Lil Nas X feiert Pride Month offenbar mit Coming-Out

Lil Nas X hat sich gestern anscheinend geoutet. Zumindest handelt es sich bei seinem Twitter-Statement um ein ziemlich eindeutiges Coming-Out. Der überaus erfolgreiche Rapper hat den letzten Tag des Pride Months genutzt, um ihn mit einem Paukenschlag zu beenden.

Lil Nas X beendet Pride Month offenbar mit seinem Coming-Out

Du hast vielleicht bemerkt, dass viele Webseiten, YouTube-Kanäle oder Instagram-Accounts ein regenbogenfarbiges Logo hatten? Das lag am Pride Month, in dem ganz allgemein international die sexuelle Vielfalt und Diversität gefeiert wird. Und zwar als etwas, worauf alle stolz sein können.

Historisch verankert ist das Ganze in den Stonewall-Riots, die Ende Juni 1969 in New York stattgefunden haben. Damals haben LGBTIQ*-Menschen unter anderem für ihre Rechte und gegen Diskriminierung sowie gegen Polizeigewalt protestiert. 

Lil Nas X nutzt das Ende des Feier- und Erinnerungsmonats, um sich selbst zu positionieren. In mehreren Tweets erklärte der "Old Town Road"-Rapper gestern, er habe eigentlich gedacht, es sei offensichtlich gewesen. Ihm sei bewusst, dass es einigen bereits klar war, anderen egal ist und viele wohl auch nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen würden.

Lil Nas X schreibt, es sei ihm aber nichtsdestotrotz ein Anliegen, dass wir uns seinen Song "C7osure" alle ganz genau anhören. Darin heißt es unter anderem:

"Ain't no more actin', man that forecast say I should just let me grow
No more red light for me, baby, only green, I gotta go
Pack my past up in the back, oh, let my future take ahold
This is what I gotta do, can't be regrettin' when I'm old"

nope on Twitter

some of y'all already know, some of y'all don't care, some of y'all not gone fwm no more. but before this month ends i want y'all to listen closely to c7osure. https://t.co/O9krBLllqQ

Damit ist die Katze wohl aus dem Sack und wir freuen uns mit Lil Nas X, dass er diesen mutigen Schritt gewagt hat. Es gibt immer noch nur sehr wenige Menschen in der Rap- und Hiphop-Szene, die das getan haben – oder sich im weitesten Sinne zur LGBTIQ*-Community zählen.

Uns fallen da spontan nur Frank Ocean, iLoveMakonnen, Young M.A., Princess Nokia, Azealia Banks, Mykki Blanco, Angel Haze, Cakes da Killa, Le1f, Brockhampton und in Deutschland vielleicht noch Sookee und Sir Mantis ein.

Lil Nas X selbst twittert jedenfalls auch noch einen Hinweis, den er im Cover seiner EP versteckt hat. Der Rapper meint, er dachte, das sei eigentlich schon sehr offensichtlich gewesen.

nope on Twitter

deadass thought i made it obvious

Selbstverständlich verselbstständigt sich das Ganze im Netz sofort:

rosemary on Twitter

Absolutely no one: @LilNasX : i thought it was obvious

nope on Twitter

it's true i am a guy https://t.co/7hsG0TEm8i

nope on Twitter

i got the horses in the back

Mehr zu Lil Nas X' kometenhaftem Aufstieg findest du zum Beispiel hier:

Country-Trap an der Spitze der US-Charts: Warum Lil Nas X durch die Decke geht

Er hat den Cowboy-Hut auf, die Pferde im Rücken und Amerika mit einem neuen Musikstil erobert: Die Rede ist von Lil Nas X, der mit Country-Trap-Banger "Old Town Road" diese Woche auf Platz #1 in den Billboard-Charts stehen wird. Die Gründe dafür sind vielfältig und erzählen einiges darüber, wie Viralität einen Künstler von Null auf Hundert katapultieren kann.

Endgame: Wie Rapperinnen Deutschraps Sexismus therapieren

Captain Marvel, Black Widow, Nebula, Scarlet Witch und Gamora. Man könnte meinen, im Marvel-Universum werden Filme aktuell frei nach dem Motto „The future is female" produziert. Dieser Eindruck entsteht beim Betrachten des aktuellen Deutschrapgeschehens leider nicht.Sexismus ist ein ProblemNein, dieser Artikel ist keine Sammlung gewaltverherrlichender Lines von Rappern, um die sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen weiter zu reproduzieren.

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DaBaby wird wegen Tory Lanez mit einem Schuh beworfen

DaBaby wird wegen Tory Lanez mit einem Schuh beworfen

Von Till Hesterbrink am 27.07.2021 - 12:11

DaBaby spielte gestern seine Show beim Rolling Loud-Festival in Miami. Dabei sorgte er zum einen mit einem Überraschungsgast als auch mit einigen homofeindlichen Aussagen für aufsehen. Ein Fan sah sich sogar veranlasst, einen Schuh nach dem Rapper zu werfen. Mittlerweile hat DaBaby seine Aussagen in einem zweiten Statement verteidigt.

DaBaby wird mit Schuh beworfen

DaBaby veröffentliche vor Kurzem gemeinsam mit Tory Lanez den Track "SKAT". Bei einigen Fans sorgte er damit für Unmut, da Lanez im letzten Jahr auf Megan Thee Stallion geschossen haben soll – eine ehemalige Featurepartnerin von DaBaby. Auch die Betroffene sah das scheinbar kritisch und so entfolgten sich die beiden auf Instagram.

Während seines Rolling Loud-Auftrittes brachte DaBaby nun Tory Lanez als Überraschungsgast auf die Bühne, der sich erst in einem lebensgroßen Kostüm versteckte. Dessen Ankunft wurde von den Zuschauern mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Während einige sich scheinbar freuen, waren deutliche Buhrufe aus dem Publikum zu hören.

Ein Zuschauer schien so verärgert, dass er mit einem Schuh nach DaBaby warf. Der konnte diesem allerdings mit George W. Bush-ähnlichen Skills ausweichen und fragte nur, wer seinen dreckigen "Adida" auf die Bühne geschmissen hätte.

DaBaby mit homofeindlichen Aussagen bei Rolling Loud

Während seines Auftrittes wollte DaBaby die Fans auffordern, ihre Handys rauszuholen und die Taschenlampen anzumachen. So weit, so normal. Doch viele kritisierten seine Auswahl der Leute, die ihre Handys in die Luft halten sollen. So wollte er Handys von allen sehen, die nicht an "tödlichen Geschlechtskrankheiten, so wie Aids oder HIV" leiden würden. Und auch Männer, die mit anderen Männern Or*lverkehr auf dem Parkplatz haben würden, sollten ihre Lichter unten lassen.

"Wenn du hier heute nicht mit HIV, Aids oder eine dieser tödlichen Geschlechtskrankheiten, die dich in zwei bis drei Wochen töten, aufgetaucht bist, dann heb dein Handy-Licht in die Luft. [...] Jungs, wenn ihr keine Schw*nze auf dem Parkplatz lutscht, dann hebt euer Handy-Licht in die Luft."

("If you didn’t show up today with HIV, Aids, any of them deadly sexually transmitted diseases that’ll make you die in two, three weeks, then put your cellphone light up. [...] Fellas, if you ain’t sucking d*ck in the parking lot, put your cellphone light up.")

Das mittlerweile viral gegangene Video wurde bereits knapp zwei Millionen Mal angeschaut und sorgte für heftige Kritik. Nicht nur die offensichtliche Homofeindlichkeit sorgte für Aufsehen. Auch die Aussage über ansteckende Krankheiten wie HIV, bei einem Konzert während einer globalen Pandemie, erschien vielen paradox.

Einzig von Rapper T.I. gab es Support für DaBaby. Dieser verglich DaBaby mit Lil Nas X in den Kommentaren eines Instagram-Posts und meinte, dass wenn Lil Nas sein Ding durchziehen dürfte, dann ja auch Baby. Nachdem auch diese Aussage für Kritik sorgte, versuchte sich T.I. in einem längeren Statement zu erklären. So habe er nach eigener Aussage nichts gegen offen schwule Künstler wie Lil Nas X oder Frank Ocean. Er wolle nur nicht, dass seine Kinder solch explizite Musik hören. Das gelte auch für Tracks wie "WAP" von Megan Thee Stallion und Cardi B.

T.I. & seine Ehefrau mit zahlreichen Missbrauchsvorwürfen konfrontiert

T.I. hat sich ausführlich zu den Vorwürfen geäußert. In einer Videobotschaft und mit einem schriftlichen Statement distanziert er sich deutlich von den Anschuldigungen. Original-Meldung vom 29. Januar: Bahnt sich ein neuer Fall R. Kelly an? Mehr als ein Dutzend Frauen haben zum Teil heftige Anschuldigungen gegen Südstaaten-Rapper T.I.


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