Kollegah: Eigenes Label? Stress bei Selfmade Records?

Kollegah und Selfmade Records gelten in den Augen vieler Fans als unzertrennlich, jedoch kommt es angesichts seines immensen Erfolgs der letzten Jahren vermehrt zu Gerüchten, dass Kollegah in absehbarer Zeit seinen eigenen Weg gehen wird. In der neuen #waslos-Ausgabe äußert er sich zu diesen Mutmaßungen ebenso wie zu der aktuellen internen Labelsituation.

"Wird die Zukunft zeigen. Kann ich dir nichts Konkretes sagen", hält Kollegah sich bedeckt. Eine Garantie für einen ewigen Verbleib bei Selfmade gibt es somit nicht. Rooz wirft mit Seyed, unter anderem zu sehen bei der gerappten McDonald's-Bestellung, das erste mögliche Signing in den Raum. Auch hier möchte Kollegah nicht allzu viel verraten: "Wer weiß. Fresh ist der Typ."

Nach Tour-Absage: Stress bei Selfmade Records?

Nachdem auf Grund der abgesagten Jubiläumstour von Selfmade Records Gerüchte bezüglich möglichem Stress unter den verschiedenen Künstlern aufkamen, stellt Kollegah klar, dass man intern keine Probleme habe. "Genetikk sind meine Bros, natürlich. [...] Ich komme auch mit den 257ers gut klar. Favorite ist sowieso ein alter Freund. [...] Die Gründe wurden aber auch erklärt", so Kollegah. Hoppla, da hat der Boss offenbar Karate Andi vergessen.

Damit einhergehend kündigt Kollegah an, dass man von ihm und Genetikk im kommenden Jahr wahrscheinlich ein gemeinsames Live-Projekt erwarten könne.

Finanziell läuft es für Kollegah laut eigener Aussage bei Selfmade sehr gut.

Ab den Minuten 27:15 sowie 36:39 wird über die genannten Themen gesprochen:

Lege dir hier das Zuhältertape Vol. 4 zu:

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Kritik an Corona-Video: Wieso Farid Bang ein Vorbild ist [Kommentar]

Kritik an Corona-Video: Wieso Farid Bang ein Vorbild ist [Kommentar]

Von Alina Amin am 22.07.2020 - 13:08

Farid Bang hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Düsseldorf ein Video zur Einhaltung der geltenden Corona-Vorschriften gedreht. In dem etwa 40-sekündigen Clip appelliert Farid an die Bürger*innen von Düsseldorf und erklärt: "Haltet euch an die Regeln und bleibt vernünftig".

So weit, so gut? Das sieht längst nicht jeder so. Schon vor Veröffentlichung des YouTube-Videos hat sich nicht nur die politische Konkurrenz kritisch zu Wort gemeldet, auch auf Twitter und in der Presse sind sich viele sicher, dass Farid Bang ungeeignet ist. Der Grund seien antisemitische, frauenfeindliche und gewaltverherrlichende Raptexte. 

Reaktionen zu Farid Bangs Corona-Video: "Einfach unnötig und unpassend."

Die Reaktionen zum Video der Stadt Düsseldorf mit Farid fallen negativ aus. Politische Gegner vom Oberbürgermeister Thomas Geisel haben sich bereits zu Wort gemeldet und sind alles andere als begeistert. So twittert die OB-Kandidatin der FDP Marie-Agnes Strack Zimmermann:

"Braucht es wirklich einen Chaoten, der antisemitische & gewaltverherrlichende Zeilen rappt, um die Abstandsregeln der #Corona-VO zu erklären, lieber OB #Geisel? Auf gar keinen Fall, der Zweck heiligt nicht die Mittel. Einfach unnötig und unpassend."

Anschließend veröffentlicht sie noch einen offenen Brief an Geisel, in dem sie unter anderem äußert, die Zusammenarbeit mit Farid Bang als "beschämend" zu empfinden.

Auch Stefan Engstfeld, Kandidat der Grünen, zeigt sich empört:

Der Stimmung einiger Twitter-User scheint ebenfalls nicht weniger kritisch:

Oberbürgermeister Geisel hingegen freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Rapper. Laut Express habe er vor einigen Tagen angekündigt, dass ein Video zu Abstandsregeln mit Farid Bang veröffentlicht werden soll. Ziel sei es, Jugendliche zu erreichen. Er selbst habe Positives über das Banger-Oberhaupt zu berichten:

"Farid Bang ist ein wilder Junge, er hat das Herz aber auf dem rechten Fleck. Ich bin ihm super dankbar, dass er das Video gemacht hat.“

Ist Farid Bang ungeeignet als Vorbild?

Farid ist nicht der erste Rapper, der sich für die Kommunalpolitik vor die Kamera setzt. Vor drei Monaten hat bereits Shindy sich zwecks einer Corona-Osteransprache mit dem Oberbürgermeister von Bietigheim-Bissingen zusammengetan und sich unter anderem für gegenseitigen Respekt und Rücksicht in der Pandemie ausgesprochen – ähnlich wie Farid. Auffällig negative Reaktionen gab es hier nicht.

Da die Clips genug gemeinsame Nenner aufweisen - Rapper, Oberbürgermeister und Corona - wurde die jeweilige Resonanz natürlich prompt verglichen:

Der entscheidende Unterschied und Grund für die Andersbehandlung von Farids Clip sei die unterschiedliche Herkunft der beiden Künstler. Allerdings ist Shindys Rap-Karriere weder mit einem Fernsehskandal noch mit einem Strafverfahren wegen Volksverhetzung gebrandmarkt. Das jeweilige Image ist in der deutschen Medienlandschaft einfach ein anderes. Der Vergleich hinkt dementsprechend. 

Nicht Farids Herkunft oder sein Name sind Auslöser der Kritik, sondern seine Musik. Seine Texte seien ein Spiegel seiner Person und würden beweisen, dass er keine Vorbildfunktion habe. Dass der Rapper privat nicht seiner Kunstfigur entspricht, scheint keine Option zu sein. Klar, von der Wahlkampfkonkurrenz ist allein aus strategischen Gründen nicht zu erwarten, dass diese sich der Angelegenheit in einem differenzierten Rahmen widmet.

Die Reaktionen der Unbeteiligten zeigen aber: Auch in 2020 wird Rap als Kunstform in Deutschland nur minder ernst genommen. Sexistische und diskriminierende Texte können natürlich nicht immer mit der Kunstfreiheit entschuldigt werden. Auch hier gibt es Grenzen. Allerdings passiert es zu oft, dass Rap gar nicht die Möglichkeit gegeben wird, lediglich ein Ausdruck von (teils fragwürdiger) Kreativität zu sein.

Farids antisemitische Line auf "0815" hat berechtigterweise eine Diskussion über die Grenzen der Kunstfreiheit entfacht. Seit dem Echo-Skandal sind zwei Jahre vergangen und der Rapper hat mittlerweile eine andere Sicht auf die Dinge.

Leider wird seine Entschuldigung und Reue diesbezüglich gekonnt ignoriert. Dabei kann man hier doch einiges vom Banger-Oberhaupt lernen, denn: Wer die Größe zeigt, sein Handeln zu reflektieren und sich ehrlich seine Fehler einzugestehen, der kann zumindest in dieser Hinsicht ein wunderbares Vorbild abgeben. 

Farid Bang spricht offen über Echo-Skandal: "Ich stand vor dem Ende"

Farid Bang gehört zu den Deutschrappern, die besonders oft mit einer heftigen Reaktion auf ihre Lyrics rechnen müssen - seien es Sexismus- und Diskriminierungsvorwürfe oder Beef mit Kollegen. Der Höhepunkt dieser Kritik war der Echo-Eklat, der nun gut zwei Jahre her ist.


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