Instagram drosselt Sylabil Spill nach antirassistischem Einsatz

Neues Jahr, neues Glück lautet insbesondere nach dem Krisenjahr 2021 die Devise für viele. Für Sylabil Spill und Millionen andere BPoC (Black and People of Colour) heißt ein neues Jahr, auch weiterhin alte, ermüdende Kämpfe auszutragen, weil die Gesellschaft ihnen keine Wahl lässt.

Dabei kann es sich zum einen um Racial Profiling handeln, wie der Bonner es in seiner aktuellen Single (hier zum Video) thematisiert. Oder um Alltagsrassismus, den man grade ganz frisch beim Kölner Rapper Telson auf Instagram miterleben konnte. Während er eine Story für IG aufnehmen wollte, wurde er von einer Frau aus dem Nichts rassistisch beleidigt und stellte sie anschließend zur Rede:

Sylabil Spill wird von Instagram eingeschränkt

Untergrund-Veteran Sylabil Spill aka Der Radira geriet in der Vergangenheit immer wieder ins Visier rechter Hetze. Letztes Jahr wurde sein Insta Account mehrfach gehackt und Fremde verbreiteten dort Parolen der stumpfesten und zurückgebliebensten Art. Nun wird ihm aus seinem antirassistischen Engagement erneut ein Strick gedreht.

Nachdem er kürzlich kritische Beiträge über Dieter Nuhr und Serdar Somuncu teilte, ist sein Profil nun schwerer zu finden. In der Profilsuche rutscht sein verifizierter Account mit 24.000 Abos unter diverse Fanpages ohne blauen Haken und mit sehr wenigen Follower*innen. Supporter*innen können seine Inhalte nicht wie normal liken und sharen. Warum? Vermutlich weil Rechte mittlerweile die Spielregeln der sozialen Medien und des Internets verstanden haben.

"@instagram schränkt von Rassismus Betroffene ein statt die Rassisten, die diese melden[,] um sie zu schikanieren", schreibt beispielsweise Yassin in seiner Story und macht so auf die Ungerechtigkeit aufmerksam, die wohl auf den Algorithmus zurückzuführen ist. Spill erklärt uns gegenüber:

"Ich werde gerade komplett runtergefahren, weil ich mich kritisch zu sich rassistisch äußernden Menschen wie Dieter Nuhr oder Serdar Somuncu positioniere und allgemein der Polizei. Und alle schauen zu, als wäre das 'ne coole Netflix-Serie."

Er sei von Instagram dazu aufgefordert worden, keine "sensiblen Inhalte" mehr zu posten – so heißt übrigens sein Track, der vor "Racial Profiling" erschienen ist. Genau diese Inhalte braucht es aber, um aufzuklären und die weiße Mehrheitsgesellschaft zu erreichen, die eben nicht aufgrund ihrer Hautfarbe dauernd dazu gezwungen ist, sich mit Rassismus auseinanderzusetzen. Der Fall von George Floyd hat letztes Jahr eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Spitze des Eisbergs sichtbar gemacht wird.

Was kann ich jetzt tun? Im konkreten Fall von Spill aktuell ist das relativ einfach: supporten, damit auch IG checkt, wer tatsächlich gesperrt werden sollte beziehungsweise wer nicht. Indem ihr Beiträge bei IG speichert, supportet ihr Spill (und ganz generell eure Lieblingsseiten) am meisten, Shares und Kommentare mit mindestens vier Wörter sind ebenfalls wertvoll und ein Like schadet sowieso nicht. Da hört antirassistischer Einsatz natürlich lange nicht auf, aber so kann er zumindest anfangen.

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The Game soll hunderte Untergrund-Rapper abgezogen haben

The Game soll hunderte Untergrund-Rapper abgezogen haben

Von Till Hesterbrink am 02.03.2021 - 16:16

Dem US-Rapper The Game wird aktuell vorgeworfen, aufstrebende junge Rapper mit einer niederen Masche um Geld betrogen zu haben. Er soll ihnen für 500 bis 1.000 Dollar eine Zusammenarbeit versprochen haben. Das Einzige, was er im Gegenzug geliefert habe, sei allerdings ein Post auf seinem zweiten Soundcloud-Account mit lediglich 346 Followern.

The Game soll junge Rapper betrogen haben

Nach Angaben mehrerer aufstrebender Künstler soll The Game ihnen eine Nachricht geschrieben haben. In dieser habe er ihnen Komplimente für ihre Musik gemacht und angeboten, ihre Tracks auf seinen Soundcloud-Mixtapes zu veröffentlichen. Dafür sollten sie zwischen 500 und 1.000 Dollar zahlen.

Die Mixtapes stellten sich dann allerdings als eine bloße Zusammenstellungen der besagten Tracks raus, welche nicht auf dem offiziellen Kanal vom The Game erschienen. Zudem soll er zu keinem der Songs etwas beigesteuert haben. Die Mixtapes auf dem 346 Follower starken "Zweitkanal" sollen auch in keiner Weise von The Game beworben worden sein.

Am 20. Dezember habe Game dann sieben Mixtapes mit insgesamt über 240 Songs veröffentlicht. Die meisten Klicks, die einer dieser Songs erreichen konnte, waren knapp 1.200 Views. Die meisten Songs wurden lediglich um die 200 Mal angehört.

Mittlerweile postete The Game wohl als Antwort auf die Vorwürfe in seiner Instagram-Story zwei der aufstrebenden Rapper, die sich für die Platzierung auf dem Mixtape bei ihm bedankten.

Zwar handelt es sich bei der ganzen Sache wohl rechtlich nicht um einen Betrug, trotzdem hinterlässt das willentliche hinters Licht führen junger Künstler einen äußerst faden Beigeschmack.

The Game hält sich für den besten Compton-Rapper

Kürzlich machte The Game auf sich aufmerksam, als er während eines Clubhouse-Talks erklärte, er sei der beste Rapper aus Compton aller Zeiten. Seiner Aussage nach käme nicht mal Kendrick Lamar an ihn heran.

Nachdem sich einige Fans über diese vermeintliche Anmaßung echauffierten, erklärte Game, er habe vor dem Talk möglicherweise ein wenig zu viel getrunken und hätte sich daher ein wenig zu hart ausgedrückt. An der Kernaussage wollte er jedoch trotzdem nichts ändern.

The Game hält sich für den besten Compton-Rapper aller Zeiten

Von Michael Rubach am 10.02.2021 - 16:41 Wer an die Spitze will, muss sich durchschlagen. In dieser Hinsicht haben Kampfsport und Hiphop viel gemeinsam. Doch welche Athlet*innen stehen bei den Rapstars dieser Welt eigentlich hoch im Kurs? Zwischen UFC-Fighter*innen und Box-Legenden: Eminem, Drake, 50 Cent und Co.


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