"Ich bin kein unbeschriebenes Blatt": Loredana cancelt alle Festival-Auftritte

Loredana hat in einem IGTV-Video ihre gesamten Festival-Auftritte abgesagt. In dem knapp vierminütigen Statement geht sie mehr oder weniger direkt auf die im Raum stehenden Betrugsvorwürfe sowie die anschließende Pressekonferenz ein.

Der Festival-Sommer findet ohne Loredana statt

Betroffen von Loredanas Absage ist unter anderem auch das Openair Frauenfeld, wo die Schweizerin mit ihrem Ehemann Mozzik am 11. Juli performen sollte. Loredana erhofft sich von ihren Fans Verständnis für ihre Entscheidung. Sie habe durch die Ereignisse in den letzten Wochen den "Überblick verloren" und sei "echt 'n bisschen durch den Wind." Die geplanten Auftritte könne sie daher nicht wahrnehmen.

"Ich habe die ganzen Festivals abgesagt. [...] Es ist gerade der falsche Zeitpunkt, ich hoffe, dass ihr dafür ein bisschen Verständnis habt. Es ist so viel passiert [...] und ich hab' gemerkt und weiß auch, dass übertrieben viele Menschen denken, der ist das komplett egal. [...] Ne, alter ist es nicht!"

Loredana will "das Problem lösen"

Eine Schweizer Familie hatte unter anderem gegen Loredana und ihren Bruder Betrugsvorwürfe erhoben. Die Rapperin soll sich zusammen mit ihrer Verwandtschaft als angebliche Anwältin Anna Landmann bis zu 900.000 Franken erschlichen haben. Kurzzeitig befand sich Loredana deswegen in Polizeigewahrsam. Auch ihre Wohnung wurde durchsucht.

"Ich befasse mich mit diesem scheiß Problem. Jeder Mensch, der mich kennt, weiß, dass ich nicht vor Problemen davonlaufe. Ich bin hier, um dafür gerade zu stehen und das Problem zu lösen."

Loredana deutet in ihrem Video an, dass sie sich in der Vergangenheit Fehltritte geleistet hat. Ohne auf eine konkrete Tat zu sprechen zu kommen, gibt sie an, Verantwortung für ihre Handlungen übernehmen zu wollen.

"Ich bin kein unbeschriebenes Blatt und ich habe das, glaube ich, auch noch nie behauptet. Natürlich ist jeder Mensch für seine Taten verantwortlich. [...] Mir ist vollkommen klar, dass ich mich selbst in diese scheiß Situation gebracht habe und jetzt damit umgehen muss."

Loredana fordert zudem kein Mitleid ein. Stattdessen wünscht sie sich, dass ihr die nötige Zeit zugestanden wird. Sie "werde Klartext reden", sobald sie sich sortiert hat und verschiedene Dinge geklärt sind. Sie schließt ihr Statement mit einem Dank an ihre Fans und Unterstützer. Hier kannst du das Video schauen:

Instagram post by Loredana * May 22, 2019 at 3:19pm UTC

132.6k Likes, 3,697 Comments - Loredana (@loredana) on Instagram

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US-Rapper droppt Track über millionenschweren Sozialbetrug – und wird verhaftet
EDD

US-Rapper droppt Track über millionenschweren Sozialbetrug – und wird verhaftet

Von Till Hesterbrink am 18.10.2020 - 15:46

Der Rapper Nuke Bizzle scheint noch nicht ganz verstanden zu haben, dass auch die Polizei mittlerweile einen Internetzugang hat. So veröffentlichte er seinen Track "EDD" auf YouTube, in welchem er sich darüber profilierte, während der Corona-Krise massig Geld mit Sozialbetrug verdient zu haben. Kurz darauf wurde er verhaftet – mit 8 erschlichenen Debitkarten im Gepäck.

Nuke Bizzle: 1,2 Millionen Dollar vom amerikanischen Arbeitsamt

Das EDD, oder auch Employment Development Department, kann mit dem deutschen Arbeitsamt verglichen werden. Die Behörde gibt Sozialhilfen wie das amerikanische Pendant zum Arbeitslosengeld über Debitkarten an die Berechtigten aus. Diese funktionieren ähnlich wie Kreditkarten, werden jedoch bloß mit einer gewissen Summe aufgeladen. Diese kann man direkt über die Karte ausgeben oder sich von der Bank auszahlen lassen. Aktuell sind aufgrund der Corona-Pandemie auch freischaffende Arbeiter berechtigt, diese Form der Unterstützung zu erhalten. Dies machte sich der Rapper Nuke Bizzle zunutze.

Der 31-Jährige soll die Sozialhilfe beantragt haben, allerdings für insgesamt mindestens acht Personen. Immer wieder habe er sich dafür als jemand anderes ausgegeben. Er soll sich dann Zugriff auf die Anschriften der Opfer verschafft haben, um die Briefe mit den Debitkarten abzufangen. Nun erwartet ihn nicht nur eine Anklage wegen Betruges, sondern auch für Identitätsdiebstahl. Insgesamt wurden bei ihm 92 der Debitkarten gefunden. Der Wert der ergaunerten Karten beläuft sich wohl auf knapp 1,2 Millionen Dollar. Mehr als 700.000 Dollar sollen Bizzle und seine Komplizen schon ausgegeben haben.

"Self snitching": Rapper erklärt Betrug in Song

All das wäre wohl auch gut gegangen, hätte der Rapper sich nicht dazu entschieden, einen Song über seine Masche zu veröffentlichen. Diesen nannte er direkt ganz frech "EDD". Im Video sieht man ihn mit einer Unmenge an vermeintlichen Briefen und Debitkarten der Behörde. Er selbst behauptet, alles, was im Video zu sehen wäre, seien Requisiten. Knapp einen Monat nach Release des Videos wurde Bizzle verhaftet.

Nicht nur das Video zeigt den Rapper scheinbar mit erschlichenen Sozialhilfen, auch im Text geht es ausschließlich um die Masche.

"Du musst Kokain verkaufen, ich stelle einfach einen Antrag"

("You gotta sell cocaine, I just file a claim")

Sein Betrug könnte Bizzle nun teuer zu stehen kommen. Sollte er verurteilt werden, erwartet ihn eine Strafe von bis zu 22 Jahren im Gefängnis.

Hätte er wohl mal besser auf Abdi gehört:

"Wenn das Business floriert, postet man auf Instagram keine Videos im Porsche" (Abdi auf "Mondsichel")

Aber nicht nur amerikanische Rapper stellen aktuell Dinge ins Internet, die besser nicht öffentlich geworden wären:

Capital Bra: Polizei ermittelt wegen Instagram-Story

Capital Bra soll sich wohl aus Versehen selbst verpfiffen haben. In einer mittlerweilen gelöschten Instagram-Story filmte sich der erfolgreichste Rapper Deutschlands, wie er seinem Freund Samra zu Platz 1 in den Charts gratulierte. Die Straßenverkehrsordnung schien dabei lediglich Nebensache zu sein.


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