"Konto geplündert": Bushido belastet Arafat Abou-Chaker in Strafprozess

Wie erwartet, hat sich Bushido bei einem weiteren Strafprozess gegen Arafat Abou-Chaker in den Zeugenstand begeben. Vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) hat der Wahl-Dubaier circa drei Stunden ausgesagt, berichtet unter anderem der Spiegel. Ungewöhnlich: Auch für den Oberstaatsanwalt ging es in den Zeugenstand.

Bushido, Arafat & die 180.000 Euro

Im Rahmen des Verfahrens wirft die Staatsanwaltschaft Arafat Abou-Chaker versuchten Prozessbetrug vor. In einem zurückliegenden Zivilverfahren soll der langjährige Geschäftspartner von Bushido angeblich gefälschte Quittungen eines erfundenen Bauunternehmens vorgelegt haben. Ebenfalls angeklagt ist der Mann, der diese Quittungen ausgestellt hat. Bushido selbst hatte in dieser Sache Strafanzeige gestellt.

Laut Spiegel scheint Bushido das Ganze nun aber eher "lästig" zu sein. Im Gericht gibt er gemäß der Darstellung des Nachrichtenmagazins eine Kurzfassung seiner persönlichen History mit Arafat Abou-Chaker wieder.

Als die Zeichen noch auf Freundschaft standen, wurde 2010 gemeinsam die Immobilienfirma Bergmannsglück gegründet. Doch Zeiten ändern sich. Die Beziehung ging 2018 in die Brüche. Bushido will in dieser Phase bemerkt haben, dass 180.000 Euro auf dem Konto der Firma fehlen würden. Laut dem EGJ-Boss soll die Bank ihm auf Nachfrage mitgeteilt haben, dass ein Bruder von Arafat Abou-Chaker den entsprechenden Betrag in bar abgehoben habe. An dieser Stelle sei Bushido klar gewesen, dass das "Konto geplündert" wurde.

Arafats Version lautet anders. Er hatte einst erklärt, dass mit dem Geld Bauarbeiten (unter anderem der Neubau eines Pools) auf dem damals noch gemeinsamen Grundstück in Kleinmachnow bezahlt werden sollten. Der jetzige Angeklagte will dabei auch im Sinne Bushidos gehandelt haben. Bushido streitet indes ab, über dieses Vorgehen in Kenntnis gesetzt worden zu sein. Vorgelegte Rechnungen seien für den Rapper Scheinrechnungen. Vor Gericht in Frankfurt (Oder) schweigt Arafat bislang.

In einem Zivilprozess vor gut einem halben Jahr folgte das Gericht Bushidos Darstellung. Arafat Abou-Chaker wurde aus der Firma ausgeschlossen und eine Abfindung von knapp über einer Million Euro zugesprochen.

Im aktuellen Prozess in Frankfurt (Oder) war nicht nur Bushido, sondern auch der Oberstaatsanwalt selbst als Zeuge gefragt. Das berichtet tagesschau.de. Die Verteidigung hatte nämlich vorgebracht, dass die Staatsanwaltschaft "Herrn Ferchichi vernommen und ein Geheimprotokoll darüber gefertigt" hätte, so die stellvertretende Staatsanwältin. Diesen Verdacht habe man aus dem Weg räumen wollen. So sei der Oberstaatsanwalt in den Zeugenstand gegangen, um "über die Begebenheiten, Umstände und die Rahmenbedingungen dieser Vernehmung" Auskunft zu erteilen.

Ein Urteil in dem Prozess wird bereits für den kommenden Freitag erwartet. Bis zum Abschluss des Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung.

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