Kool Savas verrät frühere Künstlernamen

Die deutsche Rap-Geschichte ist um einen interessanten Fakt reicher: Kool Savas hat seine alten Künstlernamen offenbart. Wer bis hierher dachte, Juks sei das Alias gewesen, mit dem SAV in seiner Frühphase herumexperimentierte, wird jetzt eines Besseren belehrt. Der King of Rap hat noch mit anderen Künstlernamen hantiert – und dazugehörige Sessions sogar auf Tape.

Kool Savas trifft auf sein altes Ich

Kool Savas hat seine Anfangszeit als Rapper durchleuchtet. In seiner Insta-Story wurde dabei nicht nur die alte Drum Library aus der Westberlin Maskulin-Ära ausgecheckt, sondern auch ein Verse von einem gewissen Perfekt aufgetan. Wie Savas (jetzt auf Apple Music streamen) erklärt, war er früher ein paar Wochen unter diesem Pseudonym unterwegs.

Als er Mitte der Neunziger aus den Staaten nach Deutschland zurückkehrte, habe für ihn festgestanden, fortan ausschließlich auf Deutsch zu rappen. Für die ersten Gehversuche hatte er sich offenbar den Namen Perfekt ausgesucht. Eine Info, die wohl sogar Hardcore-Fans der Deutschraplegende überraschen dürfte. Auch heißt es beispielsweise im Wikipedia-Artikel (Stand: 11. Oktober 2021) zu Kool Savas lediglich: "Zu Beginn seiner Tätigkeit als Hip-Hop-Musiker trat Yurderi unter dem Pseudonym Juks auf."

Nach seinem Fund seien für Savas nun Features mit seiner eigenen künstlerischen Vergangenheit möglich. Dabei fördert er noch einen weiteren bisher weitläufig unbekannten Charakter zu Tage: Bssss.

Kool Savas über seine früheren Künstlernamen
Foto:

Screenshot via instagram.com/koolsavas
Kool Savas über seine früheren Künsternamen

Heute ist Kool Savas ein gestandener Artist und sein Künstlername nicht mehr aus dem Deutschrap wegzudenken. Über seine Erfolgsgeschichte hat er kürzlich in unserem neuen Format "The Formula" mit Toxik gesprochen:

THE FORMULA: Die Erfolgsformel von Kool Savas

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Weshalb Kool Savas das originale "King of Rap"-Textblatt verbrennt

Weshalb Kool Savas das originale "King of Rap"-Textblatt verbrennt

Von Clark Senger am 28.09.2021 - 18:07

 

Kool Savas steht mit einer Notarin und dem originalen Textblatt zum legendären Track "King of Rap" vor der Kamera. "Geschrieben im Headrush Studio, vor ungefähr zwei Dekaden in Düsseldorf", sagt er und wirft noch einen letzten nostalgischen Blick auf das Stück Papier, auf dem noch einige Korrekturen zu erkennen sind. "Und das werde ich jetzt verbrennen."

Genau das tut er dann auch. Es mag auch an der melancholischen Pianomusik im Hintergrund liegen, aber man bekommt das Gefühl, hier muss sich gerade jemand von einem Stück seiner selbst verabschieden. SAV geht es aber nicht darum, mit der Vergangenheit abzuschließen. Vielmehr dürfte er dieses nur wenige Sekunden flackernde Feuer als einen zukunftsweisenden Move sehen. Wir erklären, was dahinter steckt.

Sie sagen, er ist auf dem Krypto-Film hängengeblieben

Wer Savas mehr oder weniger aufmerksam verfolgt, wird längst sein Faible für Kryptos bemerkt haben. Als digitale Assets wie Bitcoin, Ethereum und Co im Januar 2018 vom damaligen All-Time-High bei fast 17.000 Euro pro Bitcoin wieder in den Bärenmarkt rutschten (eine Abwärtsbewegung der Kurse), war Essah gerade mit Sido auf "Royal Bunker"-Tour. Mit dem Song "Hodln" auf dem Mixtape zur Tour setzte das Duo dem abklingenden Krypto-Hype ein Denkmal im Deutschrap-Kosmos. Spätestens seitdem ist klar, dass der King of Rap auch einen Anspruch auf den Titel "King of Krypto" geltend machen könnte (Shoutout an Mr. Rap, der leider schneller war mit diesem naheliegenden aber guten Joke).

Auf der gleichen Technologie wie jene digitale Währungen basieren auch NFTs (Non-Fungible Tokens), quasi digitale Einzelstücke, die auf einer Blockchain verschlüsselt werden. Bei solchen NFTs handelt es sich in der Regel um digitale Sammlerstücke.

Das Ganze steckt, historisch betrachtet, noch in den Kinderschuhen, aber zuletzt kannte das Konzept nur eine Richtung. Während man den Wert aller NFTs für 2019 nur auf etwa 210 Millionen Dollar schätzt, wurden allein im ersten Quartal 2021 Tokens im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar verkauft. Im gleichen Zeitraum sollen 10 % des Umsatzes auf dem weltweiten Kunstmarkt durch NFTs generiert worden sein. Erinnert euch einmal kurz zurück, wie viel Geld ihr schon in eurem Leben für Sammelkarten, Sticker oder sonstiges ausgegeben habt, um euch das Potenzial vorzustellen.

Im vierten Quartal könnte die Summe noch deutlich höher liegen und dann womöglich auch den Preis für den "King of Rap"-NFT beinhalten. Damit kommen wir nämlich zur anfangs geschilderten Situation:

Kool Savas steigt ins NFT-Game ein

Savas wird wohl ab 14. Oktober das digitalisierte Einzelstück des Jahrzehnte alten Textblatts zur Versteigerung freigeben. In seinem Beitrag verlinkt er @niftee.eu, laut der eigenen Beschreibung auf Instagram "Europas NFT Auktionshaus". Dort schreibt das Team über die Aktion:

"Ein Stück Hiphop ist an diesem Tag gestorben – es wird jedoch wiedergeboren durch NFT-Kunst und unsterblich gemacht durch die Blockchain. Dies wird der erste NFT auf der 'King of Rap'-Kollektion."

Drei weitere Pieces sollen noch folgen. Und auch wenn der Move überraschend und symbolträchtig daherkommt – ganz neu ist er nicht. Krypto-Fans verbrannten vor einigen Monaten ein Originalwerk von Banksy aus dem Jahr 2006, um es anschließend als NFT anzubieten.

Schon in der Woche vor Essahs Launch gehen übrigens 3D-Modelle von vier Cro-Masken beim gleichen Auktionshaus online. Da hat jemand definitiv sein Auge auf Deutschrap geworfen. Grund genug, den Ball für ein Kurz-Interview zurück zu spielen.

Kurz-Interview mit NIFTEE-CEO Carmelo Lo Porto

Wir haben dem NIFTEE-CEO Carmelo Lo Porto drei Fragen zur Schnittmenge mit der Rapwelt und der Zukunft von NFTs gestellt.

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Lieber Herr Lo Porto, wie kommt es, dass Niftee gleich zu Beginn mit zwei der bekanntesten Rapper Deutschlands zusammenarbeitet?

Die Hiphop-Kultur hat sich sich schon immer durch Innovationskraft ausgezeichnet und sich selbst immer wieder neu erfunden, von daher war es naheliegend, mit zwei Ikonen des Rap zu starten. Wir haben uns als NIFTEE vorgenommen, die Grenzen des Machbaren immer weiter zu verschieben, weshalb wir das gesamte Spektrum der Popkultur einfangen und abbilden.

 

Wie schätze sie die Bedeutung von NFTs in der Zukunft der Popkultur ein?

Wir stehen noch ganz am Anfang der Entwicklung, denn in Zukunft werden digitale Güter immer wichtiger. Schon heute investieren immer mehr Menschen in Avatare, Zubehör und Assets, die es nur in der digitalen Welt gibt. Die Künstler*innen, die mit uns arbeiten, sind somit digitale Pioniere, die die Popkultur unsterblich machen.

 

Bei aller Euphorie werden auch kritische Stimmen zum Boom der Krypto- und NFT-Welt laut. Wie stehen sie dem gegenüber?

Für mich sind das dieselben Leute, die 1996 prophezeit haben, dass sich das Internet nicht durchsetzen wird, und heute auf ihrer Couch sitzen und bei Amazon bestellen.

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Das sind alles sicher Themen, die für viel Skepsis auf der einen und Begeisterung auf der anderen Seite sorgen. Das Konzept von Wert steht in der digitalen Welt auf dem Prüfstand und kontroverse Aktionen fördern die entsprechende Diskussion. Wie die von Savas. Wollen Menschen wirklich das Textblatt von "King of Rap" als digitales Einzelstück haben? Hätte das Stück Papier vielleicht nicht mehr eingebracht? Oder hat diese Aktion vielleicht eher einen ideellen Hintergrund als einen finanziellen?

Zum ideellen Wert, der in Buchstaben auf einem alten Stück Papier stecken kann, überlassen wir Audio88 das Schlusswort. Unter Savas' Video mit dem brennenden Text kommentiert dieser nämlich recht passend:

"Hoffe die Asche bekommt eine angemessene Urne!" - Hoffen wir auch, lieber Essah!


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