Für sein kommendes Solo-Album "Lan Juks" musste Kool Savas tief graben. Er kombiniert dort frisch aufgenommene Parts mit bislang unveröffentlichten Verses, die er schon vor über 20 Jahren eingerappt hat. Als Gast in der zweiten Folge von Aria Nejatis neuem Format "Zeitgeist" spricht Savas über die Reise in die eigene Vergangenheit.
"Das war schon was Besonderes": Kool Savas hat sich durch seine alten Parts mit sich selbst auseinandergesetzt
Normalerweise höre sich Savas seine eigene Musik nicht gerne an. Selbst geschaffene Kunst zu konsumieren, ergebe für ihn schlicht kaum Sinn. Für sein Vorhaben mit "Lan Juks" blieb ihm aber nichts anderes übrig, als in seinen Archiven zu stöbern und alte Parts aus der Versenkung zu holen. "Das war schon was Besonderes", verrät er im Gespräch mit Aria.
Dabei habe er sich unweigerlich mit sich selbst auseinandersetzen müssen. Seine alte Musik hätte viele Dinge hochgeholt, die gar nicht zwingend etwas mit Rap zu tun haben, sondern vielmehr mit seiner persönlichen Geschichte. Beispielsweise würde er erst jetzt verstehen, wie "traumatisierend" seine Zeit in Kreuzberg für ihn gewesen sein muss. Auf der Straße hätte er sich nie durchsetzen können – aber das war dort eben "die einzige Währung, die gezählt hat".
Dass er ein derart schwieriges Verhältnis zu jener Gegend pflegt, in der er groß geworden ist, findet Savas "total schade". Gleichzeitig habe es ihm sehr geholfen, dorthin zurückzukehren und aktiv über seine Vergangenheit nachzudenken und zu sprechen. Das ist auch in der auf YouTube veröffentlichten Doku zu seinem neuen Album zu sehen. Er klingelt dort bei dem Haus in der Waldemarstraße 68 an, in dem er einst aufgewachsen ist.
Mit den Songs auf "Lan Juks" sendet er außerdem eine klare Botschaft. Viele Fans würden zwischen dem alten und dem neuen Savas unterscheiden; von so einer Aufteilung hält der 50-Jährige aber offenbar wenig. Für ihn gehöre alles zusammen. Nur weil teilweise ein Vierteljahrhundert zwischen den einzelnen Strophen liegen würde, sei er ja noch immer dieselbe Person hinterm Mikrofon, heute lediglich mit einem etwas anderen "Mindstate".
Deswegen sei es für ihn auch ziemlich "easy" gewesen, seine alten Parts für die Musikvideos nochmal zu performen. Die Flows und Patterns von damals habe er schließlich nie vergessen, heutzutage wolle er halt einfach nur anders rappen. Inspiriert von alten Musikvideos von Jadakiss und Styles P, in denen die beiden sich ihre Parts gegenseitig zugespielt haben, liefert Savas hier ein ähnliches Hin und Her – nur halt mit seinem früheren Ich. "Kool Savas featuring Kool Savas" eben, wie Aria es treffend formuliert.
Hier kannst du dir die gesamte Folge anschauen. Neben Kool Savas sind dort auch Gerald Asamoah sowie Gizem Çelik zu Gast. Ab Minute 19:33 geht es um seine Arbeit an "Lan Juks":
Hier kannst du dir nochmal den ersten Part der Doku anschauen. Der Release der Platte ist mittlerweile für den 1. Oktober 2025 vorgesehen:
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