Kool Savas, Ufo361, Vega, Haftbefehl, Ramo & mehr im Deutschrap-Update

Der letzte Release-Friday des Januars ist da und es wurde mal wieder ordentlich abgeliefert. Wie jede Woche findet ihr hier die heißesten Tracks des Freitags gesammelt in der "Groove Attack by Hiphop.de"-Playlist. Auf unserem Cover ist diese Woche der unermüdliche Ufo361 mit seiner neuen Single "No Hugs".

Kool Savas, Vega & Haftbefehl

Bevor nächsten Monat Kool Savas' langerwartetes nächstes Album "Aghori" erscheint, gibt es diese Woche noch eine neue Single. Zusammen mit Alies droppt er den Track "Rapkiller". Eigentlich soll auf dem Song auch ein Featurepart von Capital Bra zu hören sein, doch das hat leider nicht geklappt. Hier lest ihr, warum:

Kool Savas erklärt, woran das geplante Capital Bra-Feature vorerst gescheitert ist

Eigentlich sollte Mitte nächsten Monats auf Kool Savas' neuem Album "Aghori" ein gemeinsamer Track mit Capital Bra namens "Rapkiller" zu finden sein. Für diesen Freitag wurde der Track als Videosingle angekündigt, allerdings nicht zusammen mit Capi sondern der Rapperin Alies.

Passend zu seinem Albumtitel "069" hat sich Vega für seine neuste Single "Ich will es bar" niemand Geringeres als Haftbefehl an den Start geholt. Zusammen zersägen die beiden Hessen einen Beat von Efe und Stillabeatz.

Ramo, Massiv & M.O.030

Nächsten Monat releast Ramo sein zweites Album "V.B.T.N.". Jetzt gibt es einen weiteren Vorgeschmack, gemeinsam mit seinem Labelboss Massiv. Den Track haben die beiden daher passenderweise nach eben diesem Label "Qualität'er" benannt. Produziert wurde der Track von Tengo und DJ Desue.

M.O.030 meldet sich zurück und hat ein Album im Gepäck. Der Berliner veröffentlicht sein neustes Werk "M.O.TION". In unsere Playlist hat er es mit dem Song "Odyssee" geschafft. Auf dem Track reflektiert er seinen bisherigen Werdegang.

Außerdem sind diese Woche neu in der "Groove Attack by Hiphop.de"-Playlist: 65Goonz, Ardian Bujupi, NGEE, Layla, Genuva, Volo, Sugar MMFK und viele mehr.

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Die Toastbrot-Story: Kool Savas' Plädoyer gegen Rückenpolitik

Die Toastbrot-Story: Kool Savas' Plädoyer gegen Rückenpolitik

Von Michael Rubach am 03.09.2021 - 16:20

Käse, Wurst, Toastbrot: Diese Kombo hat sich bei Kool Savas eingebrannt. Nicht, weil er ein besonders heftiges Sandwich in Erinnerung hat. Er verbindet damit eine Lektion fürs Leben. In seinem frisch veröffentlichten Buch "King of Rap: Die 24 Gesetze" ist immer wieder von dieser Toastbrot-Story die Rede. Es ist eine Geschichte, die Kool Savas gelehrt hat, sich von der Straße, Gangs und Unterdrückertum fernzuhalten.

Kool Savas gewinnt Battle – und wird unterdrückt

Anfang der Neunziger in Kreuzberg: Der Junge, der später als Kool Savas (jetzt auf Apple Music streamen) berühmt werden sollte, tritt zum Battle an. Doch es geht nicht um Punchlines, sondern um Ladendiebstahl. Wer mehr Kram aus dem örtlichen Supermarkt mitgehen lässt, entscheidet das Duell für sich. Savas gewinnt. Er baut aus seiner Beute ein Sandwich, um den Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes zu genießen. Anstelle eines guten Gefühls erfährt er jedoch Bevormundung. Der damalige Anführer in Savas' Umfeld hat seine eigene Sichtweise. Er erinnert den Battle-Gewinner daran, wer das sagen hat. Das bleibt haften:

"Dieses Gefühl, wie ein Hund behandelt zu werden, dem man sagt, was er zu essen hat und was nicht, vergesse ich nie."

Dieser Augenblick ist ein Bruch im Leben des Savaş Yurderi. Hier beschließt er, sich von solchen Strukturen zu entkoppeln. In seinem Buch nennt er das die "Befreiung von den nervtötenden Regeln der Straße." An dieser Stelle in seinem Leben legt sich ein Schalter um.

"An diesen Moment, als ich begriff, dass ich mir nie wieder etwas sagen lassen sollte von vermeintlich Stärkeren. Von Leuten, die angeblich über mir stehen. Oder die sich aus komplett irrelevanten Gründen wie physischer Überlegenheit dazu berufen fühlen, den Chef zu spielen."

Rückblickend hat Savas diese Episode aus seiner Jugend "komplett gegen die Verlockungen eines sogenannten Rückens immun gemacht." Die Lehren, die er daraus gezogen hat, will er nun weitergeben.

(Über seine persönliche Erfolgsformel wird Kool Savas demnächst auch in einem neuen Interview-Format auf Hiphop.de sprechen.)

Kool Savas: "Nimm keinen Gefallen von der Straße an"

Kool Savas gibt in seinem Buch Ratschläge, um nicht in den Strudel aus Unterdrückung und Machtspielchen hineingezogen zu werden. Es gelte, das eigene Umfeld zu prüfen. Wer tut einem gut, wer ist toxisch? Er wolle selbst nicht mit "denen sein, die andere unterdrücken." Diese Struktur habe Savas früher eingeengt. Durch die Hierarchien der Straße fühlt er sich in seiner Jugend regelrecht gehandicapt.

"Ich bin so aufgewachsen, in einem Umfeld, in dem mich vieles eingeschüchtert hat, in dem ich mich oft zurückgenommen habe. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mich das gebremst und gestresst hat."

Ein weiterer Leitsatz von SAV lautet: "Nimm keinen Gefallen von der Straße an." Ein schwacher Moment könne reichen, um sich in eine nicht enden wollende Abhängigkeit zu begeben. Plötzliches Entgegenkommen und Unterstützung hätten immer ihren Preis. Hinter kleinen Gefälligkeiten stehe zumeist das Streben nach Geld und Macht. Die Wurzel allen Unterdrückerverhaltens.

Nicht ohne Stolz beschreibt Kool Savas seine Freude darüber, sich aus all dem rausgehalten zu haben. Er sei niemanden etwas schuldig. Achtung, Liebe und Respekt erfahre er nicht, weil sich Menschen vor ihm oder Personen im Hintergrund fürchten würden. Er ist aus dem musikalischen Wettstreit als Rapstar hervorgegangen. Aus der permanenten Competition, die aus seiner Sicht "ohne Unterdrückung und Mobbing stattfinden sollte. Ohne Gewalt."

Wer ist man eigentlich? Was will man im Leben erreichen? Diese Fragen hat Kool Savas für sich beantworten können. Eine der grundlegendsten Erkenntnisse setzte nach dem Diebstahl eines Toastbrots ein.


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