Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Ermittlungen gegen Bushido aufgenommen, wie ein Sprecher gegenüber dem ZDF-Magazin "Frontal" bestätigt. Konkret geht es um den Verdacht der Vorteilsgewährung. Bushido soll angeblich Beamte des Berliner Landeskriminalamts als private Personenschützer engagiert haben.
Privater Personenschutz für Bushido? LKA löst Komissariat auf
Im Zentrum des Ermittlungsverfahrens gegen Bushido steht der Verdacht der Vorteilsgewährung, ein Korruptionsdelikt. Allerdings ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen zwei weitere Personen aufgrund einer möglichen Vorteilsnahme. Wie die Namen bereits erahnen lassen, geht es dabei jeweils um das Anbieten oder Gewähren eines Vorteils, beziehungsweise um die Annahme eines solchen durch bestimmte Amtsträger.
Vorteilsgewährung kann in Deutschland mit bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldstrafe geahndet werden. Bis zu einer Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Auf Medienanfragen haben Bushido oder seine Anwälte bislang noch nicht geantwortet.
Im Oktober war - in Folge eines Interviews mit Frauke Ludowig - öffentlich geworden, dass zwei Beamte des Berliner LKAs wohl als private Bodyguards für Bushido tätig waren. Problematisch wäre all das, weil Bushido "seit etwa Jahresbeginn 2024 nicht mehr Schutzperson des LKA 61" ist, wie Pressesprecher Florian Nath gegenüber der BILD erklärte. Inzwischen wurde das gesamte Personenschutzkommissariat LKA 616 aufgrund der "korruptionsverdächtigen Entwicklung" durch die Berliner Polizei aufgelöst. Derzeit sollen gleich mehrere Disziplinar- und Strafverfahren laufen.
Eine Spiegel-Recherche will zudem aufgedeckt haben, dass dem LKA angeblich bereits vor dem Interview mit Frauke Ludowig bekannt gewesen sei, dass Beamte für den Rapper als Personenschützer gearbeitet hätten. Demnach soll ein LKA-Beamter bereits Ende 2024 zwei seiner Kollegen an einer Autobahnraststätte angetroffen haben, als sie gerade außerhalb ihres Dienstes mit Bushido unterwegs waren. Trotz einer darauf folgenden Ermahung sowie einer schriftlichen Erklärung, die Aktivitäten einzustellen, scheint es so, als hätten die LKA-Beamten nicht aufgehört, Bushido zu begleiten.
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