Vergleich und hatte kein Interesse an einer weiterführenden strafrechtlichen Verfolgung der Vorwürfe."

Loredana soll auch für die Partei- und Verfahrenskosten aufgekommen sein und der ebenfalls angeklagte Bruder habe sich ebenfalls an der Wiedergutmachung beteiligt. So hat sich die ganze Angelegenheit dann letzten Endes wohl doch noch zur allgemeinen Zufriedenheit geklärt, wie es scheint.

Wie findet ihr die außergerichtliche Einigung? Ändert das eure Meinung von Loredana und hättet ihr mit einer derartigen Summe gerechnet?


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