"Ich hatte Angst": Laas spricht offen über seine mentale Gesundheit

Auf Instagram thematisiert Laas seine mentale Gesundheit. Dafür gibt es zwei konkrete Anlässe: Zum einen steht der diesjährige November ganz im Zeichen der Men's Health Awareness, zum anderen habe die Haftbefehl-Doku das Thema aktuell ohnehin in den Fokus gerückt. Der "Spitterboy" blickt im Zuge dessen kritisch auf sein 2020 erschienenes Album "Laas Man Standing" zurück.

Zwischen Täter und Opfer: Laas über die zwiespältige Rolle als Künstler

Lange sei das Thema mentale Gesundheit bei Männern ein Tabu gewesen, so Laas. "Männer lösen ihre Probleme selbst und wer das nicht hinbekommt, soll bitte nicht rumheulen", fasst er die dahinterstehende Erwartungshaltung in seiner Wahrnehmung zusammen. Nun aber würden Leute plötzlich genau darüber diskutieren wollen – wohl auch mit Blick auf die neue Netflix-Doku über Haftbefehl. An dieser Stelle wünscht Laas dem Offenbacher Rapper und seiner Familie nur das Beste und sagt, man müsse dankbar dafür sein, dass jemand wie er sein "Leben und Leiden so ehrlich und direkt zeigt".

Er selbst habe es schließlich auch immer wertgeschätzt, wenn seine Lieblingskünstler einen ehrlichen Blick in ihr "Seelen-Leben" gegeben haben. "Deswegen liebe ich Rap", erklärt Laas. In der Musik erkennt er die Chance, Probleme "in aller Direktheit" anzusprechen. Die Erfahrung, sich der Öffentlichkeit so offen und verwundbar zu zeigen, beschreibt Laas allerdings mit gemischten Gefühlen. Er hätte in der Vergangenheit sowohl Zuspruch als auch Kritik bekommen, als er über seine Probleme gesprochen hat.

Genau das sei so auch nach dem Release von "Laas Man Standing" im Jahre 2020 passiert. Er habe viel über seine "damalige Situation preisgegeben" und sei damit nicht überall auf Anklang gestoßen. Beispielsweise habe man ihm vorgeworfen, ein "verantwortungsloser Drogensüchtiger" zu sein, der seinen engsten Kreis für seinen Jugendtraum vernachlässigen würde.

Diese Resonanz hat Laas offenbar verstärkt über die folgende Frage nachdenken lassen:

"Ist der Künstler nun das Opfer seiner Umstände, oder ist er der Täter, welcher selbst für die Probleme verantwortlich ist?"

Und auf "Laas Man Standing" hätte er sich eben eher als Opfer inszeniert, das sich trotz aller Umstände nie hat unterkriegen lassen. Hiermit könnte Laas auf Songs wie "Stakks" anspielen, in dem er über seine finanzielle Situation spricht: "Armut ist ein Bastard, wenn sie dich erstmal getroffen hat / denn alles, was mir kostbar war, sagte plötzlich: 'Au revoir'".

"Ich fühlte mich wie unter Beschuss", reflektiert Laas, als er nach dem Album auch von Leuten aus seinem damals direkten Umfeld kritisiert worden sei. Das hat ihn wohl zum Nachdenken gebracht. Laas musste hinterfragen, ob er vielleicht doch mehr Täter als Opfer ist.

In der Folge habe er nicht nur versucht, sich seinen Problemen zu stellen - etwa indem er auf die Leute zugegangen ist, die er in der Vergangenheit enttäuscht haben könnte -, sondern anschließend auch damit begonnen, Songs aus einer ganz anderen Perspektive zu schreiben: der des (natürlich rein metaphorischen) Täters. Die Tracks hatte er nach eigenen Angaben sogar schon teilweise aufgenommen und zum finalen Mix freigegeben, sie dann aber alle wieder verworfen. Der Grund?

"Ich hatte Angst."

Und damit endet Laas' Geschichte fürs Erste. Den dazugehörigen Stories hat er einen eigenen Instagram-Post gewidmet. In der Caption verdeutlicht er, dass es sich hierbei lediglich um einen ersten Teil handele – in den nächsten Tagen ist also mit mehr Einblicken in seine Gedanken- und Gefühlswelt der vergangenen Jahre zu rechnen.

Hier kannst du dir den Beitrag anschauen:

Ein paar Deutschrap-Songs, die sich ebenfalls mit dem Thema mentale Gesundheit auseinandersetzen, findest du hier:

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