Egal, wo man sich gerade auf der Welt befindet, irgendwo dreht ein Rapper ein Musikvideo, das legale Grenzen überschreitet. So auch in Italien, wo der Dreh für einen Clip des moldawisch-italienischen Rappers 351 Bratan ein großes Verkehrschaos verursacht hat. Aufgrund der Aktion hat sich sogar der italienische Innenminister in die Sache eingeschaltet. Die Folge: 351 Bratan wurde des Landes verwiesen.
Moldawischer Rapper 351 Bratan wegen Musikvideo aus Italien abgeschoben
Was genau ist passiert? 351 Bratan hat die nicht ganz durchdachte Idee gehabt, das Musikvideo seines kommenden Songs "Bratva" auf der italienischen Autobahn zu drehen. Dafür fuhren er und eine größere Gruppe junger Männer am 18. September 2026 mit Motorrädern und Motorrollern auf die viel befahrene Schnellstraße Mailand-Meda. Dort blockierten sie den Berufsverkehr mit ihren Fahrzeugen für mehrere Minuten und verursachten lange Staus, um den Clip zu drehen. Bevor die Polizei sie erreichen konnte, waren 351 Bratan und seine Crew schon wieder verschwunden.
Für seine Festnahme hat der Rapper jedoch selbst gesorgt: 351 Bratan lud wenige Tage später Szenen des Drehs samt Drohnenaufnahmen der blockierten Autobahn auf seinem Instagram-Profil hoch. Dementsprechend ist es den Behörden leichtgefallen, den Rapper zu identifizieren.
Im Zuge der medialen Berichterstattung äußerte sich tatsächlich der italienische Innenminister Matteo Piantedosi auf X zu dem Fall. 351 Bratan habe mit seiner ungenehmigten Aktion die Sicherheit der Autofahrer "schwer gefährdet". Im Anschluss berichtete Piantedosi, dass der Rapper gestern aufgrund seiner Aktion unverzüglich zurück nach Moldawien abgeschoben wurde.
"Die Ermittlungen, die unter anderem durch die Analyse verschiedener Social-Media-Profile durchgeführt wurden, ermöglichten es, ihn als den Motorradfahrer zu identifizieren, der an der Spitze der Gruppe fuhr, die den Verkehr lahmgelegt hatte. Angesichts seiner Gefahr für die Gesellschaft wurde ihm die Aufenthaltsgenehmigung entzogen und er wurde auf den ersten Direktflug in sein Herkunftsland gesetzt."
351 Bratan hat inzwischen angekündigt, Beschwerde beim italienischen Verwaltungsgericht gegen seine Abschiebung einreichen zu wollen. Der 31-jährige Rapper und sein Anwalt halten die Maßnahme für ungerecht. Sie werfen den Behörden vor, die "schnellste Rückführung der Geschichte" nur aus politischen Gründen und wegen der medialen Aufmerksamkeit vorgenommen zu haben. 351 Bratan lebe schon seit 2009 in Italien, arbeite als Kurier und habe dort eine Frau und ein neun Monate altes Kind. Außerdem komme er zwar aus Moldawien, spreche aber mittlerweile die Sprache nicht mehr. In der Vergangenheit wurde 351 Bratan laut den italienischen Behörden bereits wegen Waffenbesitzes, Hehlerei und Drogenbesitzes angezeigt.
351 Bratan ist übrigens nicht der erste Rapper, der auf die Idee gekommen ist, eine Straße oder Autobahnstrecke für ein Musikvideo zu blovkieren. Der französische Rapstar Sofiane hat das bereits 2017 bei dem Clip zum Song "Toka" gemacht. Kontra K hat das Ganze dann für das Video zu "Setz dich" mit AK AusserKontrolle und Gzuz in einem Tunnel wiederholt.
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