Jay-Z wird in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen

Jay-Z (diesen Artist auf Apple Music streamen) kann inzwischen auf eine extrem erfolgreiche Rap-Karriere, einen Legenden-Status und diverse Businessprojekte blicken. Eine Überraschung ist es also nicht unbedingt, dass er als einer von sechs Künstlern dieses Jahr als Performer in die Rock and Roll Hall of Fame eingeweiht wird. Mit dieser Auszeichnung schließt er sich Rappern wie 2Pac, Biggie oder auch Run-D.M.C. an, die alle bereits in Vergangenheit der langen Liste legendärer Künstler beitreten durften. 

Jay-Z wird dieses Jahr in der Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen

Die Neuzugänge der ehrenvollen Liste wurden gestern angekündigt. Neben Jay-Z sollen unter anderem auch Tina Turner, The Foo Fighter und Carole King die Hall of Fame künftig zieren. Sie alle werden unter der Kategorie "Performer" geehrt. Eine offizielle Zeremonie soll es übrigens auch geben. Am 30. Oktober wird die Einweihung der Künstler in Cleveland stattfinden, Fans in Amerika können diese über HBO Max live mitverfolgen.

Auch passende Awards sollen stattfinden, bei denen ebenfalls eine Rap-Legende auf ihre Kosten kommen wird. LL Cool J soll mit einem Award für "Music Excellence" ausgezeichnet werden. Er wurde 2019 ebenfalls dafür nominiert, der Hall of Fame beizutreten, hat es damals aber nicht geschafft. Auch Kraftwerk soll 2021 unter der Kategorie "Early Influence" ausgezeichnet werden.

Rock and Roll Hall of Fame: Wie man aufgenommen wird

Wer es in die Rock and Roll Hall of Fame schaffen will, muss sich einer Jury, bestehend aus über 1200 Experten beweisen. Mitglieder dieser Jury sind unter anderem Musiker, Journalisten, Historiker und Akteure der Musikindustrie. Voraussetzung, um überhaupt ausgewählt zu werden, ist, dass die erste Platte des Artists mindestens 25 Jahre zurückliegt. 2021 habe man sich insbesondere darauf besinnt, Künstler zu ehren, die den Sound der Jugendkultur geprägt haben. Außerdem feiere man dieses Jahr die "diverseste Liste" an Neuzugängen in der Geschichte der Organisation.

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Review: Kanye Wests "Donda" ist nicht so gut, wie alle sagen

Review: Kanye Wests "Donda" ist nicht so gut, wie alle sagen

Von Alina Amin am 03.09.2021 - 21:00

"Donda" is here: Nachdem Kanye West seine Fans wochenlang mit immer absurder werdenden Listening-Partys gequält hat, ist das 10. Studioalbum des gebürtigen Chicagoers doch tatsächlich rausgekommen. Wer hätte es gedacht? Ich auf jeden Fall nicht. Denn Ye (so heißt er doch jetzt, oder nicht?) ist ja seit jeher bekannt für messy Promo-Phasen. Wests Alben durchlaufen nach Tradition mehrere Namenswechsel, neue Cover und dutzende Feature-Parts, die mit einem genauso lauten Knall wieder abgesagt werden, wie sie angekündigt wurden. 

Also, alles wie immer. Dennoch - auch wenn ich es ungern zugebe - war ich gespannter als je zuvor. Alles was der Rapper die letzten 4 Jahre gemacht hat, war für mich nämlich eine reine Enttäuschung. Über die Jahre hat West (jetzt auf Apple Music streamen) das Maximalprinzip verstanden wie kein anderer. So hat er oft und gerne so wenig Aufwand wie möglich in seinen Merch gesteckt und hier und da auch Mal unfertige Musik rausgebracht.

Und trotzdem sind die Fans (einschließlich mir) Kanye normalerweise nicht böse. Denn wenn er sich Mühe gibt, macht der little brother von Jay-Z einfach sehr gute Musik. Entsprechend groß waren meine Hoffnungen für "Donda".

Nun zu der Frage, der ich mich in diesem Artikel widmen will: Hat sich das Warten ausgezahlt? Naja, ich weiß ja nicht. 

Kanye Wests "Donda": Schwer zugänglich und zäh

Die Listening-Parties von Kanye West habe ich zumindest sound-technisch nicht verfolgt. Für mich war jeder Klang und jeder Ton beim ersten Stream auf "Donda" etwas Neues. Entsprechend überrascht hat mich daher der erste Song, das Intro zu Wests Werk, "Donda Chant". Ganz in Kanye-Manier ist dieser "Song" besonders nervig, denn nicht nur wird das Wort "Donda" zu Hauf wiederholt, er ist auch noch so unnötig lang. Natürlich ist es erfrischend, sein Album auf diese Art und Weise zu starten aber mal ehrlich: Knapp eine Minute muss das nicht gehen. 

Nun habe ich ein paar Tage später zu meinem Entsetzen erfahren, dass es sich bei dem "Donda" Chant um die letzten Herzschläge von Kanyes Mutter handeln soll. Macht Sinn (Immerhin heißt das Album wie sie!) und mir vor allem ein schlechtes Gewissen, denn das würde die Bedeutungskraft des Intros deutlich ändern und wäre auch einfach sehr emotional. Daher bin ich doch hin- und hergerissen, was die Einleitung zu Ye’s Werk angeht.

Dann geht es direkt weiter mit "Jail", ein wirklich genialer Song, der super total viel Spaß macht, starkes Ohrwurm-Potenzial hat und mich beim Hören total mitreißen würde – wenn nicht jeder einzelne Baustein des Tracks so. lang. wäre.

Der Song an sich ist gar nicht so überlang mit seinen knapp 5 Minuten. Vielleicht etwas zu lang für eine Standart-Streaming-Playlist aber das soll ja gar nicht Kanyes Anspruch sein. Aber besonders der Anfang, bis Jay-Z zu seinem wirklich sehr guten Part ansetzt, ist viel zu lang. Beim ersten Hören hat mich das ehrlich gesagt ganz verrückt gemacht, dass einfach NICHTS passiert.

Hier muss man natürlich anmerken, dass es eigentlich ganz cool ist, wie sich HOVAs Part aufbaut und der Anfang dementsprechend auch Sinn macht. Immerhin ist Kanyes und Jay-Zs Freundschafts-Comeback und ein potenzielles "Watch The Throne 2" die News schlechthin gewesen. So krasse News lassen sich bei den meisten Songs aber nicht finden.

Positiv hervorheben möchte ich das Outro des Tracks. Und ansonsten lassen sich meine Gedanken zu dem Song auf so gut wie jeden Track auf dem Album anwenden. Denn genauso wie "Jail" sich total zieht, ziehen sich auch "God Breathed", "Hurricane", "Off The Grid" oder "Praise God". Alle wohlgemerkt mit einer sehr versprechenden Prämisse und coolen Ideen. Die Produktion ist auf jedem Song was neues und aufregend noch dazu. Abgesehen von den übertrieben langen Song-Bausteinen, gibt es aber noch etwas anderes, was diese spannenden Konzepte für mich runterzieht.

"Donda": Textlich nicht gerade überragend 

Kanyes Texte. Sie sind so langweilig und repetitiv. Und damit meine ich nicht, dass er die Hook oder den Song-Titel oft wiederholt. Dass das eine stilistische Entscheidung ist, ist mir klar. Kanye oder eher gesagt seine Ghostwriter haben textlich meiner Meinung nach sehr schwach abgeliefert. Abgesehen vom classic Jesus-Talk, gibt es wenig anderen Inhalt. Was erstmal auch total Sinn macht, da es ja ein Gospel Album sein soll. 

Besonders zum Ende hin vermischen sich die Tracks in eine homogene Masse an gleich klingenden Texten mit wenig Aussagekraft.

Hier fehlt "Donda" einiges an Substanz. Gospel hin und her, religiöse Musik kann auch mehr als nur "Jesus", "Lord" und "God". Bestes Beispiel ist Kanyes Track "Wash Us In the Blood" – ein Song der super ausproduziert ist, Spaß macht und auch textlich etwas mehr zu bieten hat. Da kann man Mr. West sogar seinen schiefen Gesang verzeihen.  

Yeezy hat hierbei Rap-technisch auch wenig zu bieten. Ich meine klar, Kanye ist ohnehin nicht der stärkste, wenn es nur ums Rappen geht. Aber abgesehen von seinen Parts auf "Jonah" - einer der Songs, die mir wirklich gefallen haben - oder "Off the Grid" ist sein Rap eher minimal, zu distorted oder wird durch schiefen Gesang ersetzt. In der Kombi mit dem ähnlich schwachen Text ist es für mich schwierig, Kanye auf seinen Kaugummi-artig langen Songs zu folgen. Das wird besonders deutlich, wenn Feature-Gäste wie Fivio Foreign oder Travis Scott zu ihren Parts ansetzen und auf ganzer Linie abliefern. 

Wenn wir schon bei Feature-Gästen sind. Mr. West hat total viele spannende Mitwirkende auf seinem Projekt, die tolle Beiträge liefern: Lauryn Hill, Kid Cudi, Jay-Z, Baby Keem und natürlich - wer auch sonst - Pop Smoke. An dieser Stelle soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass er sich zumindest augenscheinlich von Kontroversen hat inspirieren lassen und auf "Jail pt. 2" kurzerhand DaBaby und Marilyn Mansion gefeatured hat. Beide in der Kombo, mit jeweils sehr aktuellen Skandalen – scheint für mich nicht so, als wäre Ye einzig von ihren musikalischen Werken inspiriert gewesen. 

Eher wirkt es so, als wolle er DaBabys homofeindlichen Aussagen und Mansons aktuelle Verfahren rund um sexuellen Missbrauch nutzen, um zu provozieren. Das macht die Musik nicht schlechter, hinterlässt aber einen (sehr) faden Beigeschmack. "Guess who’s going to jail tonight?" Ich wüsste auf jeden Fall von einer Person auf dem Track, der das ganz bald drohen könnte.

Eigentlich ist es gar nicht so schlimm

Wie ich schon durchscheinen lassen habe, finde ich viele Konzepte und Ideen super spannend und toll ausgearbeitet. Die negativen Aspekte ziehen sich aber durch so gut wie jeden Song und mir fällt es schwer, einen Song überhaupt bis zum Ende zu hören. Das habe ich bei anderen - ähnlich langen Songs - sonst nicht. Beispielsweise "Runaway" von Kanye West, dass er auf MBDTF droppte. Das ist ganze 9 Minuten lang, dafür aber konzise, substanzreich und berührend. Letzteres sind die meisten Songs auf "Donda" auch. Nur eben nicht konzise, langatmig und irgendwie durcheinander. So als wären sie noch nicht fertig. Sehr schade eigentlich, da sie alle(!) viel Potenzial haben. 

Was sagen andere zu "Donda"?

Mir ist bewusst, dass ich mich mit meiner Meinung wahrscheinlich bei ganz vielen Menschen unbeliebt machen würde, denn "Donda" wurde ziemlich positiv aufgenommen. Oft habe ich gelesen, dass Leute insbesondere die Länge des Albums schätzen, weil es anders als austauschbare Spotify-Playlist-Hits eben nicht das klassische Chart-Schema verfolgt. Soweit, so gut. Sehe ich prinzipiell auch so – holt die Alben zurück! Aber das geht auch viel besser.

Wer eine positivere Sicht auf "Donda" lesen möchte, sollte sich den Artikel von unserem Redakteur Leon durchlesen: 

Review: Kanye Wests "Donda" ist ein absolut stabiles Album

Eines vorweg: "Donda" von Kanye West ist kein perfektes Album. Es fühlt sich trotz mehrfacher Verspätung und trotz Kanyes releaseverhinderndem Perfektionismus nach einem gehetzten, schon beinahe unfertigen Projekt an. Dafür Schuld trägt vor allem die massive Überlänge des Albums mit 27 Songs und einer Laufzeit, die geradewegs auf die Zwei-Stunden-Marke zusteuert.


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