K.I.Z, Disarstar, Apsilon & mehr treten auf Demo gegen Wehrpflicht auf

Das neue Wehrdienstmodell sorgt seit Anfang des Jahres vor allem bei jungen Menschen in Deutschland für Unmut. Seit Monaten organisieren sich viele Gruppen, um gegen eine mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht zu demonstrieren. Am Freitag, dem 2. Oktober 2026, bekommt eine Kundgebung in Berlin prominente Unterstützung: K.I.Z, Disarstar und einige weitere Musikacts sollen dort auftreten.

K.I.Z, Apsilon & Disarstar treten bei Wehrpflicht-Demo auf

Bei der Kundgebung unter dem Titel "Kein Bock auf Krieg und Wehrpflicht", die am kommenden Freitag von 16 bis 21 Uhr direkt vor dem Brandenburger Tor stattfinden soll, wird es nämlich auch ein Konzert geben. Mit Apsilon, K.I.Z und Disarstar treten dort Artists auf, die sich bereits kritisch zur Aufrüstungspolitik der letzten Bundesregierungen geäußert haben. Letzterer hat vergangenes Jahr bereits mit "Meine Söhne geb ich nicht" einen Song gegen die Wehrpflicht und Krieg veröffentlicht und die Änderung des Wehrpflichtgesetzes öffentlich kritisiert. Tarek, Nico und Maxim von K.I.Z haben in der jüngeren Vergangenheit mit "Frieden" und "Bundeswehr" ebenfalls kritische Tracks zu dem Thema veröffentlicht.

Die Kundgebung am Brandenburger Tor wird von dem Bündnis Unzwingbar veranstaltet, dem unter anderem die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, die Initiative "Schulstreik gegen Wehrpflicht" und weitere Organisationen angehören. Außerdem wird das Event von weiteren Gruppen wie Greenpeace und Sea-Watch unterstützt. Rechtsextreme, nationalistische sowie antisemitische Teilnehmende schließen die Verantwortlichen ausdrücklich von der Kundgebung aus.

Neben den drei bereits genannten Deutschrap-Acts treten auf dem Event unter anderem die Punk-Band Dritte Wahl, Sechser von Teuterekordz sowie einige Newcomer wie Mieze, Guterzogene Asis und Goldie 333 auf. Darüber hinaus wird es Redebeiträge von Vertretern der veranstaltenden Organisationen sowie dem Satiriker Martin Sonneborn geben.

Das fordert das Bündnis Unzwingbar

Das Bündnis Unzwingbar stellt angesichts der verpflichtenden Fragebögen und Musterungen junger Menschen und einer möglichen Rückkehr der Wehrpflicht fünf Forderungen an die Bundesregierung. Die Wehrpflicht soll nicht reaktiviert und die Rekrutierung Minderjähriger durch die Bundeswehr gestoppt werden. Zudem fordert das Bündnis das sofortige Ende von Auftritten der Bundeswehr in Schulen, Hochschulen und in der Forschung, die Anerkennung von Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht und Asylgrund sowie Investitionen in Bildung, Gesundheit und Soziales statt in Aufrüstung.

"Wir erleben die stärkste Aufrüstung seit dem Zweiten Weltkrieg. Bald fließt jeder zweite Euro des Bundeshaushalts in Aufrüstung und Krieg. Bezahlen müssen dafür wir alle – mit steigenden Preisen, Sozialkürzungen, zerfallenden Schulen, ungelöster Klimakrise und unterfinanzierten Krankenhäusern. Für die Bundeswehr hingegen werden Schulden in Rekordhöhen aufgenommen, um sie zur 'stärksten konventionellen Armee Europas' aufzubauen. Auf Kosten unserer Zukunft."

Anlass der Proteste sind die im Januar 2026 in Kraft getretenen Änderungen im Wehrpflichtgesetz. Bei dem neuen Modell wird allen Deutschen des Jahrgangs 2008 und jünger ein Fragebogen geschickt, sobald sie volljährig werden, um mehr Menschen für den Dienst in der Bundeswehr zu gewinnen. Das Ausfüllen des Fragebogens ist für Frauen freiwillig, für Männer jedoch verpflichtend. Das Ignorieren kann als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet werden. Falls das Ziel von 255.000 bis 270.000 aktiven Bundeswehrsoldaten bis 2035 verfehlt wird, kann die Bundesregierung über eine Reaktivierung der Wehrpflicht entscheiden. 

Das kommt bei den meisten jungen Menschen nicht gut an: Laut dem Pressesprecher Bela Breitner von der Initiative "Schulstreik gegen Wehrpflicht" würden die meisten Jugendlichen nicht zur Bundeswehr wollen und eine Wehrpflicht aktiv ablehnen. Das zeige die überschaubare Rückmeldung auf die Fragebögen. Der Initiative zufolge haben am vergangenen Freitag über 45.000 Schülerinnen und Schüler in rund 100 Städten gegen eine mögliche Wehrpflicht demonstriert.

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