Undercover-Recherche zu Kollegahs "Alpha Mentoring"-Programm veröffentlicht

Eine Recherche von Vice und BuzzFeed News hat das Innenleben von Kollegahs "Alpha Mentoring"-Programm offengelegt. Als Marc Konopka schleusten sich zwei Redakteure in das Kollegah-Netzwerk ein und gaben vor, gecoacht werden zu wollen. In ihrem Artikel erheben die Journalisten Vorwürfe gegen Kollegah und die mit ihm zusammenarbeitende Firma Baulig Consulting.

Was bietet das "Alpha Mentoring"?

Nachdem die finanzielle Situation des vermeintlichen Interessenten abgeklopft wurde, habe ein Mitarbeiter das Coaching-Angebot ausgeführt. Für 2.000 Euro bekommen die Reporter demnach einen wöchentlichen Gruppenvideochat mit Kollegah, einen "Mindset-Call" mit Baulig Consulting-Chef Markus Baulig, die Mitgliedschaft in einer geschlossenen Facebook-Gruppe sowie diverses Videomaterial zum Thema Selbstoptimierung.

Die Vertragsgespräche verlaufen laut der Darstellung des Rechercheverbunds alles andere als angenehm. Es werde Druck ausgeübt. Außerdem seien Aussagen getroffen worden, die beispielsweise das geltende Widerrufsrecht missachten würden. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ordnet so ein Verhalten als "Irreführung und klare Täuschung" ein. Baulig Consulting kündigte auf Nachfrage der Reporter personelle Konsequenzen an, falls sich die erhobenen Vorwürfe bestätigen sollten.

"Alpha Mentoring" als Anlaufstelle für Verschwörungstheoretiker?

Die Mitglieder der Alpha Mentoring-Gruppe beschreibt der Artikel als Männer, die Kollegah regelrecht anhimmeln. Unter ihnen befinden sich den Schilderungen nach auch psychisch labil wirkende Personen, die von Kollegah Antworten auf die absurdesten Fragen erwarten. Diese liefert der Alpha Music-Boss, indem er die Welt zu einem "Pyramidensystem" erklärt, an deren Spitze Satan seinen Platz haben soll.

Zudem befeuere Kollegah allerlei weitere Verschwörungsfantasien seiner Alpha-Anhängerschaft. Ein aktives Mitglied der Gruppe sei nun auf YouTube unterwegs und verbreite dort unter anderem alternative Versionen zum 11. September. Dieses Verhalten habe auch schon zu Problemen in seinem Job geführt. Befragte Experten betiteln das Programm von Kollegah als "Guru-Bewegung" und "Gehirnwäsche" und sprechen eine deutliche Warnung aus.

Es lässt sich erahnen, dass Kollegah weiterhin auf den Pfaden unterwegs ist, die seinen Bossstatus haben bröckeln lassen.

Kollegahs Boss-Status bröckelt: Alles auf Null?!

Kollegah zählt zu den erfolgreichsten Rappern Deutschlands. Er war sogar so erfolgreich, dass er die Musik einfach an den Nagel hängen konnte. Stattdessen wollte Kollegah nur noch einen YouTube-Kanal pflegen und seine Fans als Felix Blume unterhalten. Beziehungsweise weiter als Life-Coach motivieren, sich zu richtigen Alphas zu optimieren.

Wie Kollegah zurück in die Erfolgsspur finden will

Kollegah machte zuletzt mehrfach eine eher unglückliche Figur. Sei es der Ausgang des Battle-Turniers Alpha Royale, das geplatzte Coaching-Event namens "Alpha Offensive" oder der überschaubare kommerzielle Erfolg seiner Signings auf Alpha Music - vieles lief in den letzten Monaten nicht wirklich bosshaft. Also entschied sich der Labelchef und Deutschrap-Veteran "Alles auf Null" zu setzen.

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Lieber Felix, einfach mal das Nasepudern lassen, dann wird's vielleicht auch wieder was mit Selbstreflexion und vielleicht sogar Karriere. Mit Berufsbezeichnungen wie "Übermensch" und "Antisemit" wird's sonst schwierig beim Arbeitsamt...

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Asches "HIStory": Reaktionen von Bushido, Mois, Sentino & mehr

Asches "HIStory": Reaktionen von Bushido, Mois, Sentino & mehr

Von Michael Rubach am 11.01.2021 - 17:24

Asches raptechnische Antwort auf die Fake-Vorwürfe von Mois steht seit fast einem Tag online. In "HIStory" arbeitet der Alpha Music-Member seine Familiengeschichte auf und teilt in einer ausgiebigen Disspassage gegen Mois aus. Auch gibt es den einen oder anderen Seitenhieb gegen alte Weggefährten. Wie die musikalisch vielfältige "HIStory"-Stunde in der Szene aufgenommen wurde, haben wir in diesem Artikel zusammengestellt. Eine übersichtliche Aufarbeitung des gesamten Disstracks kannst du hier checken:

Asche-Track "HIStory" zusammengefasst: Tschetschenien, richtiger Name & Mois-Disses

Sechs Tage nach Mois' Enthüllungsvideo über Asches nicht ganz sauberes Image als Tschetschene mit Kriegserfahrung hat das Kollegah-Signing sich umfangreich zu seiner Lebensgeschichte geäußert.

Mois reagiert auf Diss von Asche

Die ausgiebigste Reaktion auf "HIStory" kam natürlich von Mois. Hinsichtlich der Tatsache, dass ohne sein Video der Track wohl auch nicht entstanden wäre, ist das kaum überraschend. Unmittelbar nach dem Release von "HIStory" postete Mois einige Insta-Storys, in denen er Asche hart beleidigte. Auch leakte er dort einen angeblichen Audio-Mitschnitt des Managements von Asche. Der Track hat für ihn nur eine Konsequenz: "Dann machen wir weiter". Die Storys hat Mois relativ schnell wieder gelöscht. Wie es genau weitergeht, erfahren wir wohl heute gegen 18 Uhr. Zu dieser Zeit soll ein weiteres Video von Mois erscheinen, das sich mutmaßlich Asche widmet.

Update: Mois hat seine Ankündigung wahr gemacht und ein weiteres Video über Asche veröffentlicht. Alles dazu hier:

Mois führt Asche-Beef mit weiterem Video fort

Ebenfalls hat Mois sein Instagram-Profil zum Asche-Gebiet erklärt. Sowohl sein aktueller Post im Feed als auch sein Profilbild stehen im Zeichen von Asche.

Bushido & Baba Saad nehmen Asches Track unterschiedlich auf

In "HIStory" nimmt Asche hörbar auf den Deutschrap-Evergreen "Nie ein Rapper" von Bushido und Baba Saad Bezug. Beide zeigen auf Instagram unterschiedliche Reaktionen. Zum einen ist da Bushido, der den Asche-Track auf Instagram samt Swipe-up-Aufforderung teilt und seinen Fans empfiehlt, sich das einmal anzuhören. Hierbei ist noch anzumerken, dass Bushido selbst kurz davor war, mit Mois einen Beef zu starten. Letztendlich entschieden sich beide Parteien jedoch für den friedlichen Weg.

Zum anderen erklärt sein Kollege Baba Saad in einer Fragerunde, den Track gehört zu haben. In der gesamten Angelegenheit sei er neutral eingestellt.

Kianush und Rooz bringen klassische Reactions

Als "raptechnisch einfach sehr stark" fasst Kianush den Asche-Track zusammen. Was jetzt genau der Wahrheit in dieser Geschichte entspricht, spielt für ihn in seiner Reaction nur eine untergeordnete Rolle. Der musikalische Aspekt steht hier deutlich im Vordergrund.

Rooz hat sich das ganze Spektakel live in einem Stream reingezogen. Als außenstehender Betrachter kommt er zum Schluss, dass der Track "wild" sei und "harte Antworten" enthalte.

Sentino hinterfragt Kollegahs Rolle

Sentino hat von der Mutter-Line auf "HIStory" Notiz genommen und wundert sich via Instagram, was er verpasst habe. Er fragt sich dort ganz konkret: "Warum finde ich in deiner Märchenstunde im Zusammenhang mit dem Sexualleben meiner Mutter statt?" In einem weiteren Video-Statement, das TV Strassensound auf Facebook gestellt hat, legt Sentino nach und kritisiert auch Kollegah. Sentino hatte letztes Jahr noch am Track "Yayo" von Kollegah und Asche mitgearbeitet und wird in den Credits als Songwriter geführt. Nun stellt er die Behauptung auf, dass Asche den Mois-Diss gar nicht selbst geschrieben habe.

"Es muss schon witzig sein, dass man bei einem der größten deutschen Rapper unter Vertrag steht und im Jahr nicht mal auf die Hälfte des Geldes kommt, wie irgend so ein Sentino, den man nebenbei mal erwähnt, während man von der ganzen deutschen Szene Hops genommen wird für seine fehlende Aufrichtigkeit, für seine fehlende Wahrhaftigkeit, für seine Fakeness. Und du bist noch so frech, dass du den Disstrack, den du gegen Mois machst, auch noch von irgendjemand anderen schreiben lässt. Ehrlich gesagt auch Scheiße von Kolle, dass er so eine Scheiße unterstützt. Du hattest so viele gute Künstler bei deinem Label. Was machst du da? Was macht ihr da? Christoph, Konrad, Felix, Antoine – was macht ihr da für 'ne Scheiße? [...] Ihr greift gerade einen Typen an, der wirklich schreiben kann."

Der Alpha Music-Boss höchstpersönlich hat sich bisher noch nicht öffentlich geäußert.

Fatoni kennt Asche und Mois nicht

Eine Reaktion der anderen Sorte findet sich beim Münchner Rapper Fatoni. Es ist für einige vielleicht nicht vorstellbar, aber es gibt auch Menschen, die den bisherigen Beef von Mois und Asche überhaupt nicht zu Kenntnis genommen haben. Fatoni offenbart, dass man schon einigermaßen tief in der Deutschrapbubble stecken muss, um bei allem Trouble Schritt zu halten.


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