Kunst-Outlaw mit 79: Graffiti-Legende muss "Wiedergutmachung" zahlen

Harald Naegeli ist eine Legende, ein wahrhafter Graffiti-Pionier. Er wurde als "Sprayer von Zürich" und das "Phantom von Zürich" international bekannt. Die Schweizer Justiz verfolgte ihn seit Ende der 1970er-Jahre, Harald Naegeli floh nach Deutschland. Hier setzte sich zeitweise sogar der damalige Bundeskanzler für ihn ein und er wurde als Künstler gefeiert.

2019 hat die Welt wieder einige Schritte zurückgemacht: Der legendäre Graffiti-Pionier stand im Alter von 73 Jahren erneut vor Gericht. Das Verfahren wurde zwar eingestellt, aber der Künstler muss trotzdem zahlen – wegen angeblicher Sachbeschädigung.

Die Geschichte von Harald Naegeli, dem "Phantom von Zürich"

Seit 1977 verzierte Harald Naegeli die Straßen Zürichs mit seinen Kunstwerken. Als einer der ersten Schweizer malte er Graffiti und leistete echte Pionierarbeit. Die Obrigkeit sah das natürlich anders.

1979 wurde der damals 39-jährige Harald Naegeli von der Schweizer Polizei erwischt. Statt sich in sein Schicksal zu fügen, floh der Künstler nach Deutschland und tauchte unter.

Was folgte, war eine internationale Verfolgungsjagd, die heute umso kurioser wirkt. In Deutschland wurde Harald Naegeli nämlich für seine Kunst gefeiert, unter anderem von der Kunstszene rund um Joseph Beuys: Er bekam sogar ganz offiziell den Auftrag, die SPD-Zentrale in Bonn zu bemalen und wurde regelrecht hofiert. Galerien stellten seine Werke aus, obwohl international nach dem Mann gefahndet wurde – wegen Graffiti.

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In einem Zug wurde Harald Naegeli dann am 27. August 1983 von der Polizei festgenommen und sollte an die Schweiz ausgeliefert werden. Aber es wird noch unglaublicher: Der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt soll sogar an den damaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher geschrieben haben, um sich für Naegeli und gegen eine Auslieferung stark zu machen.

"Ich würde es begrüßen, wenn die Bundesregierung einen Weg findet, die Schweiz dazu zu bewegen, von ihrem Auslieferungsersuchen Abstand zu nehmen."

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Letztlich musste Harald Naegeli aber doch noch in ein Schweizer Gefängnis. Joseph Beuys regte sich auf:

"Jetzt wird der Sprayer von Zürich, diese Urfigur des Freiheitssinns, in die würdelose Lage von einer halben Stunde (pro 24 Stunden) Hofgang und einer Stunde pro Woche Besuchszeit versetzt."

Willy Brandt soll dem Inhaftierten laut Spiegel Online sogar künstlerisches Asyl angeboten haben.

"Sprayer von Zürich": Harald Naegeli muss für Flamingo-Graffiti zahlen - SPIEGEL ONLINE - Kultur

Harald Naegeli, der berühmte "Sprayer von Zürich", muss wegen seiner Flamingo-Graffiti an Düsseldorfer Hauswänden zahlen. Das Verfahren gegen ihn wegen Sachbeschädigung wurde am Dienstag vom Düsseldorfer Amtsgericht nur gegen Geldauflagen eingestellt. So wurde der 79-Jährige zur Wiedergutmachung des Schadens der Hauseigentümer in Höhe von insgesamt fast 800 Euro und zur Zahlung von 500 Euro an ein Kinderhospiz verpflichtet.

Nichts gelernt: Harald Naegeli steht auch 2019 noch vor Gericht

Mittlerweile ist Harald Naegeli 79 Jahre alt und lebt in Düsseldorf. Seiner Leidenschaft für Kunst geht er offenbar immer noch unbeirrt nach.

Also eigentlich alles beim Alten – nur die Unterstützung von offizieller Seite fehlt im Jahr 2019. Diese Entwicklung wirkt geradezu beschämend. Da war Deutschland doch Anfang der 1980er Jahre ganz offensichtlich schon mal sehr viel weiter. 

In Düsseldorf stand Harald Naegeli vor Gericht, weil er "an der NRW-Akademie der Wissenschaften und der Künste sowie weiteren Häusern Flamingos" gemalt haben soll. Das Verfahren wegen Sachbeschädigung wurde heute zwar eingestellt, zahlen muss der Künstler aber trotzdem. 

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Wie Spiegel Online schreibt, wurde Harald Naegeli "zur Wiedergutmachung des Schadens der Hauseigentümer in Höhe von insgesamt fast 800 Euro und zur Zahlung von 500 Euro an ein Kinderhospiz verpflichtet".

Das bezeichnet der Künstler als "Peinlichkeit" für die vermeintliche Kunststadt Düsseldorf. Harald Naegeli sieht seine Kunstwerke selbstverständlich nicht als Sachbeschädigung an und zeigt sich enttäuscht.

"Ich wollte ein Kunstwerk an Stelle des Geldes geben, aber im Kapitalismus zählt halt nur das Geld."

Graffiti ist immer politisch & "Pixadores" zeigt auf eindrucksvolle Art, wieso

Wir haben uns "Pixadores" im Kino angesehen. Derjenige, der das ermöglicht hat, bezeichnet "Pixadores" als den besten Graffiti-Film, den er je gesehen hat. Tom von Rotzfrech Cinema steht damit nicht allein da. Die Begeisterung und Liebe geht so weit, dass er sich für diese einmalige Kinotour sogar verschuldet hat.

Graffiti

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6ix9ine verzichtet offenbar auf Zeugenschutzprogramm

6ix9ine verzichtet offenbar auf Zeugenschutzprogramm

Von Jesse Schumacher am 27.09.2019 - 10:47

Nach einem Deal mit den Behörden sollte 6ix9ine eigentlich in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen werden, sobald er aus dem Gefängnis entlassen wird. Nach Angaben von TMZ verzichtet der Rapper aber darauf und entschließt sich dazu, die kommende womögliche Freiheit dafür zu nutzen, seine musikalische Karriere wieder aufzugreifen. 

6ix9ine plant wohl, seine Karriere fortzusetzen

Laut TMZ kann erwartet werden, dass der Rapper im Laufe des nächsten Jahres wieder auf freien Fuß ist. Statt den angebotenen Schutz der Polizei anzunehmen, will er private Securitys anheuern, die ihn und seine Familie rund um die Uhr bewachen sollen.

Um Teil des geplanten Zeugenschutzprogramms zu werden, müsste er viel an seinem auffälligem Äußeren ändern. Aufgrund der vielen eindeutigen Tattoos würde sich das wohl sehr schwierig gestalten. Unter anderem hat er die Zahl 69 überall auf seinem Körper tätowiert. 

Im Zuge des Abkommens mit der Polizei sagte 6ix9ine gegen zwei seiner ehemaligen Gang-Kollegen aus. Außerdem identifizierte er prominente Rap-Artists wie Cardi B und Jim Jones als Mitglieder der Nine Trey Gangster Bloods – die Straßengang zu der auch 6ix9ine gehörte. Cardi B leugnete diese Aussage aber bereits. Sie war in ihrer Jugend Mitglied einer anderen Gang, den Brim Bloods. 

6ix9ine packt vor Gericht über Gang-Aktivitäten aus

6ix9ine sagte im Gericht von Manhattan im Zuge einer Vereinbarung mit den Behörden gegen zwei seiner ehemaligen Gangkollegen aus. Dabei gab der Rapper Einblicke in sein Leben als Gangmember. Die Einzelheiten wurden über den Twitter-Account "Inner City Press" verbreitet, der die Aussagen von 6ix9ine im Gericht dokumentierte.

Für den Deal erhält 6ix9ine viel Hate und Gelächter in der Rap-Szene. Sogar OG-Rapper Snoop Dogg macht sich regelmäßig auf seinem Instagram-Kanal über 6ix9ine lustig.   



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Bevor 6ix9ine mit den Behörden kooperierte, drohten ihm bis zu 47 Jahre Haftstrafe.


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