Kool Savas kritisiert Alben-Kritiken
Kool Savas

 

Kool Savas hat einen Tweet von Jule Wasabi zum Anlass genommen, sich bei Instagram über die Art, wie Alben teilweise bewertet werden, auszulassen. Laut Savas müssten sich die Leute einerseits mehr Zeit lassen und andererseits auch eingestehen, manchmal zu wenig praktisches Verständnis zu haben.

Kool Savas kritisiert Alben-Reviews nach ein paar Stunden

Jule Wasabi hatte auf Twitter gefragt, wo man denn gute Auseinandersetzungen mit dem neuen Kendrick Lamar-Album lesen könnte. Savas antwortete darauf, dass es für ihn "beeindruckend" sei, wenn Menschen sich so kurz nach Veröffentlichung bereits eine Meinung über ein Kunstwerk gebildet hätten. Er glaube, das ginge nur, wenn man selbst keine Musik mache und daher auch den Entstehungsprozess nicht nachvollziehen könne. Das Ganze sei kein Front gegenüber Jule, sondern ein genrelles Problem.

In seiner Instagram-Story führte Savas die Thematik dann weiter aus. Er sei davon überzeugt, dass "da was schiefläuft", wenn Menschen denken würden, sie könnten Musik, beziehungsweise Kunst im Allgemeinen, bereits nach wenigen Stunden greifen und bewerten. Kendrick Lamar hätte mehrere Jahre an seinem Album gearbeitet, ein "fundiertes Urteil" nach nur einigen Stunden sei kaum möglich.

Savas könne es verstehen, wenn eine oberflächliche Einschätzung abgegeben würde. Anders als eine tiefgehende Auseinandersetzung mit seinem Werk sei es schnell möglich, zu bewerten, ob einem Kendricks Musik generell gefalle. Eine ernsthafte Kritik halte Savas nach so kurzer Zeit allerdings für verfrüht.

Kool Savas wünscht sich mehr Demut & Expertise

Prinzipiell halte KKS Musikjournalismus für "gut und wichtig". Er selbst würde sich auch gerne mal die Meinung zu Songs und Alben anhören. Allerdings sei es wichtig, dass sich die Kritiker ihrer Verantwortung und der eignen Expertise bewusst seien. So erwarte Savas, dass Kunst mit einer gewissen Form von "Demut" behandelt werde. Dies sei nicht gegeben, wenn Leute sich rausnehmen würden, ein Album bereits wenige Stunden nach Release zu bewerten.

Für alle Musikkritiker, die selbst keine Musik machen würden, gebe es Dinge, die man nicht sagen könne. Als Beispiel führt Savas die Formulierung "nicht so geil produziert" an. In seinen Augen sollte jemand, der es selbst nicht besser hinkriegen würde, so etwas "nicht vom Stapel lassen". Er könne ja auch nicht in die Sixtinische Kapelle gehen und dort das Werk von Michelangelo fundiert kritisieren.

Wer sich etwas nehme, dass er nicht verstehe oder aus einem zeitlichen Aspekt noch nicht einmal verstehen könne und dies dann bewerte, nur um selbst im Mittelpunkt zu stehen, mache sich einfach lächerlich. Das Ganze sei dann ein "Level an Respektlosigkeit den Künstlern gegenüber", das Savas sich nicht geben würde.

Kool Savas hat keine Fußballexpertise

In einem letzten, etwas längeren Vergleich führt Savas dann aus, dass er aus den zuvor genannten Gründen auch nicht als Fußballexperte agiere. Eben weil ihm in diesem Gebiet einfach das Fachwissen fehle. Er könne zwar Vorschläge in den Raum stellen, müsse sich dann aber auch nicht wundern, wenn niemand auf sein "Hirngespinst" hören wolle.

Diese Meinung bestätigt scheinbar Savas' Sohn dann noch einmal aus dem Hintergrund. Dieser verneint die Frage, ob sein Vater Fußball-Kommentator oder der Trainer der Nationalmannschaft werden solle. Savas hätte nämlich nur Ahnung von einer Sache: Rapmusik. Und vielleicht auch von "Deutsch".

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