"Satans-Schuh" von Lil Nas X: Nike ruft alle Exemplare zurück

Vor knapp zwei Wochen releaste Lil Nas X gemeinsam mit der Streetwear-Marke MSCHF den "Satans-Schuh". Dabei löste der Sneaker mit Menschenblut nicht nur bei der breiten Internet-Community eine Debatte aus – auch Nike schien nicht begeistert zu sein von der Kollaboration. Erst distanzierten sie sich vom kontroversen Release, dann flatterte die Klage ins Hause Lil Nas X x MSCHF.

Grund: Der Schuh führe zu erheblichen Verwechselungen und Vermischungen im Markt, die an dem Image von Nike nagen würden. Deshalb gehe der Sportartikelhersteller wegen Markenrechtsverletzung gegen die Kollabo vor.

Nach Nike Klage: Die Satans-Schuhe müssen zurückgegeben werden

Der Rechtsstreit ergab sich letzten Endes als gar nicht mal so dramatisch wie manch einer erwarten würde. Das Kollektiv MSCHF, das Nike gegenüberstand, einigte sich nämlich mit dem Weltkonzern auf einen Deal: Die Käufer der 665 Schuhe sollen diese zurückgeben und würden den Kaufpreis erstattet bekommen. Der 666-ste Sneaker sei noch im Besitz von MSCHF und sollte eigentlich von Lil Nas X verlost werden. Diese Aktion wird selbstverständlich nicht mehr stattfinden.

Gleiches gilt übrigens auch für die Jesus-Schuhe, die 2019 rauskamen. Für beide habe man sich keine Erlaubnis seitens Nike eingeholt. Ziel sei es, die unchristlichen Sneaker aus dem Verkehr zu ziehen. Der Anwalt der Streetwear Marke MSCHF erklärte laut The Verge in einem Statement, dass das Kollektiv "zufrieden" sei mit diesem Ergebnis. Es habe nämlich den Zweck der ganzen Aktion schon erreicht: Ein künstlerischer Kommentar über "die Absurdität der von einigen Marken praktizierten Kollaborationskultur und die Bösartigkeit der Intoleranz".

Zur Rückgabe können die Käufer übrigens nicht gezwungen werden. Fraglich ist also, wie viele der Schuhe tatsächlich an das Kollektiv zurückgehen und inwieweit diese exklusiven Modelle in ihrem Wert steigen – und dann illegal weiterverkauft werden.

Nike vs. Lil Nas X: Das Ausnutzen eines Machtmonopols?

Kurz nach dem Release der Schuhe, die passend zu Lil Nas Xs' ebenfalls kontroversen Video zu "Montero (Call Me By Your Name)" erschienen, wollten Internetuser nicht nur den Rapper, sondern direkt auch Nike boykottieren. Dass der Konzern nichts mit dem Schuh zu tun hatte, war vielen dabei egal. Es handelt sich bei dem Sneaker nämlich um ein Custom-Modell des Nike Air Max 97. Das heißt, nur Lil Nas X und die Streetwear Mark MSCHF sind für das veränderte Design des Sneaker-Klassikers verantwortlich.

Wegen der lauten Kritik ging Nike ohne zu zögern rechtlich gegen MSCHF vor. Lil Nas X erklärte, dass er den Rechtsstreit als Angriff auf die Meinungsfreiheit verstehe.

Bis vor Kurzem mussten sich unabhängige Designer keine Erlaubnis fürs Customizing einholen. Durch das Verfahren zwischen Nike und MSCHF könnte sich das nun ändern. Kritiker befürchten, dass dieses zukünftig als Präzedenzfall gelten könne und großen Marken die Macht gebe, gegen kleinere Designer vorzugehen, die ihre Werke neu interpretieren.

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Madonna gerät nach Kommentar zu Lil Nas X' Bühnenkuss in die Kritik

Madonna gerät nach Kommentar zu Lil Nas X' Bühnenkuss in die Kritik

Von Michael Rubach am 30.06.2021 - 19:42

Der Auftritt von Lil Nas X bei den diesjährigen BET Awards sorgt selbst Tage später noch für Wirbel. Der US-Rapper hatte am Ende seiner Performance von "Montero (Call Me By Your Name)" einen männlichen Tänzer leidenschaftlich geküsst. Lil Nas X (jetzt auf Apple Music streamen) geht seit gut zwei Jahren offen mit seiner Homosexualität um. Neben Applaus von Diddy für den "furchtlosen" Move bei der Award Show gab es auch reichlich Reaktionen, die darauf schließen lassen, dass 2021 gleichgeschlechtliche Küsse das eigene We1tbild noch erschüttern können. Und an dieser Stelle kommt die Queen of Pop Madonna ins Spiel.

Madonna: "Ich hab's zuerst gemacht"

Madonna hat nach dem Auftritt von Lil Nas X in ihrer Insta-Story darauf hingewiesen, dass ein derartiger Kuss bei einer großen Award Show ihr Ding ist. Britney Spears und Christina Aguilera wissen, wovon die inzwischen 62-Jährige spricht. Bei den MTV Video Music Awards gab es innige Momente zwischen den drei Popstars. Der Support für die LGBTQ+-Community ist Teil von Madonnas künstlerischem Werdegang. Von einer lesbischen Beziehung ist zumindest öffentlich nichts bekannt.

Auf Twitter hagelt es für ihren Einwurf Kritik. Sie solle einem queeren schwarzen Mann seinen Moment zugestehen. Die Künstlerin habe sich in den Mittelpunkt stellen wollen. Auch wird in einem Tweet gefordert, Madonna den Status als "gay icon" abzuerkennen.

Lil Nas X betrachtet Madonnas Post weniger streng. Er erklärt, dass sie Freunde seien und es sich nur um einen Witz gehandelt habe.

Der US-Rapper sieht sich seit seinem Outing Anfeindungen ausgesetzt, die bis zu Todesdrohungen reichen. Auf Twitter reagierte Lil Nas X auf einige ausgewählte Kommentare und äußerte sich zu seiner Performance. So habe er im Vorfeld gezittert, weil er den Track vor seinen überwiegend heterosexuellen Kolleg*innen performe.

Was er seinen Kritiker*innen ebenfalls in Bezug auf "Montero" auf den Weg mitgab:

"Wir sind vier Monate dabei und Leute reagieren immer noch überrascht, dass ich schwul und sexuell bei einer Performance eines Songs agiere, der sich um schwulen und sexuellen Kram dreht."

Hier kannst du den kompletten Auftritt sehen:


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