Inside Yeezy: So soll Arbeiten für Kanye West sein

 

Wie ist das Arbeitsleben, wenn der Boss Kanye West ist? Unter anderem "übergriffig", "toxisch" und "chaotisch", insofern es nach einer Recherche des Rolling Stone geht. Zahlreiche (Ex-)Mitarbeitende haben sich dabei zu Wort gemeldet und spiegeln die Arbeitsatmosphäre im Yeezy-Versum. Was sich aus dem Artikel der Journalistin Cheyenne Roundtree ebenfalls ableiten lässt: Besser nicht Drake hören, wenn einem der Job lieb ist.

Skinheads & Nazis sollen Kanye West inspiriert haben

Um im Kosmos von Kanye West arbeiten zu können, sollte man zunächst reichlich Zeit mitbringen. Arbeitstage mit 15 Stunden gehören laut Rolling Stone zum Standard. Der Job gestatte "keinen Raum, um ein Leben zu haben", heißt es. Ye gibt demnach das Tempo sowie den Rhythmus vor – und man zieht mit oder eben nicht. "Kanye hat seine Meinung oft geändert und das ganze Team musste herumspringen und dafür sorgen, dass es funktioniert", sagt beispielsweise ein Member aus dem Vertrieb.

Für die Yeezy Season 9 – die Kollektion mit den "White Lives Matter"-Shirts - habe Kanye sich am Nationalsozialismus orientiert. Auch aus dem Hause TMZ war zuletzt von Yes angeblichen großen Sympathien für Hitler zu hören. Jemand aus dem Yeezy-Team lässt sich im Rolling Stone folgendermaßen zitieren:

"Skinheads und Nazis waren seine größte Inspiration."

Ein Yeezy-Designer thematisiert des Weiteren Kanyes Umgang mit Menschen: "Seine Wut auf uns bei alltäglichen Interaktionen war einfach unangemessen und ehrlich gesagt ein Albtraum". So wie Kanye sich auf Social Media gebe, gehe er auch mit seinem Personal um. Mit dieser Sprunghaftigkeit sollen spontane Entlassungen zum Alltag gehört haben. Jeder Tag habe sich wie ein Vorsprechen für den aktuellen Job angefühlt. Schon die Wahl eines falschen Outfits hätte zum - zumindest vorübergehenden - Verlust des Arbeitsplatzes führen können. Ein Team sei kurz vor der Verkündung des Deals mit Gap rausgeschmissen worden – nur um in den darauffolgenden Wochen fünfmal eine erneute Anstellung angeboten zu bekommen.

Selbst die Auswahl der Tracks bei einer internen Präsentation einer Kollektion kann womöglich das Aus bedeuten. Ein Mitarbeiter erzählt, wie er spontan von Ye dazu aufgefordert wurde, neue Musik vorzuschlagen. Die Wahl fiel demnach auf Drake. "Großer Fehler – am nächsten Tag wurde ich gefeuert", gibt derjenige gegenüber dem Rolling Stone an.

Arbeiten mit Kanye West – es ist nicht alles schlecht

Doch nicht alles mit und bei Kanye West rückt der Artikel in ein negatives Licht. So sei es "sehr cool" in diesem kreativen Umfeld zu agieren. Auch auf Kanye als kreative Leitfigur kann man sich offenbar einigen:

"Als Schöpfer ist er der Beste. Egal, wie gut er in der Musik ist, er bringt das gleiche Maß an ausführender Kraft und Konzentration in jeden Teil seiner Arbeit ein."

Was ebenfalls nicht unter den Teppich gekehrt wird: Mit Ye als Mastermind wachse das Vertrauen, "wirklich unglaubliche Veränderungen bewirken" zu können, so ein anderer Insider.

Eine weitere Person mit Arbeitserfahrung in der Yeezy-Blase fasst das zwiespältige Verhältnis folgendermaßen zusammen:  Es sei gleichzeitig der "schlechteste Job", aber auch "der beste Job" gewesen. Die Arbeitswelt wird einerseits als "kreative Oase" beschrieben, andererseits jedoch ebenso als "kultartiger Ort" betrachtet. "Jasager" und "Speichellecker", die sich bewusst den Style-Vorlieben von Ye anpassen, sollen sich außerdem um den US-Star tummeln.

Der 45-jährige habe bei all dem keinen Kreis von Vertrauten, sondern eher eine "desorganisierte Umgebung", ohne "zuverlässige Struktur". Es habe sich bei Yeezy stets "wie ein Startup und ein Durcheinander" angefühlt. Auch die Bezahlung sei ein ständiges Thema gewesen. Monatelang sollen keine Gehälter geflossen sein. Von einem "Mini-Streik" in die Belegschaft ist die Rede. Der Rolling Stone schließt den Blick hinter die Kulissen mit einem Zitat ab, das sich wie die knappe Schilderung einer  Extremerfahrung liest:

"Nichts war jemals vergleichbar mit dem Chaos, dem Stress und der Angst, die man durchmacht, wenn man für Yeezy arbeitet."

Laut Rolling Stone ist es gerade nahezu unmöglich, Kanye West nach einer Stellungnahme zu fragen. Es soll niemanden mehr geben, an den man sich dafür wenden kann.

Die vollständige Geschichte des Rolling Stone kannst du hier lesen.

Adidas will indes weiter mit den Designs von Kanye an den Start gehen.

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