Im Januar 2026 geht Bushido mit der "Alles wird gut"-Tour ein letztes Mal vor seinem angebahnten Karriereende auf Konzertreise. Bei dem ARD-Promimagazin "Brisant" erklärt der Deutschrap-Veteran in einem Exklusivinterview zur Tour, was ihn zu seiner Entscheidung für seinen Imagewechsel und schließlich auch zum Karriereende bewegt hat.
Bushido hadert mit sich selbst & seiner Kunstfigur: "In dunklen Zeiten war ich so wie er"
Schon im Intro des Interviews wird gesagt, dass man hier eher mit Anis Ferchichi spreche als mit Bushido. Kurz darauf erklärt der EGJ-Gründer selbst, dass er heutzutage nicht mehr viel mit "diesem Bushido" von früher zu tun habe und sich nicht mehr damit identifizieren könne. Damit meint der Rapper sowohl die guten, aber vor allem auch die schlechten Aspekte des Bushido-Kosmos: Von den ständigen Skandalen, Indizierungen und Vorwürfen des Antisemitismus, Seximus und der Homophobie sei er schon seit Jahren geläutert.
"Ich bin das nicht mehr. Ich fühle das so von ganz tief drin."
Obwohl Bushido in der Vergangenheit seine Rapper-Persona als Kunstfigur und "Kostüm" bezeichnet hat, spricht der Berliner jetzt anders darüber. Er habe "keine zwei Persönlichkeiten" und wolle die Bushido-Persona auch nicht zu sehr von sich selbst trennen. Er sei aber nicht etwa als Bushido, sondern als Person Anis Ferchichi durchs Leben geschritten – auch wenn er mal nicht positiv aufgefallen war:
"In meinen dunkleren Zeiten war ich eher so wie [Bushido] und nicht er so wie ich."
Für seine Fehler während der aktiven Zeit als Bushido wolle der in Dubai lebende Rapper jetzt - vor allem gegenüber seiner Frau und seinen Kindern - Verantwortung übernehmen. Denn vor allem während seiner Zeit mit Arafat Abou-Chaker hatte Bushido es immer mehr mit der Angst zu tun, seine Familie wegen seines Lebensstils zu verlieren. Die Trennung von seinem ehemaligen Geschäftspartner sei aber nur der erste Schritt von Bushidos Weg zur Besserung gewesen. Weil seine Frau "einen besseren Mann" und seine Kinder "einen besseren Vater" verdient hätten, hat sich der 46-Jährige vor fünf Jahren für eine regelmäßige Therapie entschieden. Im "Brisant"-Beitrag heißt es sogar, dass der 46-Jährige derzeit tägliche Therapiesitzungen hat.
Laut Bushido zeige der Wandel in seinem Lebensstil auch mittlerweile Wirkung. Aufgrund der frühen Erfahrungen mit Gewalt in seiner Kindheit sei er, was seine Identität, seine Gedanken und seine Gefühlswelt angeht, ein eher ein "festgefahrener" Mensch gewesen. Dadurch habe er nie jemanden wirklich an sich heranlassen und nie echte, tiefgreifende Freundschaften bilden können. Das sei jetzt anders.
"Wenn ich möchte, dass jemand mal seine Einstellung mir gegenüber ändert, dann muss ich dafür jeden Tag arbeiten. Man muss Verantwortung übernehmen. Auch für seine Fehler, nicht nur für die tollen Sachen [...] Ich hab' Scheiße gebaut, ich habe Menschen verletzt, ich habe beleidigt, ich habe Vertrauen missbraucht."
Mit der letzten Tour soll aber auch ein letztes Bushido-Album erscheinen. Angeblich will der egj-Chef sich dort aber auch nicht mit Disses zurückhalten – das behaupten zumindest Saad und Animus. Für den Fall, dass sie von ihrem ehemaligen Weggefährten gedisst werden sollten, haben die beiden auch schon eine Reaktion angekündigt:
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