Eigentlich sollte Danger Dan gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit in der nächsten Ausgabe der ZDF-Satiresendung "Die Anstalt" seinen neuen Song "Keine Angst" performen. Allerdings wurde den beiden Musikern der Auftritt nur kurz vor Aufnahme der Sendung untersagt: So hat die Intendanz des ZDF recht kurzfristig ein Veto eingelegt – in Mainz ist man der Meinung, der besagte Track würde "zur Gewalt aufrufen".
Danger Dans Auftritt beim ZDF wird kurzfristig unterbunden
Für die anstehende Sendung war ursprünglich geplant, dass Danger Dan und Igor Levit gemeinsam den Song "Keine Angst" spielen: ein über sieben Minuten langer Track, auf dem es, kurz gesagt, um Widerstand gegen Rechtsextremismus geht. Im Anschluss an die Live-Performance war geplant, die Inhalte des Songs zu diskutieren. Die Intendanz des ZDF sieht in diversen Zeilen des Songs allerdings einen klaren Aufruf zur Gewalt. So gibt eine Sprecherin an:
"Ein solcher Aufruf stünde im klaren Widerspruch zu den Programmrichtlinien des ZDF."
Im Zuge der Sendungsvorbereitung habe eine intensive redaktionelle Bewertung ergeben, dass dieser Widerspruch im Anschluss an die mehr als siebenminütige Live-Performance nicht aufzulösen sei. Bei der besagten Bewertung soll auch die ZDF-Geschäftsleitung involviert gewesen sein.
Ursprünglich hatten Danger Dan und Igor die Absage des ZDF öffentlich gemacht. In ihrem Post gaben sie an, bisher keine schriftliche Begründung für die Entscheidung erhalten zu haben. Sie würden aber davon ausgehen, dass das Ganze einen politischen Hintergrund habe. Die Ausladung prangern sie als "skandalösen" Eingriff in die Kunst- und Meinungsfreiheit an.
Laut ihnen sei der Auftritt schon seit Wochen geplant gewesen – der Songtext lag dem Sender also ebenfalls schon länger vor. Die Redaktion von "Die Anstalt" habe bereits gegen die Ausladung protestiert. Nach Angaben der Musiker sei deshalb geplant, in der kommenden Sendung auf die Absage einzugehen:
"Dass wir jetzt aber schon an dem Punkt angekommen sind, an dem eine ZDF-Intendanz autoritär in Sendungen eingreift, antifaschistisches Liedgut verbietet und eine Begründung verweigert, das erschüttert uns. Das nennt man nicht Demokratie, das ist ein autoritärer Akt."
"Keine Angst": Danger Dan und Igor Levit machen einen Song gegen Rechtsextremismus
Worum geht es denn jetzt konkret in der Single? Wie eingangs erwähnt, ist das übergreifende Thema hier: "Widerstand gegen Rechtsextremismus". In dem Song beschreibt der Rapper unter anderem, wie sich Menschen zusammenschließen können, ohne ins Visier von Rechtsextremisten und Sicherheitsbehörden zu geraten:
"Ruf' erst mal ein, zwei Leute an, denen du vertraust /
Auf die man sich verlassen kann und macht ein Treffen aus /
Ihr gründet eine Gruppe, die keinen Namen hat /
Kein Gründungsdatum und auch kein Verein oder so'n Quatsch."
Im weiteren Verlauf des Textes ruft er dazu auf, Nazis zu identifizieren und in ihrem Umfeld zu outen. Dabei geht es immer wieder darum, unabhängig zu agieren, weil staatliche Strukturen schon längst von Faschisten unterwandert worden seien. Er verweist in dem Kontext immer wieder auf die Geschichte und darauf, dass Schweigen böse enden kann. Einige Zeilen des Songs sind zudem recht vage gehalten: "Juristisch ist mal wieder die Grauzone geschrammt."
Zum Abschluss richtet Danger Dan Grüße an "Lina, Gucci, Maja und Nanuk" aus, womit wohl die 2023 in Dresden als Linksextremistin verurteilte Lina E. und ihre Gruppe gemeint sein dürften. Lina E. war an mehreren teils lebensgefährlichen Angriffen auf tatsächliche und vermeintliche Rechtsextremisten beteiligt. Zwischenzeitlich wurde sie auf Bewährung freigelassen – ein Gutachten habe ergeben, dass sie sich vollständig von der Gewalt lossagen konnte.
Danger Dan hat dem Spiegel übrigens erklärt, dass er mit seinem Song nicht zur Gewalt aufrufen wolle. "Keine Angst" solle stattdessen die Antwort auf die Frage "Wie baut man wirksame Antifa-Strukturen auf?" liefern.
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