"Knebelvertrag" bei Bushido? Samra legt EGJ-Vorschuss offen

 

Vor einigen Tagen hat Youtuber Leeroy Matata das bisher umfangreichste Interview mit Samra veröffentlicht. Im 90-minütigen Talk hat sich der Berliner unter anderem über seine Zeit im EGJ-Camp bei Bushido und Arafat Abou-Chaker geäußert. Speziell ging es um seine Vertragssituation bei EGJ und den für ihn sehr geringen Vorschuss.

Samra über Vertrag bei Bushido: "Es floss kein Geld"

Auf Leeroys Frage nach seinem ersten Vertrag und wie viel Geld geflossen sei, antwortet Samra nur lachend: "Geld geflossen ist nicht". Er wirft Bushido und Arafat vor, ihm keinen fairen Vertrag gegeben zu haben. Laut Samra habe er selber unter EGJ nur "20 Prozent an der Musik verdient". Bushido und Arafat hätten die anderen 80 Prozent bekommen. Er räumt aber auch ein, dass er den Vertrag unterschrieben hätte, ohne diesen gelesen zu haben. Seinem Anwalt habe er den Vertrag damals auch nicht gezeigt. Samra erklärt, dass er ohne diese Verhältnisse an einem Song wie zum Beispiel "Cataleya" 200.000 bis 300.000 Euro verdient hätte. Erst später sei ihm aufgefallen, in was für einem "Knebelvertrag" er stecken würde:

"Dann mit der Zeit hab ich gemerkt: 'F*ck, ich verdiene hier gar keine Kohle, was hab' ich denn hier für einen Vertrag man.' Ich hab Monster-Songs rausgebracht und ich seh' kein Geld. [...] Und dann hab' ich erstmal mitgekriegt, wie dreckig das Geschäft ist."

EGJs anderes damaliges Signing AK Ausserkontrolle hat vor etwas mehr als einem Jahr vor Gericht ausgesagt, er habe bei EGJ 30 Prozent an seinen Songs verdient (auch wenn schlussendlich keine dieser Songs veröffentlicht wurden).

Auch der branchenübliche Vorschuss sei laut Samra unter Bushido sehr bescheiden ausgefallen. Seines Wissens nach haben andere Rapper zur damaligen Zeit 500.000 Euro Vorschuss von ihren Labels bekommen. Er selbst habe aber nur einen Vorschuss in Höhe von 50.000 Euro von Bushido und Arafat bekommen, den er später zurückzahlen sollte. Es ist üblich, dass zwischen Künstlern und Labels vertraglich festgelegt wird, Vorschüsse zurückzuzahlen. Laut Samra sei eine Rückzahlung des Vorschusses nicht Bestandteil seines Vertrags bei EGJ gewesen. Weil das Geld nicht für seine menschlichen Bedürfnisse gereicht habe, musste er eigenen Angaben nach in dieser Zeit immer noch Gras am Block verticken.

Samra könne sich die Vertragsverhältnisse nicht erklären. Er gibt zu, dass Bushido den Weg für seine Laufbahn als Rapper geebnet habe. Aber er sei auch mit Songs wie "Für euch alle" der Grund für das damalige Wiederaufleben von Bushidos Karriere gewesen. Trotzdem sei er dankbar für die Zeit bei EGJ, sowohl "für die Guten, als auch die Schlechten".

Das ganze Video-Interview mit Samra und Leeroy könnt ihr hier sehen:

Im selben Interview äußerte Samra sich auch zu dem Grund mit dem Bruch und Versöhnung mit Capital Bra. Es geht um Gespräche bei Waldspaziergängen zwischen den beiden:

Kategorie

Groove Attack by Hiphop.de

Umfrage: